Die Erkrankung am Burn-Out-Syndrom sei oftmals ein schleichender Prozess von körperlicher und psychischer Erschöpfung, gibt die Heilpraktikerin an. Betroffene würden zunächst an Symptomen wie Müdigkeit, Schwäche, Verzweiflung oder hoher Reizbarkeit leiden. Hinzu käme ein starker sozialer Rückzug bis hin zur Isolation und das Gefühl einer inneren Leere. „Viele Menschen sind einem starken Druck ausgesetzt. Es wird Flexibilität und Belastbarkeit gefordert. Die Komplexität der Aufgaben nimmt immer mehr zu“, erläutert die Gesprächs-Therapeutin. Stress sei allgemein bis zu einem gewissen Grad förderlich. Gefährlich werde es, wenn der Stress ohne Pause andauere und die Erschöpfung immer mehr zunehme. Körperliche Warnzeichen dafür seien beispielsweise Schlafstörungen, hoher Puls, Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme. Nicht wenige würden diese Hinweise des Körpers aber ignorieren, stellt Hornung fest: „Es wird kompensiert, zum Beispiel auch durch Alkohol oder Medikamente, um leistungsfähig zu bleiben. Die Erschöpfung wird dadurch immer stärker, bis sämtliche Lebensbereiche beeinflusst werden können.“
Burn-Out-Patientinnen und -Patienten würden im Alltag häufig eine Kraft- und Hilflosigkeit verspüren, berichtet die Heilpraktikerin. Sie seien „nicht entspannungs-fähig“, was eine mangelnde Lebenszufriedenheit zur Folge habe. Oftmals werde von anderen oder in der eigenen Wahrnehmung ein Druck geschaffen, etwa mit Sätzen wie „Stell dich nicht so an“ oder „reiß dich zusammen“. „Burn-Out ist ein längerer Prozess. Es kann jeden treffen“, merkt sie an. Bekannt seien eine Reihe an internen und externen Faktoren, beispielsweise durch ständige Erreichbarkeit, Perfektionismus oder die Schwierigkeit, Nein zu Mehrarbeit zu sagen. Burn-Out-gefährdet seien zudem Menschen, die Traumata erlitten hätten oder Emotionen chronisch verdrängen. „Wir suchen meist nach einem Grund, obwohl mehrere Dinge Auslöser sein können“, fasst die Gesprächs-Therapeutin zusammen.
Bei der Behandlung von Burn-Out analysiere Hornung mit den Patientinnen und Patienten die Entstehung der Überbelastung. Gemeinsam würden dann Strategien erarbeitet, um hinderliche Denkmuster zu hinterfragen und das „Nervensystem zu regenerieren“. Dabei spiele Selbstfürsorge eine zentrale Rolle. Für das eigene Wohlbefinden könnten unter anderem Sport, Aufenthalte in der freien Natur oder Massagen helfen. Weiterhin werde in Begleitung mit Therapie und Coaching in der Praxis vermittelt, wie auf die Psychohygiene geachtet werden könne. Manche Menschen müssten „Entspannung wieder lernen“, erzählt die Gesprächs-Therapeutin. Die Heilung von Burn-Out funktioniere nur in Etappen, fügt sie an.
Oftmals würden Menschen die Anzeichen von Burn-Out ignorieren, so die Heilpraktikerin. Bevor eine Änderung erfolge, brauche es häufig erst den Leidensdruck. Besser sei es, frühzeitig zu handeln, um so die eigene Gesundheit zu schützen. Hornung erzählt, dass es im Leben und in der Arbeit immer wieder Wachstumsstress vorkommen könne. Dazwischen brauche es aber Ruhephasen: „Die chronische Getriebenheit führt ins Burn-Out.“ Durch ständige Nervosität würde das Lebensgefühl leiden. „Hören sie auf, alles perfekt haben zu wollen. Das Leben ist nicht dazu da, etwas in Zukunft erreichen zu wollen. Es findet jetzt statt.“, macht die Gesprächs-Therapeutin deutlich. Sie rät dazu, sich bewusst Zeit zu nehmen für Freude, Genuss und Entspannung.
