Lokales FD 16.08.2024

Sommerbegehung der CDU: Azubi-Campus, Stadtschloss und mehr

Fulda (fp) – Die CDU-Fraktion in Fulda sah sich am Mittwoch im Rahmen ihrer Sommerbegehung den Frauenberg und die Innenstadt an. Gemeinsam mit Stadtbaurat Daniel Schreiner wurde das Auszubildenden-Wohnheim „pings“, der Stadtschlossgarten und die Touristinformation am Neiselmarkt begutachtet, während die Anwesenden Informationen über die Bauprojekte erhielten (Update 10.20 Uhr).

Die Teilnehmer der CDU-Fraktion vor dem „pings“-Wohnheim in der Liobastraße. Foto: Felix Pillat

Los ging es in der Liobastraße als Startstandort für den Stadtbezirk Frauenberg. Dort besprachen die Teilnehmenden gleich mehrere umgesetzte Projekte. Zuvor richtete Susanne Jobst, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion in Fulda, ein paar Worte an die Anwesenden. „Der Frauenberg steht für mich persönlich für lebenswert und liebenswert“, lobte sie. Die Demografie im Stadtbezirk sei geprägt von sowohl jungen Zugezogenen, als auch vielen alteingesessenen Bürgern, erklärte Jobst weiter.

Als ein Projekt wurde der 2019 errichteten Spielplatz am Fuß des Frauenbergs vorgestellt, zu dem Tatjana Heil, Landschaftsarchitektin der Kanzlei Heil und Kehl, Einblicke in die Gestaltung und Herangehensweise gab. „Dieses Projekt ist eines unserer Lieblingsprojekte“, freute sich die Architektin mit Blick auf die Anlage. Sie fügte hinzu: „Anfangs wurden Büros angefragt, aber wir haben uns dazu entschieden einen Spielplatz zu bauen.“ Das Design der Spielgeräte stamme außerdem vollständig aus der Feder der zukünftigen Benutzer des Spielplatzes selbst: „Die Kinder durften Holzskulpturen bauen und so ihre eigenen Lieblingsspielgeräte planen. Die einzige Vorgabe war nur ‚macht es anders als sonst‘“, zeigte Heil auf und fügte zufrieden hinzu: „Dabei sind tolle handgemachte Spielgeräte entstanden.“

Im ehemaligen Liobaheim hingegen wurde 2023 von der Kolping Jugendwohnen gGmbH ein Wohnheim für Auszubildende und Duale Auszubildende realisiert. In 77 Einzel- und sieben Doppelzimmern kommen dort die Azubis unter. Außerdem stehen 16 weitere Räume für Lehrlinge mit Blockunterricht vom BBZ zur Verfügung, wie Brigitte Kram, Kolping-Diözesenvorsitzende, berichtete.

Die Idee des Wohnheimes bestünde darin, jungen Menschen eine Möglichkeit zu geben, auf eigenen Beinen zu stehen, so Kram: „Die Studierenden haben da oben ihren Campus und die Azubis schauen da oft in die Röhre. Deshalb haben wir darauf geachtet, hier einen eigenen Campus zu schaffen.“ Für die Azubis werden deshalb auch spezielle pädagogisch geschulte Fachkräfte als Ansprechpartner für die Bewohner beschäftigt, welche in vielen Fragen zum alltäglichen Leben zur Seite stehen sollen, erklärte Kram. Das Leitmotiv des Wohnheimes sei daher auch „Hilfe zur Selbsthilfe“, sagte sie weiter: „Wir bieten den Auszubildenden hier ein Komplettpaket.“ Abschließend führte sie die Anwesenden durch die Räume und zeigte detailliert was in der Einrichtung geboten wird. Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann und stellte heraus: „Insgesamt stellen wir schon fest, dass der Bedarf an kleinerem Wohnraum gegeben ist.“ Sie lobte die Initiatoren des Projektes für ihr Engagement: „Danke an alle, die sich daran beteiligen Azubis wohnen zu gewährleisten.“

Nach der Begehung des Wohnheims ging es weiter in den Schlosspark, der erst kürzlich großflächig restauriert wurde und im Fall des Gartens am Kaisersaal-Ausgang sich sogar noch im Bau befindet. Stadtbaurat Daniel Schreiner klärte über die Herausforderungen, Pläne und Hintergründe des großen Projektes auf. So sei beispielsweise die Gewährleistung der Wasserabfuhr ein großes Problem gewesen, wie Schreiner berichtete. So sei bei der Planung erstmals aufgefallen, dass es zu wenig oder gar keine Regelung für die Wasserregulierung im Falle eines Starkregenereignisses bestanden habe, führte der Stadtbaurat aus. Es zu diesem Zweck ein Pufferspeicher installiert, der das Mehrwasser auffangen soll.

Ein weiteres zentrales Thema der Restaurierung sei die Erhaltung und Kombination der „multiplen historischen Layer“, wie es Schreiner bezeichnete, im Schlosspark zu gewährleisten. Er erklärte dies mit einem kurzen geschichtlichen Exkurs über den Schlossgarten, der im Laufe der Jahrhunderte erst barocken, später durch den Eigentümerwechsel im 19. Jahrhundert zu Kurfürst Wilhelm I. von Hessen, klassizistischen Einflüssen unterlag. Zuletzt wurde die Anlage in den 1990er-Jahren umgebaut, was als Vorlage für die Sanierungsarbeiten diente. „Wir wollten das Layout von 1994 behalten“, erläuterte Schreiner und fügte hinzu: „Überall in dieser Rekonstruktion gibt es Kompromisse.“ So sei bei aller Erhaltungsmühe auch darauf geachtet worden, moderne und vor allem klimaschützende Aspekte zu erhalten und zu erbauen. Beispielsweise wurden neben den Wegen durch den Garten, Furchen zur Wasserabfuhr angelegt, aber auch präzise darauf geachtet, die Original-Bäume aus 1804 bis 1806 zu erhalten, so Schreiner.

Die gleichen Herausforderungen trafen bei der Sanierung des Gartens vor dem Kaisersaal zu. Dieser soll im kommenden Jahr fertig gestellt werden. Aufgrund des Zustandes des Außengeländes sei hier eine Restaurierung am deutlichsten nötig gewesen, meinte Schreiner: „Wenn Sie sich die Wege hier mal ansehen, wird klar, da mussten wir was machen.“ Im Zuge der Arbeiten werde nicht nur die Anlage erneuert, sondern auch modernisiert. So werden beispielsweise neben der großflächigen Wegsanierungen auch die Lampen erneuert und der mittelalterliche Turm an der Fassade des Stadtschlosses mit einem Aufzug für Touristen versehen.

Auf dieses derzeit noch von einem Gerüst gesäumte Bauwerk legte der Stadtbaurat in seinem Vortrag nochmals besonderen Fokus. Die zentrale Diskussion um den Umbau dieses speziellen Teils des Gebäudes, habe darin bestanden, ob es um ein historisch akkurates Eichendach erneuert werde oder nicht, so Schreiner. „Wir haben uns dazu entschieden die alten Proportionen wieder zurückzubringen“, führte er aus. Doch dafür sei eben kein Eichendach, sondern eine Stahlkonstruktion vorgesehen, die nur symbolisch an das ehemalige Dach erinnere. Abschließend zog die CDU-Fraktion weiter in den Neiselmarkt, wo nicht nur die Möglichkeit zum Austausch bei einer kleinen Stärkung bestand, sondern auch die neue Tourist-Information nebenan vorgestellt wurde.