Die CDU hatte die Anpassung der Grundsteuerumstellung für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke ohne Mehreinnahmen gefordert. Auch sollte die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung der Gewerbesteuer von derzeit 357 Prozent nur auf 368 und nicht wie im Entwurf der Verwaltung auf 380 Prozent erfolgen. In einem später eingereichten Antrag aller andere Fraktionen außer den Grünen, wurden ebenso die „aufkommensneutrale Anpassung der Grundsteuer den Empfehlungen der hessischen Finanzverwaltung folgend“ auf 350 Prozent gefordert. Michael Wahl (Linke) verwies in der Begründung darauf, dass von „Bund und Land“ versprochen wurde, dass es „durch die Neuregelung keine Steuererhöhung geben soll“.
Bürgermeisterin Claudia Brandes appellierte an die Anwesenden, der von der Verwaltung vorgeschlagenen Erhöhung zuzustimmen: „Verlässlichkeit ist wichtig, da stimme ich zu. Hier geht es aber um mehr. Fakt ist, wir brauchen bei all dem, was wir planen, mehr Geld. Das war schon im ganzen letzten Jahr aus den Zahlen zu sehen. Und warum sollten wir nur die Gewerbesteuer und nicht nur die Grundsteuer erhöhen – da wäre ungerecht.“ Was dann folgte, war, wie es Norbert Höhl nannte, ein „Eiertanz“: „Alle wollen dasselbe, und wir reden darüber, wie wir es machen.“ In der Abstimmung zur Grundsteuer wurde fast einstimmig bei Enthaltung der Grünen, ein Hebesatz von 350 Prozent beschlossen. Die Gewerbesteuererhöhung bleibt beim ursprünglichen Vorschlag. Tamara Pfaff (CDU) drang mit dem Wunsch, sie „angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage“ und um den „örtlichen Unternehmen einen Standortvorteil zu schaffen“ sie geringer ausfallen zu lassen, nicht durch. Nur die CDU stimmte dafür.
Rechnerisch mehr finanziellen Spielraum wird Petersberg im nächsten Jahr haben, weil auf Antrag der CWE die eingeplanten Mittel zur Sanierung des Freibads am Waidesgrund um ein Jahr verschoben wurde. Ein Antrag der CDU, die Mittel von drei auf eine Million Euro zu senken, um Zeit zu gewinnen und Einsparmöglichkeiten zu finden, war davor noch mehrheitlich abgelehnt worden. Bürgermeisterin Brandes verwies auf die Zusage aus dem Landesföderprogramm „SWIMplus“, so dass die drei Millionen nicht unbedingt gebraucht würden, es aber trotzdem Sinn machen würde, eine Million im Haushalt zu lassen. Die Mehrheit folgte dann aber Rainer Dargatz (CWE), der darauf verwies, dass noch 1,7 Millionen aus den Vorjahren zur Verfügung ständen.
Gleich 300.000 Euro hätte ein Wunsch des Ortsbeirats Steinau gekostet, die vorhandene BMX-Strecke am Spielplatz Mausehandgraben zu einer Pumptrack-Strecke umzubauen. Der Unterschied zwischen den beiden Varianten ist, dass Pumptrack bedeuten würde, die Strecke auf naturbelassenem Boden zu asphaltieren. Dem folgte die Gemeindevertretung nicht. Auf Antrag von SPD und CWE werden 10.000 Euro Planungskosten eingestellt, während der CDU-Antrag, 30.000 Euro zur Sanierung der BMX-Strecke auszugeben abgelehnt wurde.
Kontrovers ging es bei der Diskussion um den Hochwasserschutz in Magretenhaun zu. Die CDU wollte zwei Millionen Euro einplanen, um die Sanierung oder Erneuerung der Brücke Mahlsteg Richtung Melzdorf vorzufinanzieren, weil es dauern könnte bis der Bauträger HessenMobil die Maßnahme angeht. Claudia Brandes, Kai Völler (Bürgerliste) und Kerstin Hüsemann (Grüne), argumentierten, dass 2025 angesichts der Vorgaben im öffentlichen Dienst und der Planungszeiten sowieso nicht begonnen werden könnte. Da half es auch nichts, dass Christian Bug (CDU) darauf verwies, dass er auch wisse wie lange eine Ausschreibung dauert: „Aber wenn wir nichts machen, dauert es noch länger.“ Der Antrag wurde gegen die Stimmen der CDU abgelehnt. Bei Enthaltung der CDU mehrheitlich angenommen wurde dann ein Antrag der Bürgerliste, 50.000 Euro für „mobile Hochwasserschutzsysteme“ auszugeben.
Noch einmal beantragte Norbert Höhl (Bündnis C), mit einer ausführlichen Begründung, das Pfarrhaus Marbach solle von der Gemeinde gekauft werden. Dazu sollten 200.000 Euro eingeplant werden. Die Bürgermeisterin verwies auf frühere Aussagen der Verwaltung, dass es aufgrund von Denkmalschutz und Zuschnitt der Räume schwierig sei, sich eine Verwendung vorzustellen. Weiter ergänzte sie, dass nach einer gemeinsamen Besichtigung mit der Unterer Denkmalschutzbehörde die Renovierungskosten grob auf eineinhalb Millionen Euro geschätzt wurden. Neben Höhl sprach sich dann nur die Linke für den Ankauf aus, während die überwiegende Mehrheit der Argumentation von Brandes folgte.
