Fußball 25.10.2024

Verbandsliga – Von 0:0 bis 4:4 „alles möglich“ – Flieden will unten raus

Osthessen (pf) – Herausforderungen, soweit das Auge reicht, hält die Fußball-Verbandsliga am Wochenende bereit: Die SG Bad Soden spielt am Samstag (15 Uhr) zuhause gegen den Lichtenauer FV, den die Sprudelkicker seit zwei Jahren nicht schlagen konnten. In Eiterfeld schlägt Topteam Hessen Kassel II auf und auf die Bronnzeller Viktoria wartet dann am Sonntag zur selben Zeit das Kellerduell in Sandershausen.

Sorgen Tim Horenkamp und seine Bronnzeller für das nächste Spektakel?

Adrian Vogt (Mitte) könnte wieder eine Option für die Britannia sein. Fotos: Christine Görlich

Das 4:4 am Sonntag gegen Vellmar war für die Zuschauer nicht nur unterhaltsam, wie Bronnzells Trainer Sascha Fiedler rückblickend bemerkt: „Es war auch gut für die Moral. Und ein gutes Zeichen an die Fans, die draußen standen. Die Mannschaft ist intakt und gibt sich nicht auf“. Zwei Zwei-Tore-Rückstände schüttelte die Viktoria ab und konnte noch punkten, nun gilt es, „diesen Aufschwung mitzunehmen“, so Fieder: Denn es stehen ganz wichtige Duelle bevor. Los geht es am Sonntag (15 Uhr) mit dem Kellerduell in Sandershausen. „Das ist so ein typisches Sechs-Punkte-Spiel“, macht der Trainer klar: Bronnzell und die TSG sind punktgleich, nur dass die Viktoria eine deutlich bessere Offensive, Sandershausen aber die klar bessere Defensive hat.

Für die Bronnzeller ist klar: Wenn es unten rausgehen soll, müssen noch vor der Winterpause möglichst viele Punkte her. Auf welche Art und Weise, ist zweitrangig. Übrigens endete auch das bisher letzte Duell mit Sandershausen 4:4. „Im Fußball ist alles möglich, man hat es erst wieder bei Real gegen Dortmund diese Woche gesehen. Für einen Trainer wäre ein 1:0 natürlich besser, aber es kann im Moment alles passieren“, so Fiedler, der erstmal hofft, „dass wir 90 Minuten kontinuierlich unsere Leistung bringen können“. Jonas Hosenfeld, Jan-Niklas Jordan und Max Balzer sollen oder könnten nach Krankheit wieder zurückkehren, gleiches gilt für Kilian Sandner, der zuletzt Spielpraxis bei der zweiten Mannschaft sammelte und vielleicht eine Option ist.

 

Kreß: „Keiner darf Aulatal unterschätzen“

Was wird aus dem SV Buchonia Flieden? Vergangene Saison geisterte das Abstiegs-Gespenst schon am Weiher umher, nun fehlt erneut etwas die Konstanz: „Das letzte Spiel in Dörnberg war jedenfalls nicht der Brüller“, blickt Trainer Christian Kreß auf die 3:4-Niederlage in der Vorwoche zurück: „Da haben wir spielerisch auf jeden Fall was gutzumachen“. Zu Gast am Weiher, wo sich die Buchonia etwas wohler fühlt als auswärts, ist am Samstag (15 Uhr) die SG Aulatal. Kreß weiß: „das wird ein richtungsweisendes Spiel für beide, für uns vielleicht sogar noch mehr, weil wir den Anschluss ans Mittelfeld halten wollen“. Der Schnitt von etwas mehr als einem Punkt pro Spiel muss nach oben geschraubt werden, um nicht in größere Nöte zu geraten. Dabei betont der Trainer, „dass es wichtig sein wird, dass keiner den Gegner unterschätzt. Aulatal hat auch Qualität im Kader, vor allem in der Offensive“. Auf dem Rasenplatz sollte es witterungsmäßig derweil gehen, bestätigt der Coach, wo die Fliedener ihr Spiel durchdrücken wollen. Allerdings wohl ohne Flo Wess, „aber wir haben mit Maxi Fritz einen super Ersatztorwart, da machen wir uns gar keine Gedanken“, stellt Kreß klar. Ansonsten sehe es in seinem Kader gut aus.

Trotz der Niederlage gegen CSC Kassel sah auch Eichenzells Trainer Romeo Andrijasevic vieles, wo es anzusetzen gilt: Am Samstag um 15 Uhr wartet auf die Britannia das Gastspiel beim OSC Vellmar: „Wenn wir es schaffen, diese Leistung wieder auf den Platz zu bringen, denke ich, dass wir da etwas mitnehmen können“. Der OSC war in dieser Saison bisher defensiv eine Macht, erst in den vergangenen Wochen brach die Abwehr etwas ein: In Eiterfeld kassierte Vellmar drei Gegentore, in Bronnzell zuletzt sogar vier. Zuvor gab es in zehn Partien nur acht Gegentreffer, nun kassierte Vellmar sieben in zwei Spielen. Aber: Dazwischen gab es auch ein Ausrufezeichen, das 1:0 gegen Topteam Hessen Kassel II. „Gesehen habe ich sie bisher aber nicht wirklich“, so Andrijasevic, der daher den Fokus auf seine Mannschaft legen möchte: Dort kehren Adrian Vogt und Steffen Lüdicke wieder zurück. Fehlen wird natürlich Enes Dugan nach seiner Roten Karte in der Vorwoche.

           

Schmidt will ersten Sieg gegen LFV

SG Bad Soden hat indes ein klares Ziel: Oben dranbleiben und es weiter spannend halten. Dafür müssen die Sprudelkicker allerdings am Samstag (15 Uhr) zuhause den Lichtenauer FV knacken – aus eigener Erfahrung ein schwieriges Unterfangen. „Ich habe noch nicht gegen sie gewonnen“, weiß Sodens Trainer Lars Schmidt – und kann dies wahrlich nicht von vielen Gegnern der Verbandsliga behaupten: Gegen Lichtenau setzte es in der Saison 22/23 zwei Niederlagen, in der Vorsaison trennten sich beide Teams hingegen zweimal torlos 0:0. Ein ähnlich enges Duell könnte es auch diesmal werden, zumal der LFV nach einem 2:7 gegen Barockstadt und dem 1:3-Ausrutscher gegen Wabern einiges gutzumachen hat. „Sie sind immer unangenehm zu bespielen, wir hatten zwar in den Duellen unsere Möglichkeiten, aber sie haben ordentlich verteidigt und sind auch vorne brandgefährlich – und gegen uns immer besonders motiviert“, schmunzelt Schmidt. Trainiert habe sein Team auf Kunstrasen, doch die Witterung lässt womöglich auch ein Rasenspiel am Bornweg zu.

Wie die Sprudelkicker das Bollwerk des LFV, das in den vergangenen beiden Spielen etwas zerbröselte, knacken will, hat sich der Coach sicher auch schon überlegt, muss das aber ohne Mirza Kovac hinbekommen: Er verletzte sich in der Vorwoche muskulär und wird ausfallen, bei Mo Juwara (Knöchel) soll das Freitagstraining abgewartet werden. Till Hilchenbach muss Schmidt obendrein ersetzen, was besonders wehtut: „Er war in den vergangenen Wochen einer der Konstantesten“. Hilchenbach fehlt aus „nachvollziehbaren“ privaten Gründen. Das Ziel bis zur Winterpause (fünf Spiele hat Soden noch terminiert) sei erstmal, „die Basis zu schaffen“, betont Schmidt: „Wenn du in die Pause gehst, willst du in Schlagdistanz sein“. Gemeint sind natürlich die beiden Kasseler Teams, die drei beziehungsweise fünf Punkte Vorsprung haben.

Der KSV Hessen Kassel II reist übrigens am Samstag um 16 Uhr zur SG Eiterfeld/Leimbach, die – wie schon gegen Vellmar – ihr Heim-Gesicht zeigen will. Kann das Team von Coach Romeo Schäfer defensiv über 90 Minuten aufmerksam verteidigen und vorne seine Nadelstiche setzen, könnte die Serie weitergehen, dass die Eiterfelder am Hain (übrigens erst drei Gegentore in sechs Heimspielen) ungeschlagen bleiben in dieser Saison.

Zuhause ohne Niederlage ist auch noch die SG Barockstadt U23, die nach dem Remis in Udenhausen wieder dreifach punkten will: Am Sonntag (15 Uhr) kommt mit der SG Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach allerdings das Überraschungsteam der Saison nach Lehnerz. Der SV Neuhof hat hingegen spielfrei.

 

Verbandsliga

 

Samstag

15 Uhr

Vellmar – Eichenzell

Flieden – Aulatal

Bad Soden – Lichtenauer FV

16 Uhr

Eiterfeld/Leimbach – Hessen Kassel II (in Eiterfeld)

 

Sonntag

15 Uhr

Sandershausen – Bronnzell

CSC Kassel – Dörnberg

TSV Wabern – Hombressen/Udenhausen

Barockstadt Fulda-Lehnerz II – Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach (in Lehnerz)