Fußball 20.04.2025

Frauen-Hessenliga – Rot nach fünf Minuten und spätes 1:1 im Derby

Lütter (pf) – 85 Minuten in Unterzahl war Lütter am Samstag im Derby der Frauenfußball-Hessenliga. Dennoch kam die TSG kurz vor Schluss noch zu einem 1:1 (0:1) gegen den TSV Pilgerzell, in einem rassigen und körperlichen, aber keinesfalls unfairen Prestigeduell.

Anna Sophia Wilde (vorne) und der TSV Pilgerzell brachten die Führung in Überzahl bei der TSG Lütter nicht über die Zeit. Foto: Christine Görlich

Ärgern musste sich abermals der abstiegsbedrohte TSV Pilgerzell, der schon vor zwei Wochen gegen Spitzenteam Haitz lange führte und am Ende mit leeren Händen dastand. Nun war es ein Eckball fünf Minuten vor Schluss, den Lütters Verena Faulstich am langen Pfosten zum 1:1 verwandelte und damit Pilgerzell den Sieg kostete. „Wir haben wieder ganz viel wegverteidigt, aus dem Spiel heraus kaum etwas zugelassen. Umso bitterer ist es dann, wenn wir wieder kurz vor Schluss das Gegentor nach einem Standard kriegen“, ärgerte sich TSV-Trainer Moritz Reith über den verpassten Derbysieg und sprach seinen Spielerinnen eine starke kämpferische Einstellung aus: „Sie haben sich in alles reingeworfen. Es war robust und körperlich, aber nicht unfair“.

Schon nach fünf Minuten ereignete sich am Sauerbrunnen eine Schlüsselszene: TSG-Torhüterin Lea Schaab stürmte raus und kam zu spät gegen Xenia Lüdtke, die zuerst am Ball war. Außerhalb des Strafraums bedeutete das eine Rote Karte, zumindest hatte Lütter mit Eva Lohmann noch eine zweite Torfrau dabei und konnte tauschen. Trainer Sebastian Groß musste bemerken, „dass uns der Platzverweis irgendwie aufgeweckt hat. Wir haben die ersten Minuten verschlafen, aber dann waren wir drin im Spiel, hatten viel den Ball und die Räume“. Allerdings fehlte es vorne an Genauigkeit, und dann bestrafte Pilgerzell hinten einen Ballverlust der TSG – Lüdtke traf zur Gästeführung.

„Das war ein bisschen der Killer für uns“, bedauerte Groß. Danach spielte die TSG Lütter nicht mehr so gut auf, „viel Kraut und Rüben, ohne Mut“, beschrieb der Trainer. In de Halbzeitpause stellte Lütter etwas um, kam wieder besser aus der Kabine, doch die Unterzahl war anzumerken. „Pilgerzell hatte noch ein, zwei Konter, hat aber das zweite Tor verpasst“, so Groß. Auch Gäste-Coach Reith musste den vergebenen Chancen hinterhertrauern: „Wenn wir die Angriffe besser herausspielen, ist hier mehr drin. So war das 1:1 am Ende vielleicht nicht unverdient“.

Pilgerzell bleibt damit im Abstiegskampf der Hessenliga, aber ein paar Punkte vor der Abstiegszone. Lütter geht personell am Zahnfleisch, nun fehlt auch noch Schaab gesperrt und Verena Faulstich knickte um. Am Ostermontag (15 Uhr) will die TSG das Hessenpokal-Heimspiel gegen Regionalligist Wetzlar dennoch gut bestreiten und lange offenhalten. „Es ist ein Zusatzspiel für uns. Wir schauen, was drin ist“, so Trainer Groß.

Lütter: Schaab; Beck, Bahr, Reith, Heller, Grosser, Schöppner (6. Lohmann), Martens (56. Hahn), Klaus (83. Pankow), Faulstich, Bott.

Pilgerzell: Herbert, Bösch, L. Groß, McGilvray, Leonangeli, Steinert (51. Hartwig, 76 E. Barth), Schad (45. Happ), Schlott, Krug, Wilde, Lüdtke.

Schiedsrichter: Oliver Romanow (Petersberg)

Tore: 0:1 Xenia Lüdtke (27.), 1:1 Verena Faulstich (87.)

Zuschauer: 150

Rote Karte: Lea Schaab (Lütter, 5.) – wegen Notbremse