Nach dem Rücktritt von Marius Ebert hatte der bisherige Torwarttrainer Christian Ruck die Michelsrombacher übernommen. Die Aufgabe hätte dankbarer sein können – mittlerweile steht das Team auf dem letzten Tabellenplatz und liegt elf Punkte hinter dem Relegationsrang bei noch sieben Spielen. Vom Klassenerhalt spricht offen niemand mehr, auch selbst macht sich die Mannschaft keinen Druck, sondern wolle sich bis Saisonende ordentlich präsentieren. „Wir machen es wie die Eichhörnchen und wollen noch ein paar Punkte hamstern, dann schauen wir, für was es reicht“, sagt Ruck, der den Willen keinem absprechen kann: „Wir geben 90 Minuten Gas, schießen Tore, verteidigen gut, und unterm Strich fehlt der Lohn“.
Bezeichnend war vergangene Woche das wilde 4:5 im Derby gegen Kiebitzgrund/Rothenkirchen: Viermal führte der Gegner, viermal glich Michelsrombach/Rudolphshan wieder aus. Dann entschied ein „blödes Gegentor“ kurz vor Schluss. „Die Mannschaft wollte. Es gab vorher nicht viel Positives, aber da kam so ein Derby vielleicht richtig, wo der Tabellenplatz auch egal ist“, schildert Ruck. Am Ende stand die SG erneut mit leeren Händen da.
Eine Woche zuvor musste sogar das wichtige Spiel in Gudegrund wegen Personalmangel abgesagt werden. Ruck ärgert sich: „Das hat es einmal gegeben. Ich glaube, das war auch das erste Mal in der Geschichte bei uns. Aber so verabschieden wir uns nicht. Wir wollen spielen und noch so viele Punkte sammeln wie möglich, von Woche zu Woche“, stellt der Trainer klar.
Nach Kiebitzgrund/Rothenkirchen kommt nun Steinbach II am Donnerstag – und nach Ostern das nächste Heimspiel gegen Haunetal. Noch ist nicht alles verloren, und das will der Tabellenletzte nutzen. „Wir tun was, können konditionell mithalten und die Gegner fordern“. So soll es nun ein besseres Ergebnis geben als beim 0:5 im Hinspiel in Steinbach – zumindest spielt das Hessenliga-Team des SVS parallel. Womit Ruck allerdings etwas hadert, ist der Trainingsbetrieb. „Es ist ein allgemeines Problem, egal mit welchem Trainer oder Verantwortlichen man spricht: Die Beteiligung könnte besser sein“. Seinem Team habe er das klargemacht, und denkt, „wenn wir immer 70 bis 80 Prozent im Training der Mannschaft hätten, würden wir nicht da stehen, wo wir stehen. Ich kenne das von früher noch anders, aber die Zeiten haben sich auch geändert“.
Im zweiten Donnerstags-Spiel der KOL Nord empfängt die SG Gudegrund parallel die SG Haunetal. Beide erarbeiteten sich zuletzt ein kleines Polster auf den Abstiegsrelegationsplatz – der Sieger darf aufatmen.
Kreisoberliga Nord
Donnerstag
19 Uhr
Gudegrund – Haunetal (in Niedergude)
Michelsrombach/Rudolphshan – SV Steinbach II (in Michelsrombach)
