Die Bausubstanz der Gebäude muss von Grund auf instandgesetzt werden. In diesem Zuge wird auch die Technik zeitgemäß modernisiert, um den Gebäudekomplex in seinem barocken Umfeld zukunftssicher für die kommenden Jahre zu machen. „Die Sanierung historischer Gebäude stellt besondere Herausforderungen dar, die sich deutlich von Neubauprojekten unterscheiden“, erklärt die Pressestelle des Bistums Fulda: „Die Voruntersuchungen und Bauteilöffnungen sind wichtig, um den Zustand der historischen Baukonstruktionen zu verstehen und ein individuell angepasstes Instandsetzungs- und Restaurierungskonzept zu entwickeln.“ Diese Untersuchungen würden wertvolle Erkenntnisse über den Bestand und helfen, Planungs- und Kostensicherheit zu gewinnen.
So musste in einem Bereich zum Beispiel schon umgeplant werden. Ursprünglich war der Einbau einer Sole-Wasser-Wärmepumpe geplant. Die Auswertung der Geothermie-Probebohrungen habe aber deutlich ungünstigere Bodenverhältnisse als ursprünglich angenommen ergeben, so die Pressestelle. Deshalb nehme das Bistum von dem Einbau Abstand. „Alternativ werden derzeit Luft-Wasser-Wärmepumpen und Pelletheizungen geprüft, kombiniert mit einer Spitzenlastabdeckung über Gasbrennwertkessel“, führt die Pressestelle weiter an und versichert: „Eine Energieversorgung mit einem regenerativen Anteil von mindestens 65 Prozent wird weiterhin angestrebt, eine regenerative Abdeckung des Energiebedarfs bis zu 90 Prozent bleibt weiterhin das Ziel.“
Abbrucharbeiten und Schadstoffsanierung ab Herbst
Aktuell befindet sich die Sanierung des Konventsgebäudes und des Hörsaalgebäudes der Theologischen Fakultät noch in der Entwurfsplanung. Diese soll nach derzeitigem Stand bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. In den vergangenen Monaten hat das Bistum Fulda dazu Vorabstimmungen mit verschiedenen Behörden durchgeführt, darunter das Landesamt für Denkmalpflege und das Amt für Vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz. „Zudem wurden Voruntersuchungen im Bereich der Architektur und Haustechnik vertieft und ausgewertet“, heißt es aus der Pressestelle. Die ersten vorbereitenden Maßnahmen, wie zum Beispiel das Ausräumen von Mobiliar und anderen Einrichtungsgegenständen aus dem Konventsgebäudes, wurden bereits durchgeführt. „Ein Teil der Ausstattung wurde zwischengelagert, andere Teile an Bildungs- und Gästehäuser des Bistums abgegeben oder über die gemeinsame Hilfs-AG des Bistums, der Caritas und der Malteser in die Ukraine gespendet. Historische Kunstwerke wurden durch eine Restaurierungswerkstatt gesichert und zur Zwischenlagerung vorbereitet“, berichtet die Pressestelle weiter.
Die nächsten Schritte umfassen die Vorbereitung der Schadstoffsanierung und Abbrucharbeiten, die im Herbst beginnen sollen. „Diese Maßnahmen werden in mehreren Bauabschnitten über einen längeren Zeitraum umgesetzt“, fügt die Pressestelle an: „Während der Bauphase wird die Theologische Fakultät ihren Betrieb im Gebäude im Spätsommer 2025 einstellen. Die Nutzung der Räumlichkeiten im Konventsgebäude durch die Chöre am Dom, die Bibliothek und das Dommuseum soll aufrechterhalten werden, allerdings ist dabei mit kleineren Einschränkungen zu rechnen.“ Die Dauer der Bauzeit und die mögliche Fertigstellung sind abhängig vom Nutzungskonzept, das derzeit überarbeitet und mit den zuständigen Gremien abgestimmt werde. „Die aktuellen Sanierungsarbeiten dienen dem Erhalt und der Vorbereitung der Gebäude. Die Maßnahmen sind notwendig, um die Bausubstanz zu sichern und die Gebäude technisch zu modernisieren“, erklärt die Pressestelle. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme hatte das Bistum im August vergangenen Jahres wie folgt aufgeschlüsselt: Für die notwendigen Maßnahmen an der Gebäudehülle, der technischen Erschließung, dem Wärmeschutz und dem Brandschutz sind zwei Millionen Euro veranschlagt. Rückbaumaßnahmen sowie die Schadstoffsanierung erfordern eine Millionen Euro. Weitere, bauwerkserhaltende Arbeiten (neues Treppenhaus, Heizungsanlage, Brandabschnittbildung) sind mit 4,5 Millionen Euro budgetiert. Im Bereich Photovoltaik, grundlegende Dachsanierung und Blitzschutz muss mit 5,5 Millionen Euro kalkuliert werden. An dieser Kalkulation habe sich bis heute nichts geändert.
Mehr zu dem Thema:
Sanierungsarbeiten am Konventsgebäude und der Fakultät starten
