Für die besondere Veranstaltung war der sonst verschlossene Apfelgarten ausnahmsweise für Interessierte zugänglich. Die Zuschauenden folgten gespannt den einzelnen Erzählungen in den Szenen und erhielten Informationen über die historische Überlieferung. Dabei ging es „um Gott und die Welt“ in den Darstellungen, von den Erlebnissen des Königs Barbarossa bis hin zu dem Alltag der einfachen Mägde. Die Zeitspanne reichte von 1084 bis in die 1920er Jahre hinein. Die Darstellerinnen und Darsteller erzählten etwa die Geschichte von Barbarossa in 1084 bei Gelnhausen, wo dieser überfallen wurde. Um den 30-jährigen Krieg ging es in der Szene aus dem chelmenroman Simplicissimus Teutsch von Christoph von Grimmelshausen. Die Gäste im Apfelgarten hörten außerdem die Geschichte des Polengänger-Hannes, einem Räuber zur Zeit der napoleonischen Kriege, der in Hessen-Nassau aktiv war. Der bayerische König Ludwig I. und seine Frau Therese standen in der nächsten Szene im Mittelpunkt. Weiter ging es mit den Berichten von drei Marketenderinnen über lange Fußmärsche, um etwas Geld zum Überleben zu verdienen. Über die Beziehung und das Zusammenleben von Juden und Christen drehte sich die Szene eines Mädchens in den 1920er Jahren, die als „Schabbes-Goje“ in jüdischen Haushalten wichtige Arbeiten am Sabbat übernahm.
