Die SG Johannesberg hat sich gefangen: Nach dem 0:3 in Freiensteinau und dem Remis gegen Lütter wurden „klare Worte“ in der Kabine gesprochen, so Trainer Meik Voll: Die Reaktion seiner Mannschaft stimmte – drei Siege ohne Gegentor später ist die SGJ wieder voll im Titelrennen dabei. Der Auftakt war nicht gut, natürlich hatte uns auch Ende der Vorbereitung die Krankheitswelle getroffen, aber wir mussten das ansprechen“, so Voll: „Aber wenn irgendwann zufrieden wäre, kann man mich austauschen“, schmunzelt der Coach. Hadern muss Voll weiterhin mit unklaren Personalien – trotz 17 Mann im Abschlusstraining vergangene Woche waren letztlich nur zwei Ersatzspieler in Neuenstein (5:0) mit dabei.
Pünktlich zum Spitzenspiel habe seine SGJ nun dennoch gezeigt, „zu was die Mannschaft im Stande ist“. Die Johannesberger, die punktgleich in der Spitzengruppe mit Schlüchtern und Oberzell liegen und auch im Pokal noch vertreten sind, hätten sich darauf verständigt, „uns nicht damit zu beschäftigen, was unter dem Strich rauskommen kann. Sondern wir denken nu von Spiel zu Spiel“, betont der Trainer. Die 40-Punkte-Marke ist geknackt, besser als in der Vorsaison ist die SGJ auch, das sei nach dem Umbruch schon erwähnenswert. Trotzdem ist nun alles bereitet für ein tolles Spitzenspiel in Johannesberg, zu dem die SG Schlüchtern – bei einem Erfolgserlebnis am Freitag gegen Bebra – als „echter“ Tabellenführer reisen könnte.
„Wir spielen zuhause und wollen dem Publikum natürlich auch etwas bieten“, so Voll, der aber um die Stärken des Gegners weiß und ein hochkarätiges Duell erwartet: „Schlüchtern hat die beste Defensive der Liga, Torwart und Innenverteidigung sind schon ganz hohes Niveau. Aber wir wollen dafür sorgen, dass sie sich auch an uns die Zähne ausbeißen müssen“, ruft Voll zum Schach auf grünem Rasen mit Trainerkollege Drews auf. Die zweitbeste Offensive prallt auf die beste Abwehr – in Volls bisherigen beiden Duellen mit der SGS konnte sich Johannesberg jeweils auswärts knapp durchsetzen. „Diese kleine Serie wollen wir natürlich halten“. Im Hinspiel gab es eine von erst zwei Saisonniederlagen der Schlüchterner, die eine 1:0-Führung herschenkten – und das gibt es nun wirklich nicht oft. „Beide Mannschaften haben starke Einzelspieler und funktionieren im Kollektiv, sind ähnlich aufgebaut“, so Voll weiter, der von einer „super spannenden Liga“ schwärmt. Welche Rückschlüsse sich daraus ziehen lassen, dass die Tabellenführer der Kasseler Staffeln aus Willingen (61 Punkte) und Eintracht Baunatal (56 Punkte) im Vergleich zu den besten Fuldaer Teams (42 Punkte) ganz anders dastehen, überlässt er jedoch den Fans.
Vor dem Spitzenspiel ist die SG Schlüchtern bereits am Freitagabend gegen Bebra gefordert – und es hat sich hoher Besuch angekündigt: Beim Kreisehrenamtsabend im vergangenen November war Dr. Axel Poth als neues Verbands-Präsidiumsmitglied zu Gast, Schatzmeister Andre Stenda musste aus beruflichen Gründen passen. Der Bürgermeister aus Hohenroda löst nun aber sein Versprechen ein: „Unser Schatzmeister beim HFV, Herr Andre Stenda, besucht unseren Fußballkreis beim Gruppenliga-Spiel der SG Schlüchtern gegen die FSG Bebra“, freut sich Kreisfußballwart Dietmar Pfeiffer über den kurzfristigen Termin, der auch dahingehend passt, dass der Gegner Bebra auch aus Stendas Fußballkreis Hersfeld-Rotenburg kommt. „Wir freuen uns auf einen schönen Fußballabend in Schlüchtern“, so Pfeiffer.
Am Sonntag geht es dann brisant weiter in der Gruppenliga: Im Süd-Duell trifft Oberzell/Züntersbach auf die SG Freiensteinau, die Gäste könnten mit einem Sieg auch nochmal Anschluss an die Spitzenplätze herstellen, wären bei einer Niederlage wohl aus dem Rennen ausgeschieden. Hofbieber (bei der SG Ehrenberg) und Hönebach (in Horas) greifen parallel noch auswärts in den Abstiegskampf ein, wo die letzten fünf Teams aktuell unter sich sind. Elters/Eckweisbach/Schwarzbach und Neuenstein liegen schon vier Punkte vor der Abstiegszone und treffen im direkten Duell aufeinander, der Sieger könnte sich aller verbleibenden Sorgen entledigen.
Gruppenliga
Freitag
19 Uhr
Schlüchtern – Bebra
Sonntag
15 Uhr
Ehrenberg – Hofbieber (in Wüstensachsen)
Großenlüder – Lütter
Oberzell/Züntersbach – Freiensteinau (in Züntersbach)
Kerzell – Künzell
Johannesberg – Schlüchtern
Elters/Eckweisbach/Schwarzbach – Neuenstein (in Elters)
Horas – Hönebach
Bad Soden II – Bebra
