Extremismus und Antisemitismus seien in jeder Form inakzeptabel und stets zu bekämpfen, betonte Minister Schwarz im Laufe der Führung durch das Gebäude und im Zuge des Pressegesprächs immer wieder. Das Attentat der Hamas auf den Staat Israel am 7. Oktober 2023 bezeichnete er als Zäsur, deren Auswirkungen auch in Deutschland zu spüren sein. Deshalb lobte er die Winfriedschule und das Projekt, das im Rahmen der AG „jüdisches Leben in Fulda“ gemeinsam mit Anja Listmann der Beauftragten für Jüdisches Leben der Stadt Fulda entstanden ist, für den wichtigen Beitrag und sagte zu den Schülern: „Ich bin Ihnen sehr, sehr dankbar, dass so etwas dabei herauskommt.“
Die Zwölftklässler hatten im Zuge einer Exkursion das Konzentrationslager Auschwitz besucht und ihre Eindrücke von dem Leid, das der Holocaust ausgelöst hatte, künstlerisch in Bildern, Gedichten und sogar einem Podcast verarbeitet. Mit den meist in Schwarz-Weiß und Grautönen gefertigten Werken brachten sie ihre Erlebnisse, Gefühle und Gedanken zum Ausdruck. So zeigen die Bilder das bekannte Tor des KZs mit dem Spruch „Arbeit macht frei“, die Denkmäler vor Ort und verzerrte menschliche Gesichter, welche das Leid der Opfer der Nationalsozialisten darstellen, in den Gedichten beschreiben die Schüler ihre Gefühle zu dem erlebten Schrecken. Während sie Minister Schwarz durch die Ausstellung führten, erklärten die Schüler ihre Intentionen und Gedanken zu den einzelnen Werken. Das Projekt wurde von Anja Listmann gemeinsam mit den beiden Lehrkräften Anna-Lena Nüchter und Thorben Emmerich geleitet und organisiert.
Auch Schulleiter André Müller war beeindruckt von der Leistung der Jugendlichen und hob die Wichtigkeit der Aufklärungsarbeit gerade in der heutigen Zeit hervor. „Wir haben als Kulturschule einen besonderen Auftrag, gerade weil wir in einer Zeit leben, die von Antisemitismus geprägt ist“, sagte Müller. Dem Besuch des Kultusministers wohnten auch Bundestagsabgeordneter Michael Brand, die beiden Landtagsabgeordneten Sebastian Müller und Thomas Hering, Schulamtsleiterin Marion Vancuylenburg und der Schulfachliche Aufsichtsbeamte Christian Pießnack bei.
