Prestige-Duell in Marbach
Der RSV Petersberg hat nach dem vergeigten Hinspiel einiges wieder gut zu machen in Marbach. Beim vereinsinternen Oktoberfest stürmte der Aufsteiger Marbach/Dietershan damals die Feierlichkeiten beim RSV und siegte im ersten Prestige-Duell auf Liga-Ebene mit 2:0. Eine bitterliche Niederlage, die bei den Petersbergern Eindruck hinterlassen hat. „Das war ein ganz schlechtes Spiel. Wir haben Fans und Verein enttäuscht. Wir haben etwas gut zu machen“, findet auch RSV-Trainer Stanislav Szilagyi klare Worte. Tabellarisch geht beim RSV Petersberg weder um Auf- noch Abstieg. Marbach/Dietershan hat auch schon ein gutes Polster auf die Abstiegszone. Dennoch verlangt Szilagyi, dass sein Team ein anderes Gesicht zeigt, gerade nach der bitteren 2:4-Pleite in Bimbach vergangene Woche. „Es geht um Prestige, um Wiedergutmachung“, sagt der Coach, der an die Leistungen vom Saisonstart anknüpfen möchte. Im September spielte sich der RSV in einen Rausch holte vier Siege und ein Remis, bis Marbach/Dietershan den Petersbergern in die Suppe spuckte. „Jeder ist gefragt und muss abliefern“, appelliert Szilagyi an sein Team.
Erster gegen Letzter heißt es wiederum am Sonntag in Sickels, wo die SGS gegen Lüder-Schwarzatal den nächsten Schritt zum Meistertitel machen kann und will. FT Fulda kann seinen zweiten Rang beim schweren Auswärtsspiel in Bachrain behaupten, dahinter lauert der SV Müs, der nach Pilgerzell reist. Das Duell der großen Namen gibt es in der Johannisau mit Borussia Fulda gegen die Zweite des Hünfelder SV.
Kader-Schwund in Thalau: „Dafür machen wir es richtig gut“
Der FSV Thalau macht schwierige Zeiten durch – und mischt als Dritter weiterhin voll mit im Rennen um die Relegation. Das zeigte auch das 1:1 im Topspiel gegen Rückers wieder deutlich. „In Anbetracht der Situation, mit den vielen Verletzten und Wehwehchen im Kader, macht die Mannschaft es richtig gut. Da sind wir schon zufrieden, wie es läuft“, sagt FSV-Trainer Uwe Bleuel. Zu Saisonbeginn konnte er Woche für Woche denselben Kader aufbieten, Thalau marschierte eine Zeit lang vorneweg, nun geht der FSV von Spiel zu Spiel mit Rückschlägen um – und ist weiterhin schwer zu schlagen. Erst eine Niederlage steht in 22 Spielen auf dem Konto, dafür hat Thalau aber mit acht Unentschieden mittlerweile auch die meisten Punkteteilungen in der KOL Süd gesammelt. „Mehr ist vielleicht im Moment auch nicht drin“, sagt Bleuel, der dennoch gerne einmal mehr verloren und dafür noch einmal mehr gewonnen hätte. Zuletzt fehlte Thomas Weichlein mit einer Wadenverhärtung, gegen Rückers waren ebenfalls drei Mann aus der Abwehr ausgetauscht worden, die davor in Mittelkalbach (5:1) noch spielten. Niklas Hilfenhaus wurde wieder von einem Muskelfaserriss zurückgeworfen. Alle Nackenschläge kann Bleuel gar nicht aufzählen – ganz zu schweigen von drei Kreuzbandrissen, die den FSV im Laufe der Saison in Person von Timo Müglich, Lukas Mohr und Christopher Bolz schon ereilt hatten.
Doch der Trainer will nicht jammern, und weiß: „Wir sind ja nicht die einzigen, die es trifft“. Der kommende Gegner aus Hosenfeld habe auch seine Gründe, wieso die Saison mit Platz fünf aktuell schon rum ist – zumindest, was den Kampf um die ersten beiden Plätze angeht, vermutet Bleuel. Der Thalauer Trainer gibt die Marschroute aus: „Es geht ja um was, wir sind noch dabei und das ist ja schön, wenn es am Saisonende so ist und man nichts ausklingen lassen muss. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, ob auswärts oder zuhause“.
Tabellenführer FSG Vogelsberg will parallel am Sonntag zuhause gegen Bellings/Hohenzell den nächsten Schritt machen, die SG Rückers empfängt Gundhelm/Hutten und will ihrerseits den zweiten Rang behaupten. Unten in der Tabelle knistert es im Abstiegskampf weiter: Grimmstadt begrüßt den Drittletzten aus Schweben im direkten Duell, Lauter muss nach Welkers und Löschenrod kann am Samstag in Mittelkalbach bereits vorlegen.
Kann Friedewald/Ausbach den Giganten stürzen?
Nur noch ein Kreisoberligist in der Region Fulda ist nach über zwei Dritteln der Saison ungeschlagen –die SG Niederaula/Kerspenhausen. Lediglich vier Mal teilte das Team von Ernest Veapi in 23 Spielen die Punkte mit dem Gegner und stellt mit 73 erzielten und elf Gegentreffern die beste Offensive und beste Defensive der KOL Nord. Und zumindest defensiv kommt auch keiner an den Spitzenreiter heran. Mit 61 Punkten steht einem Aufstieg die Gruppenliga kaum noch etwas im Wege – wäre da nicht das knifflige Topspiel am Samstag gegen Friedewald/Ausbach: In der Hinrundentabelle noch auf Rang fünf (28 Punkte aus 15 Spielen), kletterte Friedewald/Ausbach mit einer Serie von mittlerweile elf Spielen ohne Niederlage auf Platz drei und führt die Rückrundentabelle mit 20 von möglichen 24 Punkten an. Die letzte Niederlage gab es Anfang Oktober beim Tabellenzweiten in Dittlofrod.
„Unser Ziel war es ganz klar, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“, sagt Trainer Dominik Schütrumpf beinahe zurückhaltend. Seit dem Herbst hat sich sein Team aber – unter dem Radar fliegend – in einen Rausch gespielt. „Das Spiel in Dittlofrod war auch unser schlechtestes Spiel“, blickt der Coach zurück. Besonders der sehr starke Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sowie eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern mache bei Friedewald/Ausbach aktuell den Unterschied. „Wir haben auch eine überragende Trainingsbeteiligung. Wir sind immer über 20 Leute, freitags sogar manchmal 30“, staunt Schütrumpf. Trotz der aktuellen Erfolgswelle drückt der Coach aber auf die Bremse. Seit fünf Jahren spielt die SGFA um den Klassenerhalt in der KOL, nun steht das Team dicht hinter dem Relegationsplatz. „Wir wollen bodenständig bleiben“, betont der Coach. Dennoch: Wenn jemand den Giganten aus Niederaula bezwingen kann, dann im Moment wohl der Tabellendritte. „Es ist das mit Abstand schwierigste Auswärtsspiel. Man hat aber auch am wenigsten zu verlieren“, blickt der Coach auf Samstag voraus. Aktuell läuft es bei den Gästen, daher möchten sie am liebsten etwas Zählbares mitnehmen. Jossatal hat vergangenes Wochenende im Derby gegen den Primus gezeigt, wie es geht. „Uns liegen solche Mannschaften eher. Wenn wir selbst das Spiel machen müssen, wird es etwas schwerer“, erwartet Schütrumpf ein Kracher-Duell. Personell müsse er auf die Urlauber Pjeter Nushi, Robin Rudolpf und Anel Spreco verzichten. Zurückkehren wird Sebastian Pfannkuch.
Kann Friedewald/Ausbach vielleicht sogar auf Rang zwei vorpreschen? Dittlofrod/Körnbach hat jedenfalls ein schweres Heimspiel am Sonntag gegen die formstarke FSG Jossatal vor der Brust. Parallel steigt das brisante Derby des Schlusslichts Michelsrombach/Rudolpshan gegen den Tabellenvierten Kiebitzgrund/Rothenkirchen.
Kreisoberliga Mitte
Sonntag
15 Uhr
Dipperz/Dirlos – Hilders/Simmershausen (in Dipperz)
Bachrain – FT Fulda
Sickels – Lüder-Schwarzatal
Marbach/Dietershan – Petersberg (in Marbach)
Edelzell/Engelhelms – Bimbach (in Engelhelms)
Pilgerzell – Müs
Margretenhaun – Reulbach/Brand
Borussia Fulda – Hünfelder SV II
Kreisoberliga Süd
Samstag
16 Uhr
Mittelkalbach – Löschenrod
Sonntag
15 Uhr
Grimmstadt – Schweben (in Steinau)
Hosenfeld – Thalau
Rommerz – Weyhers
Vogelsberg – Bellings/Hohenzell (in Lanzenhain)
Welkers – Lauter
Rothemann – Huttengrund
Rückers – Gundhelm/Hutten
Kreisoberliga Nord
Samstag
16 Uhr
Niederaula/Kerspenhausen – Friedewald/Ausbach (Niederaula)
Sonntag
12.30 Uhr
SV Steinbach II – Gudegrund
15 Uhr
Cornberg/Rockensüß – Hohe Luft (in Rockensüß)
Burghaun – Weiterode
Wölf – Rotenburg/Lispenhausen
Michelsrombach/Rudolphshan – Kiebitzgrund/Rothenkirchen (in Michelsrombach)
Haunetal – Eiterfeld/Leimbach II (in Neukirchen)
Dittlofrod/Körnbach – Jossatal
