Die Vorführungen sind im regulären Eintrittspreis von sechs Euro beziehungsweise vier Euro ermäßigt enthalten, Personen bis einschließlich 25 Jahre erhalten freien Eintritt.
Ladri di Biciclette – 1948 – Am 3. Mai um 14.30 Uhr
„Ladri di biciclette“ wird für seine realistische Darstellung des Lebens in der Nachkriegszeit gefeiert. Regisseur Vittorio De Sica verwendet nicht-professionelle Schauspieler und authentische Locations, um eine ehrliche Darstellung der sozialen Probleme zu schaffen. Der Film hat den Neorealismus als bedeutende Strömung im italienischen Kino etabliert.
Antonio (Lamberto Maggiorani), ein arbeitsloser Mann im Nachkriegsitalien, findet endlich einen Job, für den er jedoch ein Fahrrad benötigt. Als ihm dieses gestohlen wird, begibt er sich mit seinem Sohn Bruno (Enzo Staiola) auf eine verzweifelte Suche, um es zurückzubekommen. Der Film zeigt die Herausforderungen des Lebens in der Armut und die Beziehung zwischen Vater und Sohn inmitten einer rauen Realität.
Werbefilme von Hans Fischerkoesen – Am 10. Mai um 14.30 Uhr
Die in den 1950er Jahren geschaffenen Werbefilme Hans Fischerkoesens, der bekannt ist als Pionier des deutschen Animationsfilms, knüpfen nach dem Zweiten Weltkrieg an seine innovativen Arbeiten der 1940er Jahre an. Mit ihnen brachte er modernisierte Animationstechniken in die westdeutsche Werbelandschaft ein. Seine Filme kombinieren künstlerische Raffinesse mit humorvollen und eleganten Inszenierungen, die dem Wirtschaftswunder-Zeitgeist entsprechen. Besonders bemerkenswert ist sein Einsatz der Tiefenillusion, der fließenden Bewegungen und der charmanten Charakteranimation, die seine Arbeiten stilistisch von zeitgenössischen Produktionen abheben. Fischerkoesens Werbefilme prägten die visuelle Sprache der frühen westdeutschen Werbung und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Animationsästhetik im Nachkriegsdeutschland. Seine Werke stehen für den Übergang von handwerklicher Perfektion zu industrieller Werbeproduktion und beeinflussten nachfolgende Generationen von Trickfilmkünstlern.
Les Bas-Fonds – 1936 – Am 17. Mai um 14.30 Uhr
Basierend auf Maxim Gorkis gleichnamigen Stück von 1902 verlagert Renoir „Les Bas-Fonds“ in die französische Hauptstadt und schafft ein herausragendes Beispiel für die sozialkritische Phase des französischen Films der 1930er Jahre. Insbesondere Renoirs Fähigkeit, komplexe Charaktere in einem sozialen Kontext zu präsentieren, zeichnet den Film aus.
„Les Bas-Fonds“ spielt in einem Pariser Nachtasyl, in dem gescheiterte Existenzen Zuflucht suchen. Der Film konzentriert sich auf die Interaktionen zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwanken: Sie schließen Allianzen und beginnen Liebesbeziehungen, verraten und betrügen sich. Renoir thematisiert die sozialen Ungleichheiten und die Suche nach Spuren der Menschlichkeit mit großer Solidarität und Empathie.
La Belle et la Bête – 1946 – Am 25. Mai um 14.30 Uhr
Jean Cocteaus "La Belle et la Bête" (1946) erzählt die romantische Geschichte von Bella (Josette Day), die sich freiwillig in die Gefangenschaft eines verwunschenen Biests (Jean Marais) begibt, um ihren Vater zu retten. Mit der Zeit entwickelt sich Liebe zwischen den beiden, was den Fluch bricht und das Biest in einen Prinzen verwandelt.
Filmhistorisch gilt Cocteaus Werk als Meilenstein des französischen Poetischen Realismus und als einflussreicher Beitrag zum Fantastischen Kino. Die innovative Nutzung von Licht, Schatten, und Spezialeffekten, wie die "lebenden" Objekte im Schloss, inspirierte nachfolgende Filmemacher und unterstreicht die künstlerische Verbindung von Film und Märchen.
Mon Oncle – 1958 – Am 31. Mai um 14.30 Uhr
Der Junge Gerard (Alain Bécourt) langweilt sich mit seinen Eltern in einem sterilen Haus in einem modernen Vorort. Der Alltag wird von den modernsten Apparaturen und Maschinen unterstützt, die jedoch nicht immer sonderlich störungsfrei sind. Oft trifft sich Gerard mit seinem Onkel, Monsieur Hulot (Jacques Tati), der ein liebenswerter Kauz ist und allerlei Unsinn mit Gerard anstellt. Die Konfrontation zwischen den traditionellen Werten Hulots und dem mechanisierten Alltag seiner Verwandten führt zu einigen komischen Situationen.
„Mon Oncle“ wurde mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet und gilt als eines von Tatis bedeutendsten Werken. Der Film kombiniert visuelle Komik mit einer scharfen sozialen Kritik an der modernen Konsumgesellschaft. Tati entwarf hierfür ein ausgeklügeltes Konzept, dass die ‚alte‘ und ‚neue‘ Welt visuell scharf voneinander trennt. In Tatis erstem in Farbe gezeigten Film wird dieser Kontrast auch in der gegensätzlichen Farbigkeit der schrillen Moderne beziehungsweise des warmen Hauses Hulots deutlich.
