Lokales FD 14.04.2025

Jesus und die Polizei – Fuldaer Gespräche über Sicherheit – Fotos

Fulda (as) – Spannender Austausch über Glauben und öffentliche Ordnung: Am Sonntag feierte das neue Gottesdienstformat „Fuldaer Gespräche“ in der Christuskirche Premiere. Zum Auftakt hatte Dekan Dr. Thorsten Waap den Polizeipräsidenten von Osthessen, Michael Tegethoff, sowie den Landtagsabgeordneten und Polizeibeamten, Thomas Hering, eingeladen, um über den Dienst-Alltag in der Polizei sowie aktuelle Herausforderungen beim Thema Sicherheit zu sprechen.

Von links: Dr. Thorsten Waap, Thomas Hering, Michael Tegethoff und Claudia Pfannemüller. Foto: Andreas Schellenberg

In einem kurzen Interview befragte Waap den Polizeipräsidenten zu dessen Werdegang und der Arbeit im Polizeipräsidium Osthessen. Tegethoff erzählte, dass die polizeiliche Laufbahn für ihn schon in Kindertagen ein Traumberuf gewesen sei: „Ich will eintreten für Gerechtigkeit und Sicherheit.“ Der Alltag im Büro sei sehr abwechslungsreich und verlaufe selten wie gedacht, stellte der Polizeipräsident fest. Ihm mache es aber weiterhin sehr viel Spaß und er sei stolz, die 1100 Mitarbeitenden nach außen hin zu vertreten. Es sei immer wieder ein schönes Gefühl, wenn die Kolleginnen und Kollegen sich mit Herzblut einsetzen würden, um Straftagen aufzuklären. Daneben berichtete Tegethoff auch von schwierigen Momenten in seiner Karriere, etwa am 2. Mai 1987, als zwei seiner Kollegen in Hanau ums Leben kamen: „Das begleitet mich heute noch.“ Er lobte daher die Notfallseelsorge für die Polizei als wichtiger Faktor einer „funktionierenden Sicherheitsarchitektur.“ Der Polizeipräsident machte im Gespräch mit Waap deutlich, dass er keine Sonderrechte als Chef genieße: „Ich bin auch schon mal geblitzt worden.“ Er gab außerdem an, James Bond-Fan zu sein.

Das Interview mit Hering führte die Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises, Claudia Pfannemüller. Diese befragte den Landtagsabgeordneten zunächst nach seinem ersten Berufsziel, nämlich dem Studium im Priesterseminar in Fulda. Der Liebe wegen habe sich Hering letztlich gegen das Zölibat entschieden und bei der Polizei angefangen. Zwischen Priester und Polizist gebe es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede, meinte Hering: „Es hat alles mit Menschen zu tun.“ Ein Polizist komme mit Menschen aus allen Schichten in Kontakt und erlebe viele stressige Situationen, mit denen er umgehen müsse. Diese Erfahrung würde dem Landtagsabgeordneten bei seiner aktuellen politischen Tätigkeit helfen, ein „Sprachrohr für die Gesellschaft“ zu sein. Die politische Arbeit sei sehr kommunikativ von Terminen, Absprachen, Arbeitskreisen und Ausschuss-Sitzungen geprägt. In einer schnellen Fragerunde teilte Hering mit, Arminia Bielefeld-Fan zu sein und Uneinsichtigkeit nicht ausstehen zu können. Für Tegethoff war beim Fußball die Eintracht Frankfurt der Favorit, Schwierigkeiten habe er mit Unzuverlässigkeit. Einig waren sich die beiden Gäste mit Blick auf die Gesellschaft: „Der Mensch ist gut.“

In einer weiteren Talkrunde sprachen Tegethoff und Hering mit Waap und Pfannemüller über die Sicherheit in Osthessen, die statistisch sehr hoch sei. Das stimme aber nicht mit der individuellen Wahrnehmung bei Vielen überein, so Tegethoff. Im Gespräch folgte ein Austausch über andere gesellschaftliche Herausforderungen und die Rolle der Polizei. Für die musikalische Begleitung sorgte ein Gospelchor. In der Predigt berichtete Waap von dem Verhältnis von Jesus und der „Polizei“, als den Soldaten und Tempelwachen in Jerusalem. Dieses werde in der Bibel grundlegend positiv beschrieben. Jesus habe die goldene Regel gepredigt: „Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.“

Auftakt der Fuldaer Gespräche. Fotos: Andreas Schellenberg