Mit einer Unterbrechung während und nach dem Zweiten Weltkrieg besteht die Fliegerschule auf der Wasserkuppe seit 1924. Landrat Woide, wie alle seine Vorgänger auch Präsident der GFS, erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass es „alles, was wir heute vom Fliegen wissen“ ohne die Anfänge des Segelflugs nicht geben würde. Die Wasserkuppe sei nicht nur die Wiege des Segelflugs, sondern wichtig für den gesamten Tourismus in der Rhön – zu nennen seien dabei neben dem Segelflug der Wintersport sowie der Modell-, Gleitschirm- und Drachenflug.
Vom Vize-Präsidenten der GFS Markus Kurz und dem Leiter der Fliegerschule Lukas Schmidt-Nentwig, gab es dann einen kurzweiligen Überblick über die Entwicklung des Segelflugs auf der Rhön. Diese fing schon kurz nach der letzten Jahrhundertwende an und wurde geprägt von Namen, die heute noch geläufig sind, wie dem Gründer Fritz Stahmer, Otto Lilienthal oder auch Alexander Schleicher. Es gehe auf der Wasserkuppe aber um mehr als das reine Segelfliegen – das wichtigste im hier und jetzt sei die Gemeinschaft. Es werden spezielle Kurse für Jugendliche angeboten, in denen diese schon nach ein bis zwei Woche selbstständig fliegen können. Verantwortung trägt die GFS auch für 200 Hektar Flugplatzgelände, auf dem auf großen Teilen naturnah extensiv Wiesen bewirtschaftet werden – ein Beitrag zum Erhalt der Rhön als „Land der offenen Fernen“. Kurz sagte dazu: „Das ist heute noch wie vor 100 Jahren. Weitere Begrenzungen und Regulierungen brauchen wir da nicht.“ Schmidt-Nentwig ging besonders auf die Zukunft ein. Es sei ein Ziel des Vereins, klimaneutral zu fliegen. Das würde heute noch nicht geschafft, weil die Winden über die, die Segelflugzeuge in die Luft gezogen werden, mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Die Lösung seien elektrische Winden, die ohne Förderung für den Verein aber unbezahlbar seien.
Bevor sie die Gedenktafel enthüllte sagte Ministerin Stolz in ihrem Grußwort dann auch eine wohlwollende Prüfung des Förderantrags zu. Für die Arbeit der Fliegerschule fand sie nur lobende Worte: „Das, was hier geschaffen wurde, ist nicht vom Himmel gefallen. Da wurde hart gearbeitet.“ Im Anschluss nahm sie dann an einem Rundflug, mit Lukas Schmidt-Nentwig am Steuer, teil, um die Schönheit der Rhön auch von oben zu bewundern. Unter den Gästen im Segelflugmuseum waren unter anderem auch Bürgermeister, Landtagsabgeordneter Sebastian Müller und Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Unesco-Biosphärenreservats Rhön.
