Lokales FD 22.02.2024

Startschuss zum Bewegungscheck – Zukunft für den Leistungssport

Künzell (jk) – Der Fuldaer Bewegungscheck feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum. Am Mittwochmorgen in der Kreissporthalle Künzell wurde der Startschuss für das Programm gegeben, bei dem insgesamt 2180 Zweitklässler aus 64 Grundschulen der Stadt und dem Landkreis Fulda ihre sportlichen Fähigkeiten unter Beweis stellten. Dabei durchliefen sie die verschiedensten Übungen, um ihre Balance, Sprungkraft und viele weiteren Kriterien zu ermitteln.

Foto: Justin Klenner

Nach Abschluss erhielt jedes Kind eine Urkunde, welche die Begabung aufzeigt und Empfehlungen für Sportarten ausspricht. Im Bewegungscheck werden überwiegend motorische Fähigkeiten geprüft. Die etwa 50 Kinder der Florenbergschule in Pilgerzell haben ihr Können in Übungen, wie beispielsweise Weitsprung, Sprints, Weitwurf oder Trapezlaufen, unter Beweis gestellt. Nach Abschluss des Bewegungscheck werden von den 2180 Kindern etwa 200 über zwei Monate ein Sportprogramm angeboten. Dabei können sie sich im Takka-Tukka-Land austoben und ihre Bewegungsfähigkeit verbessern – mit Erfolg. „Die Kids nehmen das total gerne an. Es läuft wirklich sehr gut“, freute sich Programmleiter Prof. Dr. Andreas Hohmann von der Universität Bayreuth. So springen die Kinder beispielsweise 15 Minuten Trampolin, können eine Viertelstunde tun und lassen was sie wollen, ehe sie erneut 15 Minuten Klettern gehen, und das ganze zwei Stunden. Damit möchte das Programm die schwächsten zehn Prozent an den Durchschnitt langsam und mit sehr viel Spaß heranführen.

„Es ist ein Leuchtturmprogramm in Hessen“, beschrieb Fuldas Bürgermeister Dag Wehner den Bewegungscheck. „Das Land Hessen zieht durch den Bewegungscheck mit eigenen Projekten nach“, so Wehner. In der 15-jährigen Geschichte wurden mittlerweile über 30.000 Kinder getestet und so entstand eine unglaublich große Datenbank. Hohmann ergänzte: „Unsere Datenerhebung ist sehr umfassend und aktuell. Deswegen sind wir wohl auch Nummer eins in Deutschland.“ Der Bewegungscheck ist insbesondere auf die Gesundheitsförderung ausgelegt und wurde in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und verbessert – besonders in die Richtung der schwächsten zehn Prozent. „Uns ist die Gesundheitsförderung sehr wichtig. Deshalb bieten wir neben dem Check verschiedene Bewegungsangebote an, um die schwächsten zehn Prozent an den Durchschnitt heranzuführen“, betonte der Programmleiter. Neben dem vielseitigen Bewegungsangebot für die Kinder, möchte Hohmann in Zukunft den Schritt Richtung Leistungssport gehen. Bereits seit einigen Jahren nutzten Vereine den Bewegungscheck, um Nachwuchs für die eigenen Reihen zu rekrutieren. Dabei seien alle möglichen Sportarten vertreten.

Neben den klassischen, wie beispielsweise Fußball, Schwimmen oder Turnen, halten mittlerweile auch Vereine für Inline Skate oder Klettern Ausschau nach kleinen Sportlern. „Es ist schön zu sehen, dass die Angebote so breit gefächert sind“, sagte Hohmann. Das Schulsportzentrum als Kooperationspartner kümmere sich schließlich um die Vermittlung der Kinder zu den Vereinen. „Die Stadt und der Landkreis Fulda schätzen das Programm sehr“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt. Nach der Corona-Pandemie seien die Ergebnisse der Kinder leicht gesunken, jedoch nicht so erheblich wie befürchtet. „Am körperlichen Zustand der Kinder, ist es nicht wirklich wahrnehmbar. Diese Erkenntnis ist nur durch den langen Zeitraum des Programms möglich“, betonte Schmitt. Ebenfalls vor Ort waren Sven Aschenbrücker, Bewegungskoordinator beim Landkreis Fulda, Uwe Marohn von der Sparkasse Fulda, Cornelia Hintz von der vivida bkk, Harald Piaskowski vom Sportkreis Fulda-Hünfeld sowie Max Siener.