Der Kapellensaal im Vonderau Museum Fulda war fast komplett gefüllt mit Menschen, die die Kunst von Egon Knapp, Künstler und Gründer der Galerie Junge Kunst – kurz JuKu – zu sehen. Die Laudationen zu seinen Ehren beleuchteten das bewegte Leben des Künstlers. Von seiner Freundschaft und Bruch mit seinem Weggefährten und Freund Franz-Erhard Walter, über seinen Beruf als Grafiker bis hin zu seinen gescheiterten Versuchen im Alter in die Kunst zurückzukehren, sowie Knapps monetären und geistigen Niedergang, der schließlich in seinem Suizid endete. „Er blieb Zeit seines Lebens ein Sucher – daran ist er schlussendlich auch gescheitert“, erzählte Museumsleiter Verse in seiner Rede. Knapps Leben war von vielen Wendungen durchzogen, die sich auch in seiner Kunst wiederspiegelt. „Ich finde man merkt, dass Knapp versucht hat seine Kunstform zu finden. Er hat sich an vielen Dingen einfach ausprobiert“, sagt Franziska Schlemmer, Mitkuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums mit Blick auf die Ausstellung: „Seine Kunst wurde von Popart, Surrealismus und abstrakter Kunst beeinflusst.“ Betrachter werden vielleicht die innere Zerrissenheit Knapps, der sich, um seine Familie zu ernähren, als Grafiker und Designer für PR-Firmen beteiligte, um im Alter von 81 Jahren wieder in Kunst zurückzukehren, auch in seiner Kunst wiederfinden. Seine Werke reichen von perspektivischen Zeichnungen bis hin zu skurrilen Gemälden mit abgetrennten Gliedmaßen auf Altären und bunten expressionistischen Porträts.
Knapps Familie wollte laut dem Museum aus unbekannten Gründen nichts mit seiner Kunst zu tun haben und distanzierten sich von den Kunstwerken. Durch einen Zufall wurden die Bilder dem Förderkreis Galerie21 und dem Ehepaar Herzig zugänglich gemacht, weswegen sie jetzt im Vonderau Museum Fulda ausgestellt werden können.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von George Wagner und Klaus Schenk, die jeweils zwischen den Laudationen ein kurzes Intermezzo auf der Gitarre und dem Xylophon spielten. Die Bilder wurden auch zum Verkauf angeboten. Interessierte können die Ausstellung noch bis zum 30. Juni besuchen.
