Lokales 24.04.2025

Gewalt gegen Klinikpersonal: Steigende Fallzahlen auf Landesebene

Fulda (fp) – Drohungen und Beleidigungen, bis hin zu körperlicher Gewalt: Personal im Gesundheitswesen, vor allem in Kliniken und Krankenhäusern, sieht sich in den vergangenen Jahren mehr Gewalt ausgesetzt. Das geht aus Statistiken des hessischen Landeskriminalamtes (Hlka) und der Landesärztekammer Hessen hervor.

Symbolfoto: Felix Pillat

Symbolfoto: Pixabay.

Während 2020 noch 182 Fälle mit Tatörtlichkeiten Arztpraxis, Klinik und Krankenhaus vom Hlka registriert worden sind, zählten die Beamten im vergangenen Jahr schon 206. Auch die Zahl der Opfer ist gestiegen: Von 216 (2020) auf 221 (2024). Genaue Gründe für die steigenden Fallzahlen könnten die Beamten nicht geben, räumt die Pressestelle des Hlka ein, dennoch hätten Krankenhäuser kumulierende Eigenschaften, die gewalttätiges Verhalten begünstigen. „Sofern mehrere Risikofaktoren zusammentreffen, erhöht sich die Gefahr, dass Personen gewalttätig reagieren. Das Risiko für Übergriffe in Kliniken ist besonders groß, bei Kontakt zu Personen, die zu Aggressionen neigen oder die unter Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss stehen, beispielsweise aggressive Patienten in Notaufnahmen von Kliniken“, heißt in einem Statement: „Psychische Erkrankungen, Ängste oder falsche Erwartungen oder Fehleinschätzungen auch bezüglich der Dienstleistung können weitere Risikofaktoren darstellen.“ Regionen wie Marburg, Offenbach und Frankfurt seien mit Fallzahlen im niedrigen zweistelligen Bereich tendenziell häufiger betroffen, wobei in Frankfurt rund doppelt so viele Vorfälle verzeichnet würden, als in anderen Städten.

Auch die Landesärztekammer geht von einem Anstieg der Gewalt in den vergangenen Jahren aus. Über einen anonymen Online-Meldebogen kann Klinikpersonal in Hessen Vorfälle von aggressivem Verhalten oder Gewalt einreichen. Neben reiner Dokumentation soll damit auch Gewaltprävention gestärkt werden. Seit 2019 hätte die Landesärztekammer insgesamt 403 Meldungen verzeichnet, berichtet die Pressestelle. „Die Mehrheit der Meldungen stammt aus dem Gebiet der Allgemeinmedizin (32 Prozent), gefolgt von der Psychiatrie und Psychotherapie (18 Prozent). Zehn Prozent sind in der Inneren Medizin und jeweils acht Prozent in den Gebieten Kinder- und Jugendmedizin sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe dokumentiert“, berichtet die Pressestelle weiter: „In den meisten Fällen sind die Melderinnen und Melder im ambulanten Bereich tätig (79 Prozent), gefolgt vom stationären Bereich (19 Prozent) sowie sonstigen Bereichen in zwei Prozent der Fälle. Aggressives Verhalten richtet sich gegen die Ärzteschaft selbst (76 Prozent) oder gegen ihre Mitarbeitenden (54 Prozent).“ Die große Mehrheit der Vorfälle seien dabei „Beleidigung oder Beschimpfung“ (76 Prozent) sowie „Bedrohung oder Einschüchterung“ (66 Prozent), heißt es in dem Statement weiter: „Acht Prozent berichten über Rufschädigung in Form von Falschaussagen auf Ärzteportalen im Internet, gefolgt von körperlicher Gewalt in leichterer Form (zum Beispiel: Schubsen, Bedrängungen, Festhalten) in 13 Prozent der Fälle.“