Lokales FD 04.04.2025

Castor-Transport macht in Fulda Halt – Viel Polizei im Einsatz

Fulda (pf) – Der radioaktive Müll hat Fulda passiert: Am frühen Donnerstagmorgen legte der Castor-Transport einen kurzen Stopp in Fulda ein und machte sich anschließend über die Schienen weiter auf den Weg ins Brennelemente-Zwischenlager im bayrischen Niederaichbach.

Rauch der Diesel-Lok ist zu sehen: Der Castor-Transport fuhr gegen 4.30 Uhr in Fulda ein. Fotos: Bernd Ebeling / contrAtom-Informationsnetzwerk gegen Atomenergie

Deutschlandweit hatte der Castor-Transport wieder für Demonstrationen und Mahnwachen gesorgt. 800 Kilometer ist der Zug unterwegs vom Hafen im niedersächsischen Nordenham bis nach Bayern. Am Mittwochabend rollte er in Norddeutschland los und kam gegen 2.20 Uhr in Göttingen an. Danach ging es offenbar weiter über Bad Sooden-Allendorf und Bebra, Bad Hersfeld, Hünfeld und Fulda. In der Domstadt stoppte der Transport aus logistischen Gründen und zur Betankung für knapp zwei Stunden von 4.30 Uhr bis etwa 6.18 Uhr.

Bernd Ebeling von der Initiative „contrAtom-Informationsnetzwerk gegen Atomenergie“ begleitet seit mehreren Jahrzehnten Castor-Transporte und war am frühen Morgen auch in Fulda vor Ort. „Es war sehr viel Polizei im Einsatz“, berichtete er, der Einsatz sei aber ruhig verlaufen. Mit einem Strahlenmessgerät sei er auf einer Brücke über der Bahnstrecke gut 25 Meter entfernt gewesen, das Gerät zeigte beim Durchfahren des Zuges 0,177 Mikro-Sievert pro Stunde an. „Der Nullwert war 0,07“, so Ebeling, also herrschte für kurze Zeit etwa das 2,5-fache an Gammastrahlung. Der selbstständige Ingenieur sei in seiner Heimat mit der Atommüll-Thematik aufgewachsen, in Gorleben befindet sich ebenfalls ein großes Zwischenlager. „Die Atommüll-Problematik ist immer noch nicht gelöst“, spricht er von unsicheren Zwischenlagern und befürchtet einen Schaden für die deutsche Wirtschaft im Falle einer AKW-Reaktivierung, wie angedacht von der Union: „Die Energie aus neuen Atomkraftwerken ist sehr teuer, was nicht nur der deutschen Industrie, sondern auch der Bevölkerung schaden würde“.

Während der Durchfahrt in Fulda herrschte eine Flugverbotszone, zwei Hubschrauber sicherten den Luftraum über Fulda ab. Hunderte Meter lang war der Zug, der sich am frühen Morgen wieder Richtung Würzburg in Bewegung setzte. Auch am Bahnhof waren in der Nacht bereits Sichtschutzwände aufgebaut worden und die Polizei war präsent.

Von Seiten der Polizei fiel die Bilanz in Hessen positiv aus: „Planmäßiger verlauf, ohne besondere Vorkommnisse“, sagt ein Sprecher des Hessischen Polizeipräsidium Einsatz in Mainz-Kastel. Der Verlauf wurde planmäßig eingehalten, in ganz Hessen gab es keine Versammlungslagen. Die Polizei begleitete den Transport im Bundesland mit einer Zahl von Einsatzkräften „im oberen dreistelligen Bereich“.