Der Apfelgarten, zwischen Michaelskirche und Generalvikariat gelegen, ist von hohen Sandsteinmauern umgeben und – als Privatgarten – nur selten zugänglich. Zur Zeit der Apfelblüte findet sich auf diesem geschichtsträchtigen Boden in diesem Frühjahr eine sogenannte Wanderbühne ein: Es werden Szenen aus fast 1000 Jahren Geschichte gespielt. Die Besucher werden dabei von Szene zu Szene durch den Garten geführt und erhalten dabei jeweils entsprechende Informationen von einer Historikerin. Es geht um „Gott und die Welt“, um Freud und Leid, Erstaunliches und Amüsantes – und möglicherweise auch um Äpfel…
Zuvor ist Zeit für Austausch und Stärkung, damit niemand mit leerem Magen durch die Jahrhunderte reist. Ein kleiner Gaumenschmaus - bestehend aus Apfelküchlein & Kaffee, Saft und mehr – wird auf dem Platz vor dem Generalvikariat ab 16 Uhr zur Verfügung stehen.
Informationen zu den Szenen der Wanderbühne
Der Alzenauer Theaterverein kultBurG wird am Sonntag, 13. April, um 17 Uhr sechs kurze Spielszenen aus seinen historischen Gartenführungen zeigen. Dabei sind Szenen aus der Zeit von 1184 bis in die 1920er Jahre im Apfelgarten des Fuldaer Bischofs zu erleben: Den Überfall auf Kaiser Barbarossa im Jahr 1084 bei Gelnhausen, der laut einer Sage den Ranneberger Raubrittern angelastet wird. Die Theaterleute haben jedoch einen anderen dringend Tatverdächtigen im Visier.
Eine kurze Szene aus dem Schelmenroman Simplicissimus Teutsch von Christoph von Grimmelshausen versetzt die Zuschauer in die Zeit des 30-jährigen Krieges von 1618 bis 1648. Über das Räuberwesen zur Zeit der napoleonischen Kriege erfahren wir von einer Bänkelsängerin, die über das Schicksal des Polengänger-Hannes berichtet, einem Räuber, der in Hessen-Nassau sein Unwesen trieb.
Fake News gab es schon 1840. Ein Gespräch zwischen dem bayerischen König Ludwig I. und seiner Frau Therese nach dessen Geburtstagsfeier im Spessart zeigt große Unterschiede zu den Zeitungsartikeln darüber auf. Ende des 19. Jahrhunderts herrschte in vielen Gegenden Deutschlands große Armut. Drei Marketenderinnen berichten, warum sie lange Fußmärsche unternehmen mussten um wenigstens etwas Geld zu verdienen.
Über das Zusammenleben von Juden und Christen erzählt in den 1920er Jahren ein junges christliches Mädchen, das als sogenannte „Schabbes-Goje“ in den jüdischen Haushalten eine wichtige Funktion übernehmen musste. Die Besucher werden zu den einzelnen Szenen durch den Garten geführt. Sitzgelegenheiten sind vorhanden. Die Spieldauer beträgt etwa eine Stunde. Der Eintritt ist frei.
Ort: Zugang: über den Hof des Bischöflichen Generalvikariats, Paulustor 5
Barrierefreier Zugang: Der quasi barrierefreie Zugang mit nur einer Stufe von knapp 15 Zentimeter wird nach Meldung beim „Team Ehrenamt“ vor Ort zugänglich gemacht.
Parken: bitte im Umfeld, der Hof des Generalvikariats ist nicht als Parkplatz nutzbar. Bei Unwetter bitte den Hinweisen folgen.
Weitere Informationen unter: Allesimgruenenbereich-fulda.de
