HIGH NOON – 1952
High Noon von Fred Zinnemann erzählt die Geschichte des Marshals Will Kane (Gary Cooper), der sich allein einem rachsüchtigen Verbrecher und dessen Bande stellen muss. Am Tag seiner Hochzeit erfährt Kane, dass der von ihm einst verhaftete Frank Miller (Ian MacDonald) mit dem Mittagszug in die Stadt zurückkehrt, um sich zu rächen. Während die Zeit unaufhaltsam verrinnt, bittet Kane die Stadtbewohner um Hilfe – doch aus Angst o-der Gleichgültigkeit der Bewohner bleibt er auf sich allein gestellt. In einem packenden Showdown stellt er sich schließlich der Bedrohung.
Als Klassiker des Western-Genres setzte High Noon mit seiner ungewöhnlich realistischen Erzählweise und der Echtzeit-Dramaturgie neue Maßstäbe. Der Film kann als politische Allegorie auf die McCarthy-Ära verstanden werden, in der viele Filmschaffende unter Druck gesetzt wurden. Gary Coopers oscarprämierte Darstellung und Dimitri Tiomkins markante Musik trugen maßgeblich zur Wirkung des Films bei, der bis heute als einer der besten Western aller Zeiten gilt. Die Vorführungen von „High Noon“ werden unterstützt vom Kino35, Fulda.
JOUR DE FÊTE – 1947
Der Film wird am Samstag, den 19. April um 14.30 Uhr präsentiert. Der Postbote François (Jacques Tati) wird von den Bewohnern des fiktiven Dörfchens Folainville, in dem gerade das jährliche Dorffest stattfindet, für seine langsame Zustellung aufgezogen, während in den USA die Post bereits mit Flugzeugen und Helikoptern zuge-stellt würde. François versucht nun mit ‚modernen‘ Methoden seinem neuen Motto der „Rapidité“ (Geschwindigkeit) gerecht zu werden. In einer „Mischung aus Ernst und Lachen und Absurditäten“ (Franz Erhard Walther) führt Tati die vermeintlichen Errungenschaften der Moderne und ihr Rationalisierungsstreben ad absurdum.
Ironischerweise war auch der Film selbst seiner Zeit voraus: „Tati’s Schützenfest“ ist als erster französische Farbfilm im aufwändigen Thomson Color-Verfahren gedreht:
Der in drei Farben auf drei Filmrollen gedrehte Film musste im Kino von drei Filmprojektoren übereinander projiziert werden. Dies konnte damals kaum ein Kino leisten, sodass das „Schützenfest“ nur in schwarz/weiß gezeigt wurde – Tati hatte mit einer zusätzlichen Kamera die schwarz/weiß-Aufnahmen gemacht. Erst in den 1990er Jahren wurde der Film so überarbeitet, dass er auch in Farbe gezeigt werden konnte.
LE DEJEUNER SUR L’HERBE – 1959
Der Film wird am Sonntag, den 27. April um 14.30 Uhr präsentiert. Der Wissenschaftler Etienne (Paul Meurisse) will die Menschheit durch künstliche Befruch-tung veredeln, trifft allerdings bei einem Picknick im Grünen die schöne Bauerntocher Na-nette (Catherine Rouvel), welche ihn zur natürlichen Liebe zurückführt. Satirisch und hu-morvoll setzt Renoir den Intellektualismus und das Streben nach Fortschritt einem roman-tisierten Naturbild gegenüber.
Der damals 65-Jährige Jean Renoir, Enkel des impressionistischen Meisters Jean- Auguste Renoir (1841–1919), schuf mit dem „Frühstück im Grünen“ nicht nur eine Hommage an Édouard Manets (1832–1883) gleichnamiges Gemälde von 1863 sondern vor allem ein oft übersehenes filmisches Meisterwerk, dessen Thema auch heute.
