Störche sind sehr speziell, wenn es um das Bauen ihrer Nester geht. Diese müssen nämlich sehr hoch und abgelegen auf einzelnen Pfosten oder Masten erbaut werden, um die Jungen so vor Fressfeinden zu schützen. „In Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Vertretern der örtlichen Naturschutzverbände wurden mittlerweile zwei Ausweichquartiere errichtet, nachdem das Storchenpaar das erste nicht angenommen hatte“, erklärt Käsmann, nachdem das alte Nest am Lokschuppen abgedeckt wurde. Er fügt aber hinzu: „Im Moment hat es den Anschein, als dass die Störche im Nestbau sind.“ Und das an der suboptimalen Stelle auf einem der Oberleitungsmasten: Binnen weniger Tage ist dort nun schon ein Nest entstanden. Ob sich jetzt noch auf einem der alternativen Orte bequemen werden, sei unklar. Das Brutgeschäft hat bereits begonnen.
Auch an den Hünfelder Bürgern sei die Geschichte nicht unbemerkt vorbeigegangen, so Käsmann: „Es gab in den zurückliegenden Wochen Diskussionen in den sozialen Medien und einen Leserbrief in der örtlichen Zeitung, die allerdings eher weniger geworden sind.“
Wie eine Bahnsprecherin berichtet, prüfe die Deutsche Bahn stetig, ob die Stabilität des Oberleitungsmastes durch das Nest gefährdet sei. Sollte diese nicht mehr gewährleistet werden können, „müsste hier dann in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Partner:innen gehandelt werden“, erklärt sie weiter.
Unweit des Bahnhof-Nestes sind übrigens zwei weitere Störche unterwegs; sie haben ihre Heimat weiter westlich nahe des Haune-Flusses an der B27 gefunden.
