In seinem Grußwort nannte Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld Niederrode „heute den Nabel der Welt nicht nur in Osthessen“. Fulda habe zwar einen „urbanen Stadtkern, sei aber immer ländlich geprägt“. Das Leben auf dem Land sei „besonders schön“ und geprägt durch den Zusammenhalt: „Sie alle stehen für eine starke Gemeinschaft. Unsere Dörfer haben Zukunft.“ Auch Landrat Woide hielt ein starkes Plädoyer für den ländlichen Raum. Auch wenn in überregionalen Medien immer wieder von Problemen dort zu lesen sei – als Stichworte erwähnte er den ÖPNV oder die Ärzteversorgung – dürfe eines nicht vergessen werden: „Der ländliche Raum ist Heimat, wo sich engagiert wird und sich umeinander gekümmert wird. Wir für viele andere ist er auch für mich eine Zukunftsform.“
Anke Schlosser moderierte die Preisvergabe. 14 Orte hatten teilgenommen, darunter zehn aus dem Landkreis Fulda und vier aus dem Main-Kinzig-Kreis. Den gemeinsamen Regionalentscheid gab es in dieser Form erstmals. Die Bewertungskommission bei der 38. Auflage des Wettbewerbs hatte es bei dem starken Teilnehmerfeld nicht leicht. Einen Sonderpreis von 500 Euro erhielten Fulda-Bernhards, wo sich mit „großem Engagement über alle Generationen hinweg präsentiert wurde“, Tann-Lahrbach für das „herausragende bürgerschaftliche Engagement“, Hofbieber-Langenberg für das „hervorragende ehrenamtliche Engagement“ des nur 32 Einwohner kleinen Ortsteils, Eiterfeld-Leimbach, wo Tradition und Ehrenamt wirklich gelebt würden, sowie Steinau-Seidenroth.
Einen Sonderpreis in Höhe von 1000 Euro gab es für Dipperz, wo „Tradition und Fortschritt mit der Förderung der Biodiversität vereint werden“, Kalbach-Niederkalbach wo über 90 dort wohnende Geflüchtete unterstützt werden und eine handwerksinitiative Hilfe für das Ahrteil leistete, Fulda-Sickels wo es gelang trotz einer Verzehnfachung der Einwohnerzahl die neuen Bürger zu integrieren und vernetzen sowie Schöneck-Oberdorfelden.
Bei den ersten fünf Plätzen habe, so Schlosser, dann „alles gepasst“ und die Orte konnten in sämtlichen Bereichen wie Wirtschaft, Engagement und auch Präsentation voll überzeugen. Für den fünften Platz bekam Burghaun-Großenmoor 1000 Euro als „lebendiges und zukunftsfähiges Dorf“. Vierter mit 2000 Euro Preisgeld wurde Schlüchtern-Breitenbach hinter Eichenzell-Rothemann, dass 3000 Euro erhielt. Hervorgehoben wurde dort die Vereinsgemeinschaft, welche beispielsweise die „Bürgerwerkstatt“ komplett in Eigenleistung gebaut hatte. Wächtersbach-Neudorf bekam den mit 4000 Euro dotierten Preis für den zweiten Platz. Hier werden sich außergewöhnlich in allen Bereichen ehrenamtlich engagiert in zahlreichen Projekten, wozu auch der Ausbau der erneuerbaren Energien genannt wurde.
Für die Niederrode nahmen dann Ortsvorsteher Michael Wiegand und sein Stellvertreter Ron Eichler den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis entgegen. Wie Schlosser in der Laudatio sagte, zeichnen Tradition, Zusammenhalt und Umweltbewusstsein den Ort aus. Die örtlichen Landwirte hätten zahlreiche ökologische Wertschöpfungsketten ausgebaut – wovon man sich beim anschließenden Imbiss überzeugen konnte, wo von Käse über Biofleisch und Backwaren bis hin zu Wiesenkiez-Getränken einzig örtliche Produkte serviert wurden. Weiter besonders bemerkenswert sei der Zusammenhalt nach dem Hochwasserereignis im Rodetal 2022 gewesen. Auch hätten sich „die Bürger authentisch und mit sehr großer Beteiligung aller Generationen präsentiert“.
