Lokales FD 24.04.2025

Bibra-Schule feiert Doppeljubiläum – Reise durch die Jahrzehnte

Fulda (gü) – Doppelt Grund zum Feiern gab es am Mittwoch an der Heinrich-von-Bibra Schule: Vor 80 Jahren wurde der Unterricht an der damaligen Stadtschule I aufgenommen und seit 60 Jahren ist sie eine selbstständige Realschule. Gemeinsam und auf ganz unterschiedliche Weise wurde auf die vergangenen Jahrzehnte zurück und auch ein bisschen in das Hier und Jetzt und in die Zukunft geblickt.

Schulleiter Thorsten Retzlaff begrüßte die Gäste zur Jubiläumsfeier. Foto: Jasha Günther

Bei der Veranstaltung wurde auch das neue Logo der Schule präsentiert. Foto: Tanja Oehlke.

Schulleiter Thorsten Retzlaff freute sich, unter den Menschen in der kleinen Schulturnhalle auch einige Ehemalige und Ehrengäste begrüßen zu können und dankte besonders der stellvertretenden Schulleiterin Luisa Karges sowie den Lehrerinnen Anna Grünwald und Olena Kraus, die die Veranstaltung federführend organisiert hatten. Karges nahm die Gäste dann mit auf eine Reise durch die Jahrzehnte. „Wir wollen wissen, wie sich die Schule entwickelt hat“, sagte sie. Am weitesten zurück reisten Schülerinnen und Schüler der 8d und 9a, die gemeinsam mit den Lehrerinnen Sabine Möller und Renate Bachmann-Wießner eine Talkrunde erarbeitet hatten. Vier Jugendliche schlüpften in die Rolle von Schülern aus dem Jahr 1945 und tauschten sich mit den ihnen gegenüber sitzenden heutigen Schülern über ihren Schulalltag aus. Danach kam der Lehrerchor zum Einsatz. Karges hatte das gesamte Kollegium in die Pflicht genommen und gemeinsam wurde das Jahr 65 besungen, in dem die Schule zur eigenständigen Realschule wurde und der Grundstein für das Gebäude, in dem die Feier stattfand, gelegt worden war – vorher war die Schule im Gebäude des heutigen Vonderau Museums untergebracht.

Für das folgende Jahrzehnt wurden Ausschnitte aus einem Gespräch mit Schulabgängern aus 1966 und 1969 als Video eingespielt. Die vielen Bautätigkeiten auch in der Zeit zwischen 1975 und 1985 nahm die 5a in einem Sketch, den sie gemeinsam mit Lehrerin Lisa Schrimp eingeübt hatten, aufs Korn. Für die Periode von 1985 bis 1995 erzählten zwei Schulleiter: Erwin Rübsam von 1989 bis 2004 im Amt hatte ein gereimtes Grußwort geschickt, das Uta Liebig verlas und zu dem sich der heutige Schulleiter Thorsten Retzlaff äußerte. Für die Jahre rund um die Jahrtausendwende wurde in Bildern auf die Kooperationen der Schule geschaut und schließlich durfte der Lehrerchor ein zweites Mal ran und das neue Schullogo wurde präsentiert.

Eingestreut zwischen den Rückblicken kamen die Ehrengäste zu Wort. Bürgermeister Dag Wehner ging auf den Namenspatron Heinrich von Bibra, der mit seinen Initiativen damals das Schulsystem verändert habe, und auf das Schulmotto ein. „Herzlichkeit – Vielfalt – Bildung“ – das sei aktueller denn je. „Herzlichkeit ist ein Grundpfeiler für eine starke Gemeinschaft“, sagte Wehner: „Vielfalt bereichert unsere Gesellschaft.“ Die Stadt habe über die Jahre viel Geld in die Weiterentwicklung der Heinrich-von-Bibra-Schule gesetzt. „Jeder investierte Euro ist eine bewusst getroffene und zielgerichtete Investition in die Zukunft unserer Stadt“, sagte Wehner auch mit Blick auf die momentanen  Bauarbeiten. Mit Blick auf die Zukunft fügte der Bürgermeister an: „Der Schulalltag wird sich weiter verändern, vielleicht sogar schneller als wir alle denken.“ Weitere Grußworte sprachen Vertreter des Staatlichen Schulamts und der Kirche sowie Bundestagsabgeordneter Michael Brand, der selbst 1984/1985 Schüler an der Realschule war, bevor er aufs Gymnasium wechselte. „Ich erinnere mich wirklich gut an die Zeit hier an der Heinrich-von-Bibra-Schule“, sagte er und berichtete über die Ecken, in denen man sich verstecken konnte, das Fußballspielen in den Pausen und eine Stiftebox aus dem Werkunterricht, die noch heute auf seinem Schreibtisch in Berlin stehe. „Jede Zeit hat seine Herausforderungen, das haben die Schülerinnen und Schüler gut präsentiert“, nahm er Bezug auf das bis dahin gebotene Programm und lobte die Lehrkräfte, die einen tollen Job für die Kinder machen würden. Als Geschenk hatte er ein echtes Stück Berliner Mauer mitgebracht.

Doppeljubiläum an der Heinrich-von-Bibra-Schule. Fotos: Jasha Günther