Seit Mai 2022 würden viele Länder gehäuft über auftretende Infektionen mit Mpox-Viren der Variante „Klade IIb“ berichten, teilt Dr. Menzel mit. In Deutschland seien ebenfalls rund 3800 Fälle der ehemals als „Affenpocken“ bekannten Krankheit registriert worden. Die Zahl an Infektionen wurde im Sommer und Herbst 2022 festgestellt: „Seit August 2022 ist die Anzahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen.“ Im Sommer dieses Jahres seien regelmäßig einige Fälle pro Monat gemeldet worden, er fügt jedoch an: „Todesfälle aufgrund einer Mpox-Infektion waren in Deutschland bisher nicht zu verzeichnen.“ Eine Gefährdung durch Mpox der Klade IIb für die Bevölkerung in Deutschland schätze das RKI derzeit als gering ein, führt der Vorstandssprecher weiter aus.
Die WHO habe im vergangenen Jahr bereits einen Anstieg von Infektionen mit Mpox Klade I in Afrika verzeichnen können, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo, stellt der Mediziner fest. Für Europa werde das Risiko der Variante Ib derzeit als „sehr gering“ eingestuft. In Deutschland seien noch keine Mpox-Fälle durch die Klade I nachgewiesen, merkt er an. „Es gibt Hinweise, dass die Subvariante Klade Ib zu den schwereren Verläufen der Erkrankung führt, eine höhere Sterberate aufweist und auch bei Kindern zum Tod führen kann“, beschreibt der Vorstandssprecher die potenziellen Risiken. Ob dies tatsächlich der Fall ist, lasse sich derzeit nicht mit Sicherheit beantworten.
Die Übertragung von Mpox Klade IIb setze einen engen körperlichen Kontakt voraus, sagt Menzel: „Damit gehört das Mpox-Virus zu den weniger ansteckenden Viren.“ Die Infektion mit Mpox gehe meist mit Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, geschwollenen Lymphknoten und häufig einem typischen Hautausschlag einher, erklärt er: „Schmerzhafte Pusteln treten vor allem dort auf, wo die Infektion stattgefunden hat, zum Beispiel im Geschlechtsbereich oder im Gesicht.“ Eine Übertragung von Mpox Klade IIb setze einen engen körperlichen Kontakt voraus: „Die Übertragungen erfolgen in erster Linie im Rahmen von sexuellen Aktivitäten, insbesondere bei Männern, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern haben, laut RKI betreffen weniger als ein Prozent der Fälle Frauen, Jugendliche oder Kinder.“
Gegen die Krankheit gebe es einen wirksamen und sicheren Impfstoff, erläutert Menzel: „Ungeimpfte Personen mit Infektionsrisiken sollten sich impfen lassen.“ Um Ansteckungen zu verhindern, müssten angemessene Präventionsmaßnahmen umgesetzt und Infektionen frühzeitig erkannt werden. „Hautkontakte sollen minimiert werden und insbesondere keine Ausschläge oder Wunden berührt werden“, gibt er an. Bei sexuellen Kontakten sei die Wahrscheinlichkeit der Übertragung deutlich erhöht. „Bei unklaren Pusteln sollte der Arzt aufgesucht werden“, so der Vorstandssprecher abschließend.
