Mit 108 Jahren noch topfit: Kant las auch an diesem Jubeltag noch ohne Brille vor, berichtete, er mache jeden Tag Morgengymnastik und läuft mit dem Rollator – bei schlechtem Wetter auch in seiner Wohnung. Der Jubilar berichtete weiterhin von einer „schönen Zeit“ mit allen, die er in Löschenrod um sich herum hat, „ich bin hier als Pensionär sehr gut aufgenommen worden“. Die Familie Kant brach ohnehin Rekorde: Beide seiner Geschwister wurden über 100, seine Schwester war vor etwa einem Jahr verstorben, sein zwei Jahre jüngerer Bruder im Main-Kinzig-Kreis erst vor wenigen Wochen.
Erster Beigeordneter Peter Happ, der Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund vertrat, kam persönlich für Glückwünsche und Gratulationen vorbei und brachte auch einen persönlichen Brief des Bürgermeisters mit. Auch Eichenzells Pfarrer Guido Pasenow sowie Daniela Böschen aus dem Kreisausschuss in Vertretung für Landrat Woide gratulierten Kant persönlich. Zu Besuch kam auch Pfarrer i.R. Arnulf Hummel, der früher sogar Messdiener von Kant war. Nächster Gratulant war Alt-Bürgermeister Rudolf Breithecker.
Viele Glücks- und Segenswünsche durfte Kant empfangen, dessen Nichte aus Wiesbaden ebenfalls kam. Die Gäste ließen ihn „hochleben“. Der rüstige Jubilar freute sich sehr über all die Zuwendungen, die er an seinem Ehrentag erfuhr – und erwartete noch viele weitere Gäste am Nachmittag wie die Messdiener, den Verwaltungsrat und Vertreter aus der Politik sowie Fuldas Bischof Gerber höchstpersönlich. „Das ist eine außergewöhnliche Leistung“, gratulierte Peter Happ: „Sie sind ein Werbeträger für Eichenzell und Löschenrod“, lachte er und übergab die Präsente.
Kant blickt auf ein bewegtes Leben zurück – mehr als ein ganzes Säkulum. Eine Straße in Marbach ist nach ihm benannt, wo er von 1960 bis 1991 Pfarrer war. Geboren wurde er am 26. Februar 1916 in Westpreußen, machte in Danzig Abitur. Erlebte zwei Weltkriege mit, war in russischer Gefangenschaft, studierte ab 1948 in Fulda und wurde zwei Jahre später zum Priester geweiht. In der ganzen Region wirkte er, schlug Brücken und packte selbst mit an, wo es ging.
Nach seinem Ende in Marbach vor über 30 Jahren übernahm er Seelsorge-Dienste in Löschenrod, ist seither dort am Altar gern gesehen, was er sich oft nicht nehmen ließ.
Kant selbst sagte am 108. Geburtstag: „Es war nicht immer leicht, aber ich bin überall gerne gewesen. Und ich hatte den Eindruck, dass die Menschen mich immer gut akzeptierten“. Und ein Geheimnis: Jede Predigt überlegte er sich stets „eine ganze Woche lang“.
