An insgesamt fünf Akademieabenden werden die Entwicklung der deutschen Politik im internationalen Kontext und beleuchten zentrale Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte entlang der Jahre 1945, 1955, 1965, 1975 und 1985 in Streifzügen und Schlaglichtern beleuchtet. Die Veranstaltungen sind jeweils dienstags um 19 Uhr an der Katholischen Akademie – alle weiteren Vorträge folgen im Mai und Juni.
Zur Auftaktveranstaltung am 6. Mai ist als Referent Prof. Dr. Philipp Gassert, Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte am Historischen Institut der Universität Mannheim und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Point Alpha Stiftung, geladen.
Im historischen Rückblick wirkt das Jahr 1945 wie eine klare Zäsur: Militärisch war die Wehrmacht geschlagen, Deutschland staatlich ausgelöscht, der Nationalsozialismus untergegangen. Städte lagen in Schutt und Asche, Menschen irrten in Ruinen umher, Millionen wurden aus ihrer Heimat vertrieben, Soldaten gingen in Kriegsgefangenschaft, Frauen waren mit dem Räumen von Trümmern befasst. In Potsdam berieten die Alliierten über die Zukunft des Landes, dessen politische und militärische Führung in Nürnberg vor Gericht stand. Intellektuelle hofften auf einen geistigen Neuanfang in einer „Stunde Null“. Doch die Vorstellung eines klaren Schnitts 1945 wird heute kaum noch geteilt. Es war eine Phase der Unsicherheit, der Neuorientierung, auch der Besinnung auf Althergebrachtes. Es dauerte, trotz der Demokratisierung, bis sich die Mehrheit der Westdeutschen zur liberalen Demokratie bekannte. Auch in der DDR waren trotz des ostentativen Bruchs starke Kontinuitäten spürbar. Der Vortrag erinnert an historische Weichenstellungen, die unser Gemeinwesen bis heute prägen.
Für Anmeldungen zum Akademieabend kontaktieren Interessierte die Akademie per E-Mail unter katholische.akademie@bistum-fulda.de .
