Bevor die ersten Piloten mit ihren Paraglider beim großen Finale rund um die Wasserkuppe durch die Lüfte fliegen, steht der Sieger bereits im Vorfeld fest. Ein Pilot aus China hatte bei den vorherigen Weltcup-Stationen in Thailand, Kasachstan, Türkei und Indonesien bereits so viele Punkte gesammelt, dass er für die Konkurrenz nicht mehr einzuholen ist. In der Rhön geht es in den kommenden Tagen um den zweiten und dritten Platz auf dem Podium. Das Niveau ist extrem hoch, immerhin messen sich die 40 Weltbesten Paragliding-Piloten aus insgesamt 37 Nationen. Gestartet wurde auf der Weiherkuppe, oberhalb von Sieblos (Poppenhausen). Von dort aus legen die Teilnehmer aus 200 Höhenmetern eine Distanz von einem Kilometer zurück, nur um am Ziel möglichst punktgenau auf einer Scheibe auf dem Boden zu landen. Geplant war es eigentlich das große Weltcup-Finale auf der Wasserkuppe stattfinden zu lassen. Aufgrund der Wetterlage verschob sich der Wettkampf jedoch von der Wasserkuppe auf die Weiherkuppe.
„Wir haben nur heute schwachen Wind. Um allen Teilnehmern einen guten Wettkampf bieten zu können, haben wir bereits begonnen“, erklärte Weltcup-Ausrichter Andreas Schubert, der selbst mit seinen Söhnen Lennard und Linus am Turnier teilnimmt. Unter den 40 Teilnehmern befinden sich auch sechs Deutsche. Neben Andreas und den Söhnen Lennard und Linus, die beide zum engen Favoritenkreis zählen, fliegen noch der aus Poppenhausen stammende Remigius „Remy“ Ochmann, Anna-Lena Trabert, die gebürtig aus Fulda kommt und bei Gersfeld wohnt, sowie Leon Grob, der Rang fünf in der Jugendweltrangliste belegt und ein großes Flugtalent ist.
Ganz ohne „Trainingsflüge“ begaben sich die Teilnehmer allerdings nicht in die Luft. Bereits am vergangenen Mittwoch startete der extra ins Leben gerufene „Friendship-Cup“, bei dem über drei Tage hinweg ebenfalls um Weltranglisten Punkte geflogen wurde. Lennard und Linus belegten dabei beide einen Podiumsplatz. „Das war natürlich super“, freute sich Vater Schubert. Der Fokus liege nun allerdings auf den Worldcup, bei dem die beiden Brüder, die in der Weltrangliste Federation Aeronautique Internationale (FAI) den zweiten und fünften Platz belegen, insgesamt acht Runden fliegen müssen. Die ersten Flüge der jungen Talente waren jedenfalls vielversprechend.
Ebenfalls vor Ort waren Poppenhausens Bürgermeister Manfred Helfrich und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow. Beide freuten sich, dass die Wasserkuppe in den kommenden Tagen zum Zentrum des Paragleitens wird. „Der Paragleitsport hat für die Rhön und insbesondere für die Gemeinde Poppenhausen eine sehr große Bedeutung, und das bereits seit Jahrzehnten“, sagte Helfrich. So sei die Austragung des Worldcups in der Rhön die Konsequenz des erfolgreichen Betriebes der Papillon Flugschule auf der Wasserkuppe. „Das Papillon und der Segelflug hat sich als Sinnbild des Flugsportes in der Rhön entwickelt. Deswegen tragen wir den Gleitschirm und den Segelflieger im Logo unserer Gemeinde“, hob der Bürgermeister hervor.
IHK-Hauptgeschäftsführer Konow freute sich ebenfalls über einige spektakuläre Bilder mit den schönen Berglandschaft der Wasserkuppe im Hintergrund, die im Zuge des Weltcups-Finale durch die Welt gehen. Dabei zog er ein Vergleich zwischen dem Finale in der Rhön und den Olympischen Spielen in Paris (Frankreich). „In Paris haben sie es geschafft die Stadt als Ort des Sportes zu initiieren. Genau das passiert auch hier, auch wenn wir kein Eifelturm, sondern die Rhön haben“, so Konow. Zudem sei die Kulturelle Vielfalt durch das große Teilnehmerfeld eine Bereicherung für die Hotellerie und Gastronomie auf der Wasserkuppe. „Diese Standortbegabung gibt einen Impuls aus, dass man auf die Region neugierig wird und vielleicht andere Piloten dazu bringt hier ebenfalls zu fliegen. Als IHK sind wir sehr dankbar, dass das Finale es hier stattfinden kann“, ergänzte der IHK-Geschäftsführer.
