Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßte im Namen der Stadt zahlreiche Gäste in der Kapelle des Vonderau Museums, darunter den früheren Oberbürgermeister Gerhard Möller, den Bundestagsabgeordneten Michael Brand sowie das Hessentagspaar. Wingenfeld erläuterte, dass für viele Menschen das städtische Museum eine Selbstverständlichkeit sei, was jedoch rückblickend keineswegs so deutlich sei: „Es liegt am Engagement von einzelnen Personen.“ Als erste wichtige Persönlichkeit gelte der ehemalige Domkapitular Konrad Hahne. Dieser habe in 1875 seine private Sammlung an Kunstwerken und historischen Gegenständen an die Stadt Fulda verschenkt, unter der Bedingung diese im „anständigen Lokale“ aufzustellen. Weitere engagierte Bürger hätten in den folgenden Jahrzehnten darauf aufgebaut und auch das Museum habe sich mit mehreren Wechseln der Standorte regelmäßig verändert. Der amtierende Oberbürgermeister merkte an, dass ein Museum weit mehr Aufgaben als bloße Lagerung und Ausstellung der Objekte übernehme. Er bedankte sich daher bei dem Leiter der städtischen Museen, Dr. Frank Verse, sowie dem Leiter des Kulturamts, Dr. Thomas Heiler, und den rund 50 Mitarbeitenden im Vonderau Museum für ihre Arbeit.
Die breit angelegte Sammlung von Hahne habe damals schon den „Grundstein für ein mehrperspektivisches Haus gelegt“, stellte Verse in seiner Rede fest. Der Bestand war immer wieder erweitert worden. Der Museumsleiter freute sich, die Ausstellung zur Entwicklung des Museums offiziell eröffnen zu dürfen. Er berichtete außerdem von weiteren Aktionen wie den Museumsgesprächen oder „Museum unterwegs“, welche gerne besucht werden können. Kulturamtsleiter Heiler ging in seiner Festrede auf drei Schlaglichter in der 150-jährigen Geschichte des städtischen Museums ein. Das Jahr 1875 habe im Zeichen eines großen Wandels für Fulda gestanden. Unter preußischer Herrschaft habe sich die Bevölkerungszahl bis zum ersten Weltkrieg mehr als verdoppelt, gleichzeitig habe es durch die Trennung von Religion und Staat viele Umbrüche gegeben. In dieser Zeit habe Hahne, der als Bistumsverwalter in Fulda aktiv war, seine Sammlung bewusst der Stadt geschenkt, um diese vor einer Zersplitterung zu schützen. „Es ging alles schnell“, meinte Heiler mit Blick auf die erhaltenen Dokumente. Er erzählte von einem damaligen Reporter, der den Besuch des neuen Museums schilderte. Der Kulturamtsleiter schilderte die Umgestaltung des Museums während der NS-Zeit sowie die Arbeit des ehemaligen Kulturamtsleiters Heinrich Hahn. Im Anschluss wurde mit einem kleinen Büfett weiter gefeiert. Die Gäste hatten Gelegenheit, sich die Ausstellung selbst anzuschauen. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung durch die Geschwister Jonathan und Elischa Ortlieb.
