Am Dienstag und Mittwoch habe das Café Thiele regulär geöffnet, teilt Dr. Büttner mit. Eine Abschlussfeier oder ähnliches sei nicht geplant. Im Mai soll dann mit der Sanierung begonnen werden. Er hebt hervor, dass das traditionsreiche Café in der Mittelstraße nur für eine Weile pausieren werde und nicht für immer verschwinde: „Deshalb verbinden wir mit der vorübergehenden Schließung auch keine negativen Gefühle. Im Gegenteil: Wir freuen uns auf die Neueröffnung.“ Durch die Unterbrechung des Café-Betriebs sei es möglich, sich voll und ganz auf die Sanierung zu konzentrieren: „Bauen im Bestand auf beengten Verhältnissen ist immer mit besonderen Herausforderungen verbunden.“ Der Inhaber verweist auf Themen wie Logistik, Denkmalschutz, Brandschutz und Abluft, die alle bei dem Umbau beachtet werden müssen.
Zum Vorhaben erklärt Büttner weiter: „Zunächst beginnen wir mit dem Ausbau der Möbelierung und der Beleuchtung, soweit sie ins neue Konzept übernommen werden sollen.“ Vieles werde aufgrund von Ensembleschutz beziehungsweise Denkmalschutz im Gebäude erhalten bleiben. Ein Teilabriss sei aufgrund der Baufälligkeit jedoch nicht zu vermeiden. „Das Café wird mit einer komplett neuen Technik ausgestattet (neue Backstube, neue Küche, moderne Abluft, neue Heizung, neue Kühlhäuser). Dadurch können auch der Energieverbrauch und die Energiekosten enorm reduziert werden“, erläutert der Inhaber. Geplant ist, dass die Arbeiten spätestens im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden, rechtzeitig vor dem Hessentag. Spätestens dann solle das „neue alte Café Thiele“ wieder Platz für die Kundschaft bieten: „Wenn wir früher fertig sein sollten, dann freuen wir uns natürlich sehr.“
Anfangs hatte Büttner geplant, dass der Café-Betrieb an anderer Stelle in Zwischennutzung fortgeführt werde, beispielsweise in einem Container. „Die Ausweichlösungen wären allesamt mit enormen Kosten verbunden gewesen. Miete, Kosten für Hygieneauflagen, Bereitstellung von Personalräumen und separaten Toiletten für Kunden und Personal, Abluft etc.“, berichtet der Inhaber. Auch ein aufgestellter Container am Platz Unterm Heilig Kreuz wäre nicht nur sehr teuer geworden, sondern hätte Mitte Oktober wegen des Aufbaus des Weihnachtsmarktes wieder weichen müssen: „Alle angedachten Alternativen für ein vorübergehendes Ausweichangebot mussten wir deshalb aus wirtschaftlichen Gründen verwerfen.“ Mit der Pause des Café-Betriebs endet für die Mitarbeitenden deren Beschäftigung. Büttner versichert diesbezüglich: „Fast alle Mitarbeiter/innen haben eine neue Stelle gefunden. Ein paar wenige wollen sich beruflich beziehungsweise persönlich neu orientieren oder wollen erstmal eine Auszeit nehmen.“
