Die gefährliche Vogelgrippe habe hier in Osthessen noch keinen Einzug gehalten, erklärt Christof Greis, Inhaber und Betreiber des Hühnerhofs Lüttertal in Welkers: „Wir hatten hier noch keinen Fall. Soweit ich weiß, sind in Hessen nur vereinzelt Fälle aufgetreten.“ Seine Eier seien also in Ordnung und bereit für Ostern, wo die Nachfrage wieder nach oben schießen werde, so Greis: „Wir haben die gleiche Menge, wie jedes Jahr.“
Ähnlich sieht es beim Edeka Hahner in Künzell aus. „Wir haben bei verschiedenen Lieferanten Vordispositionen getroffen, die wurden uns auch fest zugesprochen“, erklärt Inhaber Dieter Hahner und verspricht: „Wir sind gut versorgt und werden die übliche Menge an Eiern zu Ostern haben.“ Natürlich könne es immer zu Verknappungen kommen, aber für die kommenden Wochen sei dies „nicht zu erkennen“, führt er weiter aus, ergänzt aber mit Blick auf die USA: „Natürlich muss man das perspektivisch sehen, wie es in der Zukunft weitergeht. Der Eiermarkt ist derzeit sehr angespannt.“ So könne es in der Zukunft zu Engpässen oder zu Preissteigerungen kommen.
Generell sei die Nachfrage nach Eiern bereits das ganze Jahr sehr hoch, berichtet Alexandra Bleuel, Inhaberin des Geflügelhofs Bleuel in Fulda: „Der Pro-Kopf-Verbrauch ist weltweit gestiegen.“ Vor Ostern nehme dies natürlich noch zu. „Wir haben am Tag circa 5000 Eier im Angebot. Und vor Ostern sind die Regale dann leer“, meint sie. Der Geflügelhof verkaufe nicht nur an Endverbraucher, sondern beliefere auch Wiederverkäufer, wie Supermärkte und Gastronomien: „Die würden gerne mehr bestellen. Teilweise wollen die das Doppelte oder das Dreifache. Aber es gibt einfach nicht mehr.“ Aufgrund der Knappheit werden die Preise im Geflügelhof zum 1. April leicht angehoben werden müssen, so Bleuel: „Wir rechnen mit circa zwei Cent mehr pro Ei.“
Selbst bei kleinen Betrieben ist die Knappheit langsam zu spüren. So beispielsweise beim Biohof Gebhardt in Bad Soden-Salmünster. „Die Nachfrage ist definitiv höher als zuvor“, führt die ehemalige Betreiberin Barbara Gebhart, deren Sohn nun den Hof leitet. Lachend fügt sie aber hinzu: „Das war zu Ostern immer schon knapp. Wir mussten da teilweise ein Schild an den Hofladen hängen, dass es keine Eier mehr gibt.“ Auf dem Biohof sind über 250 Hühner zu finden. Diese würden circa 200 bis 220 Eier am Tag produzieren, so Gebhardt. Doch die Nachfrage nach Eiern sei meist höher: „Das verstehen die Leute oft nicht. Nur weil Ostern ist legen die Hühner ja nicht mehr Eier“, teilt sie mit einem Augenzwinkern mit. Auch hier würden die Preise künftig steigen müssen, räumt sie ein: „Wann wir das machen, wissen wir aber noch nicht.“
