Lokales FD 12.01.2024

Bauernproteste gehen weiter – Mahnfeuer auch in Fulda – Fotos

Fulda (sk) – Der Kreisbauernverband in Fulda hatte am Donnerstag zu kleinen Aktionen gegen die von der Bundesregierung beschlossenen „Steuererhöhungen beim Agrardiesel“ aufgerufen. Auf private Initiative von Wilhelm Hartmann gab es abends auch ein Mahnfeuer am Messegelände, zu dem 40 bis 50 Traktoren, mehrere Lkw und viele Pkw im Korso anreisten. Rund 200 bis 300 Teilnehmer waren anwesend.

Fotos: Stefan Krug

Wilhelm Hartmann (links) und Pascal Möller.

Mahnfeuer angekündigt waren auch noch einige mehr, unter anderem in Bad Salzschlirf, Landenhausen, Schlitz, Alsfeld und Lauterbach. In Fulda wies Wilhelm Hartmann, Inhaber des gleichnamigen Landschaftspflegebetriebs mit Gärtnerei, auf seine Verbundenheit mit Landwirten hin. Schon als Kind und Jugendlicher habe er seine Freizeit auf einem Betrieb verbracht, um dort zu helfen und später war er mit Landwirten in derselben Berufsschulklasse. Politisiert habe er sich als die Dünge-Verordnung beschlossen wurde – nachdem die CDU erst dagegen war, gab es später „Wortbruch“ durch die Partei. Bei der augenblicklichen Politik seien „Landwirte immer die Verlierer“.

Die von ihm organisierte Veranstaltung nutzte er auch, um für die Freien Wähler Werbung zu machen: „Noch im März soll eine Ortsgruppe in Fulda gegründet werden und ich möchte mich unter der Flagge der Freien Wähler für die Landwirte einsetzen.“ Einige Anwesende waren mit der Parteiwerbung auf einer Demonstration für die Anliegen der Landwirte nicht ganz einverstanden und verwiesen im Gespräch auf den bisherigen parteiübergreifenden Konsens bei den Protesten.

Zweiter Redner war dann Pascal Möller, Kreisvorsitzender der Freien Wähler, der auf seine Herkunft aus der Landwirtschaft verwies, auch wenn sein Vater den Betrieb vor zehn Jahren wegen der schlechten Rahmenbedingungen für den Beruf aufgab. Bei den Protesten geht es nach seiner Aussage nicht nur um Agrardiesel und die Kfz-Steuer: „Es gibt viele Punkte, was die Ampel verbockt hat. Was in Berlin abgeht, ist eine Katastrophe. Wenn es in Deutschland ein Fachkräfteproblem gibt, haben wir es in der Regierung.“ Er selbst habe am Montag an den Protesten mit einem Schlepper teilgenommen und dabei gesehen, wie die gesamte Bevölkerung in Fulda hinter den Landwirten stehe. Am Freitag findet die nächste Kundgebung statt. Ab 12 Uhr lädt der Bauernverband zu einer Kundgebung mit dem Namen „Gipfeltreffen“ auf der Wasserkuppe ein.