Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld konnte zur Verleihung im gut gefüllten Saal viele Gäste begrüßen, darunter die Generalkonsule Patrick Morris Jacques (Irland) und Nicolas Bergeret (Frankreich), Bischof em. Heinz Josef Algermissen, die Ehefrau des verstorbenen Stifters Christine Waider mit weiteren Familienmitgliedern, Michael Brand MdB, den ehemaligen Oberbürgermeister Gerhard Möller und viele weitere bekannte Personen aus Politik, Kirche und Gesellschaft. Wingenfeld betonte, dass er sich freuen würde, wenn „ein Zeichen der Ermutigung“ von der Verleihung ausgehen würde. Zur besonderen Verbindung Fulda-Frankreich stellte er dabei die Frage, ob Bonifatius (mit Geburtsnamen Winfried), von dem der Preis den Namen hat, „nicht den Gedanken Fulda zu gründen im heutigen Frankreich hatte.“ Die Verleihung an Wickert würdige, dass er „in seiner langjährigen Tätigkeit als Journalist, Moderator und Buchautor als überzeugter Europäer den Deutschen unser Nachbarland Frankreich nähergebracht und sich in besonderer Art und Weise für die deutsch-französische Freundschaft eingesetzt“ habe. Zudem nutzte er seine Erfahrungen, sein Wissen und seine Stimme, um sich für die Rechte von Kindern weltweit einzusetzen und fördere mit dem Journalistenpreis der Ulrich-Wickert-Stiftung auch andere, die dies durch ihre Berichterstattung und Medienarbeit tun.
In seiner Laudatio nannte Delattre Wickert einen „überzeugten Weltbürger“, dem aber besonders das gute Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich am Herzen liege. Es sei möglich Google oder Ulrich Wickert nach Frankreich zu befragen: „Was Google nicht hat, sind Ulrich Wickerts Kenntnisse und das tiefgründige Verständnis“. Es sei ein Blick voller Zuneigung und Liebe auf Frankreich, welcher sich, nachdem er in seiner Jugend drei Jahre in Paris lebte, entwickelt habe. Während dieser drei Jahre ab 1956 habe er auch noch die Abneigung gegen alles Deutsche zu spüren bekommen wenige Jahre nach der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg. Das dies heute nicht mehr so ist, sei auch Wickerts Verdienst. Er habe in seinem Leben „Sätze formuliert, die sich wie Leitfäden für die Politik nutzen lassen“ und sei ein „unverzichtbarer Vermittler zwischen Deutschland und Frankreich“. Bedauerlich fand es der Botschafter, dass Wickert nicht seinem ursprünglichen Berufswunsch gefolgt sei, selbst Diplomat zu werden.
Ulrich Wickert bedankte sich in seiner Rede mit vielen Berichten aus seinem langen Berufsleben. Zu seinem Einsatz meinte er: „Ich verstehe, dass es bei dem Preis um Völkerverständigung geht, aber wir müssen erst einmal sehen, dass wir uns auch in der Nähe verstehen.“ Seine Frage, wie es um die deutsch-französische Freundschaft heute stehe, beantwortete er selbst mit: „Hervorragend!“ Trotzdem sei es wichtig, die Unterschiede zu verstehen und zu akzeptieren. Sowohl in der Geschichte als auch in der Sozialisation oder der Politik sei einiges unterschiedlich. Weiter ginge man auch in der Kommunikation in Frankreich anders miteinander um. Hier sei gegenseitiges Verständnis wichtig.
Im Anschluss trug sich Wickert in das Goldene Buch der Stadt ein, wozu auch sämtliche Teilnehmer der Preisverleihung eingeladen waren. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Jonathan Ortlieb am Flügel sowie von Klaus Schenk (Vibraphon) und George Wagner (Gitarre) von der Musikschule Fulda.
