Lokales FD 11.09.2024

Sorge um Etatkürzung für Freiwilligendienste – BDKJ protestiert

Fulda (fp) – Kritik an massiver Kürzung: Im Bundeshaushalt sollen für das Jahr 2025 fast 40 Millionen Euro bei den Mitteln für die Jugendfreiwilligendienste gestrichen werden. Deshalb lud der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) als Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im Bistum Fulda am Dienstag zu einer außerordentlichen Konferenz im Pings Azubicampus in Fulda ein. Mehrere Vertreter aus dem gesamten Bistum diskutierten über verschiedene Themen und die aktuelle Lage.

Foto: Felix Pillat

Die Mittelkürzungen waren ein zentrales Thema, wie Thomas Schreiner, Geschäftsführer des BDKJ, erklärte. Daneben wurde außerdem über die derzeitige Lage bei den Einsatzstellen gesprochen. Die Beteiligten unterhielten sich zudem über das Positionspapier „Freiwilligendienste 2030“ als Gegenvorschlag zu den Kürzungen seitens der Bundesregierung. Diese diskutiere derzeit weiter über Etat-Kürzungen für soziale Einrichtungen und Träger, berichtete Schreiner. So habe die Bundesregierung Mittel in Höhe von 105.681 Millionen Euro für Jugendfreiwilligendienste für 2025 veranschlagt. Das seien knapp 40 Millionen Euro oder ganze zwölf Prozent weniger als im Haushaltsjahr 2024. Außerdem werde über die Einführung eines Pflichtdienstes, statt dem FSJ diskutiert, so der BDKJ-Geschäftsführer weiter.

Diese Vorgehensweise halte er für den falschen Weg. Gerade beim wachsenden Fachkräftemangel, sei das FSJ ein valides Mittel neue Fachkräfte zu akquirieren, sagte Schreiner und betonte: „FSJler sind ungelernte Kräfte und sollen dabei keine Planstellen von tatsächlich gelernten Kräften besetzen. Dennoch ist das FSJ eine sehr gute Möglichkeit, junge Menschen an soziale Berufe heranzuführen. Viele machen danach eine Ausbildung beispielsweise.“ Weniger Mittel würden außerdem zu einer Verschlimmerung der Situation führen und das Problem nicht lösen, so der BDKJ-Chef weiter. „Wir kommen sowieso schon jedes Jahr immer schwieriger hin mit den Mitteln und trotzdem wird noch über Reduzierungen gesprochen“, kritisierte er.

Der Gegenvorschlag der 26 Träger, die das Positionspapier „Freiwilligendienste 2030“ formuliert haben, geht in eine ganz andere Richtung. Statt einem Pflichtdienst, wird darin die Idee für ein Recht auf einen freiwilligen Dienst formuliert und statt Kürzungen des Etats, wird vorgeschlagen, die Vergütung für den Freiwilligendienst von Minijob- auf BAföG-Niveau anzuheben, um das Angebot für mehr Menschen attraktiver zu machen. Außerdem stellen sich die Träger die Umsetzung einer flächendeckenden auffordernden Einladung zur Beratung aller Schulabgängerinnen zu den Möglichkeiten sich im freiwilligen Dienst zu engagieren vor.

Konferenz im Pings Azubicampus. Fotos: Felix Pillat