Fußball 04.04.2025

Kreisoberligen – Tradition, Prestige und Derbys soweit das Auge reicht

Osthessen (jk) – In den Fußball-Kreisoberligen jagt ein Top-Spiel das nächste, und vor allem die Fans von Lokalderbys kommen absolut auf ihre Kosten: In der Mitte-Staffel duellieren sich am Sonntag (15 Uhr) im Derby FT Fulda und Borussia Fulda. Beide Teams wollten nicht nur wichtige Punkte im Relegationsrennen holen, sondern auch das prestigeträchtige Stadtduell für sich entscheiden. Im Süden geht es mit dem nächsten Kracher weiter: Dritter gegen Zweiter – oder auch FSV Thalau gegen SG Rückers. Es könnte oben nochmal richtig spannend werden. In der KOL Nord treffen unter anderem die FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen und Eiterfeld/Leimbach II gegeneinander.

FT gegen Borussia – Tradition pur. Foot: Manfred Völler.

Die SG Rückers kämpft im direkten Duell in Thalau um die Relegation. Foto: Christine Görlich

Kann Kiebitzgrund/Rothenkirchen in Richtung Platz zwei noch etwas ausrichten? Zunächst gilt der Fokus dem Duell gegen Eiterfeld/Leimbach II. Foto: Pascal Fischer

 

Stadt-Derby und Top-Duell: FT empfängt Borussia

Wenn der FT Fulda und Borussia Fulda aufeinandertreffen, dann werden Fußball pur und Tradition geboten. Im Stadt-Derby und gleichzeitigen Topspiel der KOL Mitte geht es um viel mehr als nur Prestige. Noch wenige Spiele sind übrig, und beide Teams sind noch im Kampf um den Relegationsplatz zur Gruppenliga dabei. „Unser Ziel war es, im zweiten Jahr oben mitzuspielen. Borussia hat vor der Saison auch gesagt, sie wollen oben dranbleiben. Druck hat keiner so wirklich“, schätzt FT-Trainer Petr Kvaca.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sich die Borussen gefangen. Die Turner sind aber auch gewarnt, weil das Hinspiel in der Johannisau mit 1:3 verloren ging. „Wir schauen nur auf uns und wollen in jedem Spiel das Beste rausholen“, betont Kvaca. Am ersten Duell der Saison konnte der Trainer nicht teilnehmen, umso größer ist die Freude, auf heimischem Rasen gegen die Borussen anzutreten. „Sie wollen auch Fußball spielen, wie wir. Für uns ist es besser, wenn der Gegner versucht mitzuspielen“, erwartet der Coach und hofft auf eine ordentliche Kulisse zum Stadt-Derby. Er prophezeit: „Sie haben Qualität. Die Tagesform wird entscheiden“.

Mit elf Punkten Abstand auf FT steht die SG Sickels einsam an der Tabellenspitze. Lediglich eine Niederlage und Remis musste die SGS in der ganzen Saison abseits der vielen Siege hinnehmen. Daraus resultieren 61 Punkte aus 22 Partien – eine Saison, die ihresgleichen sucht. Um den Aufstieg frühzeitig dingfest zu machen, würde das Team von Francisco Martinez am Sonntag (15 Uhr) bei der abstiegsbedrohten FSG Dipperz/Dirlos einen Sieg sicher unterschreiben. Der SV Müs begrüßt parallel Edelzell/Engelhelms zum Verfolgerduell. Die „Frühschicht“ am Sonntag bestreiten Reulbach/Brand und Pilgerzell ab 13 Uhr.

 

Wer festigt Platz zwei? Topspiel in Thalau

Ein „heißen Tanz“ erwartet der Rückerser Trainer Christian Müller beim Top-Duell gegen Thalau: Am Sonntag reist der Tabellenzweite zum direkten Nachbarn auf Rang drei, und kann den Relegationsplatz festigen. Drei Punkte liegt die SGR vor Thalau, sechs könnten es werden. Dass das aber alles andere als einfach wird, weiß Müller natürlich. Mit den Winterneuzugängen Ahmet Aydogan und Yannick Hohmann hat sich der FSV im Winter nochmal deutlich verstärkt und unterstreicht die hohen Ambitionen. Zudem haben sie mit Dominik Piechutta (20 Tore) den besten Torschützen in der KOL Süd. Allererdings schaut Müller auf ein Duell ganz besonders. In der Vergangenheit waren die Spiele gegen seinen Cousin Moritz bereits ein Highlight im Fußballjahr. „Es ist immer schwierig, aber auch schön, gegen Thalau zu spielen“, so der Rückerser Coach. Das Restprogramm der SGR hat es in sich. Nach dem FSV am Sonntag müssen Müller und sein Team nochmal gegen Vogelsberg und zweimal gegen Huttengrund ran. „Ein Spiel wird es nicht entscheiden: Jeder da oben will das Ding ziehen“, sagt Müller, der seinem Team den Druck nimmt. „Wir haben nie die Vorgabe gemacht, Meister zu werden“. Der Rahmen für ein Top-Duell ist jedenfalls gegeben. „Thalau hat immer gute Stimmung gemacht“.

Ein Gemeindederby steigt zur gleichen Zeit etwa zwölf Kilometer nördlich. In Löschenrod treffen die Hermania und der TSV Rothemann aufeinander. Während Rothemann im Mittelfeld steht, steckt Löschenrod mitten im Abstiegskampf. Mit einem Dreier könnten die Hausherren nach einem punktlosen Start ins neue Jahr etwas aufatmen und andere Teams mit in den Kampf um die Relegation unten reinziehen. Die SG Grimmstadt, die etwas überraschend ebenfalls gegen den Abstieg kämpft, begrüßt parallel den Tabellenletzten aus Rommerz, der nach dem Derbysieg gegen Schweben Aufwind hat.

Ebenfalls ein heißer Tanz wird das Vogelsberg-Derby zwischen der SG Lauter und der FSG: Die Hausherren ärgerten nach der Winterpause schon so einige Teams, verloren aber zuletzt gegen Bellings/Hohenzell und sind nun motiviert, dem Nachbarn an der Tabellenspitze ein Bein zu stellen – nicht zuletzt auch durch die Trainer-Konstellation ist Feuer drin. Und torreich sind die Duelle auch: 4:5, 2:5 und 3:2 endeten die Vergleiche aus Sicht der SG Lauter seit Ende 2023.

 

Nachbarschafts-Derby in Langenschwarz

Auch wenn der Rückstand zum Relegationsplatz mittlerweile neun Punkte – und bei einem Spiel mehr auf dem Buckel – beträgt, ist für Kiebitzgrund/Rothenkirchen auf Rang vier der Kreisoberliga Nord noch alles drin. Nach dem verlorenen Direktduell gegen Friedewald/Ausbach möchte FSG-Trainer Thomas Reith nun gegen die Zweitvertretung von Eiterfeld/Leimbach mit seiner Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen. „Gegen Friedewald haben wir gut angefangen und dann nachgelassen“, so der Coach. Der Charakter des Spiels verspricht jedenfalls viel. Von Langenschwarz bis nach Eiterfeld oder Leimbach ist es nicht weit – ein „Nachbarschaftsduell“, bei dem Reith den ein oder anderen Spieler aus dem Verbandsligateam bei den Gästen erwartet. „Es treffen zwei spielerisch gute Mannschaften aufeinander“, weiß der erfahrene FSG-Trainer, der auf eine gute Kulisse hofft. „Es ist zwar schlechteres Wetter als die Tage davor gemeldet, aber vielleicht kommt ja trotzdem der ein oder andere nach Langenschwarz“.

Noch immer ungeschlagen an der Spitze der KOL Nord steht die SG Niederaula/Kerspenhausen. Zur gleichen Zeit gastiert der Spitzenreiter in Niederjossa bei der FSG Jossatal zum Gemeindederby. Die Rollen könnten nicht klarer verteilt sein. Während die Gäste den Aufstieg schon beinahe sicher haben, kämpft Jossatal wohl bis zum Saisonende um den Klassenerhalt, machte aber beim Sieg gegen Haunetal zuletzt Boden gut. Die SG Haunetal fordert wiederum schon am Freitag den Tabellenzweiten Dittlofrod/Körnbach und am Sonntag dann den Dritten Friedewald/Ausbach, darf aber aus den Auftritten nach der Winterpause bisher Hoffnung schöpfen.

 

 

Kreisoberliga Mitte

 

Sonntag

13 Uhr

Reulbach/Brand – Pilgerzell (in Brand)

15 Uhr

Müs – Edelzell/Engelhelms

Bimbach – Petersberg

Hilders/Simmershausen – Marbach/Dietershan (in Hilders)

Dipperz/Dirlos – Sickels (in Dirlos)

Lüder-Schwarzatal – Bachrain (in Kleinlüder)

FT Fulda – Borussia Fulda

Hünfelder SV II – Margretenhaun

 

Kreisoberliga Süd

 

Freitag

18.30 Uhr

Weyhers – Hosenfeld

 

Samstag

15.45 Uhr

Lauter – Vogelsberg (in Heblos)

 

Sonntag

15 Uhr

Löschenrod – Rothemann

Huttengrund – Welkers (in Eckardroth)

Schweben – Bellings/Hohenzell

Grimmstadt – Rommerz (in Ulmbach)

Thalau – Rückers

Gundhelm/Hutten – Mittelkalbach (in Hutten)

 

Kreisoberliga Nord

 

Freitag

18.30 Uhr

Haunetal – Dittlofrod/Körnbach (in Wehrda)

19 Uhr

Cornberg/Rockensüß – Jossatal (in Cornberg)

 

Sonntag

15 Uhr

Friedewald/Ausbach – Haunetal (in Friedewald)

Kiebitzgrund/Rothenkirchen – Eiterfeld/Leimbach II (in Langenschwarz)

Hohe Luft – Gudegrund

Cornberg/Rockensüß – Wölf (in Cornberg)

Rotenburg/Lispenhausen – Burghaun (in Rotenburg)

Weiterode – Dittlofrod/Körnbach

Jossatal – Niederaula/Kerspenhausen (in Niedejossa)