Lokales FD 09.04.2025

Interessante Einblicke ins Kalbacher Abfall-Entsorgungs-Zentrum

Kalbach (sk) – In einem sachkundigen, aber auch kurzweiligen Vortrag, informierte Claus-Dieter Blachnik (Leiter Abfallwirtschaft beim Landkreis Fulda) die Mittelstandsvereinigung der CDU für den südlichen Landkreis über Historie, Gegenwart und Zukunft beim Müll und seiner Entsorgung. Eine Besichtigung der Deponie mit der dort nötigen Infrastruktur und Technik folgte.

Von links: Claus Blachnik und Christopher Gärtner. Foto: Stefan Krug

Nach Kalbach wird der Hausmüll seit 1982 gebracht, anfangs bis zu zwei Millionen Tonnen im Jahr. Ein Einschnitt gab es dann 2005, so Blachnik: „Damals hatten wir gedacht, das Abfallzentrum Kalbach ist ein totgeglaubtes Objekt, weil laut Abfallwirtschaftsgesetz sämtlicher Müll verbrannt werden soll. Es will aber dann doch nicht alles abbrennen.“ Wobei „faktisch nur noch Steine und Asche abgelagert werden dürfen“. Die neue Gesetzeslage führte auch zu einer erheblichen Verkleinerung der ursprünglich geplanten und genehmigten Fläche. Anstelle eines Müllbergs entsteht dort jetzt in den nächsten Jahrzehnten nur noch eine Abflachung mit Erdaushub im ehemaligen Basaltsteinbruch.

Kurzfristig kam es 2005 zu „einem Riesen-Chaos“, weil es keine Möglichkeit der Verbrennung gab. Für den Fuldaer Müll wurden verfügbare Anlagen in ganz Deutschland angefahren, von Dresden bis Ingolstadt. Gekostet hat die Deponie in Kalbach bisher 40 Millionen Euro, dieselbe Summe ist noch einmal zu erwarten, bis sie endgültig stillgelegt wird. Wurde ursprünglich von 30 bis 40 Jahren als Nachsorgezeit nach der letzten Beschickung ausgegangen, rechnen die Verantwortlichen heute mit 100 Jahren.

Ein Thema, dass jeden betrifft sind die Müllgebühren. Zusammenfassend meinte Blachnik: „Der Landkreis Fulda liegt immer noch auf niedrigem Niveau im bundesweiten Vergleich. Aber die Gebühren werden steigen und sie werden überall steigen.“ Neben ständig steigenden rechtlichen Anforderungen, so ist Erdaushub mit Gras dabei aufgrund des enthaltenen organischen Materials Sondermüll und jeglicher Bauschutt auch in kleinen Mengen muss einzeln untersucht werden auf Schadstoffe, ist dabei die CO2-Abgabe ein nicht unwesentlicher Faktor. Diese werde nicht überall in Europa auf Müll erhoben, auch weil sie für die meisten Stoffe schon einmal angefallen war. Für die diesjährige Steigerung der Gebühren um rund 20 Prozent im Kreis war sie aber die Hauptursache mit geschätztem finanziellem Aufwand in diesem Jahr von 1,6 Millionen Euro. 2027, also in zwei Jahren, wird sie schon fünf Millionen Euro betragen. Berechnungen des Umweltbundesamtes empfehlen sie sogar in einem Umfang, der für den Abfallverband rund 20 Millionen Euro jährlich betragen würde.

Vom Vorstand der Mittelstandsvereinigung Fulda Süd bedankte sich Christopher Gärtner mit „Königreich-Wein“ aus Flieden bei Claus-Dieter Blachnik für die Führung: „Umwelt-, Natur- und Klimaschutz werden immer wichtiger in unserem Leben und dazu leistet das Abfall-Entsorgungs-Zentrum einen wichtigen Beitrag.“ Blachniek bedankte sich für die große Gruppe mit hohem Interesse während der Veranstaltung und lud auch andere Gruppen ein, die Deponie zu besichtigen und sich einen Eindruck zu verschaffen, wohin die Müllautos erst einmal fahren.

Infos: https://www.landkreis-fulda.de/buergerservice/abfallwirtschaft

Besichtigung des Kalbacher Abfall-Entsorgungs-Zentrums. Fotos: Stefan Krug