Trading und Daytrading Broker
Trading bedeutet Kauf und Verkauf von Wertpapieren mit dem Ziel, von Kursschwankungen zu profitieren. Das Daytrading ist eine besonders kurzfristige Form des Tradings, bei dem das Öffnen und Schließen von Wertpapier-Positionen gewöhnlich bis zum Ende eines Handelstages erfolgt. Offene Positionen werden bei einer Plattform für Daytrading also in aller Regel nicht über Nacht gehalten. Händler müssen sich bei der Suche nach einem passenden Broker auf viele verschiedene Dinge achten, wie zum Beispiel Kosten, Mindesteinzahlung, Support und vieles mehr. Finanzradar vergleicht solche Daytrading Broker und gibt Hilfestellung zur Wahl eines geeigneten Anbieters.
Daytrading: Was ist ein Trend?
Im Börsenkontext besteht ein Trend aus einem bestimmten Muster von Kursverläufen. Zu unterscheiden sind Aufwärtstrends, Abwärtstrends und Seitwärtstrends. Der Trader setzt auf eine Fortsetzung des aktuell bestehenden Trends oder auf eine Trendumkehr und tätigt bei seinem Daytrading Broker entsprechende Wertpapier-Käufe und -Verkäufe.
Wie lässt sich beim Daytrading ein Trend erkennen?
Ein Trend setzt sich stets aus einer Grundbewegung (aufwärts oder abwärts) und einer Korrekturbewegung zusammen.
Daytrader nutzen vielfältige Möglichkeiten zur Erkennung eines Trends. Häufig nutzen Trader neben charttechnischen Instrumenten zusätzlich auch andere Signale, um die Wahrscheinlichkeit einer zutreffenden Trendbestimmung zu erhöhen.
In diesem Artikel setzen wir den Schwerpunkt auf Anzeichen für Kurstrends, die sich unmittelbar aus dem bisherigen Kursverlauf ("Chart") ergeben. Bestimmte Kursformationen sprechen für eine überwiegende Wahrscheinlichkeit einer künftig aufwärts oder abwärts gerichteten Kursentwicklung.
a.) Aufwärts- oder Abwärts-Trendlinie
Daytrader können ihre Kauf- oder Verkauf-Entscheidungen bei einem Daytrading Broker an Aufwärts- und Abwärts-Trendlinien orientieren.
- Aufwärts-Trendlinien sind gerade Linien, die die zwischenzeitlichen, aufeinander folgenden Tiefpunkte eines generell ansteigenden Charts miteinander verbinden.
- Abwärts-Trendlinien verbinden demgegenüber die zwischenzeitlichen Hochpunkte eines unter Schwankungen generell absteigenden Kursverlaufs.
b.) Identifizierung von Trendkanälen
Auch Trendkanäle helfen bei der Entscheidungsfindung bei Wertpapiergeschäften bei einem Daytrading Broker.
Als Grundregel für die Bestimmung eines Trendkanals gilt:
Zur Identifizierung eines Trends sind mindestens drei Kurspunkte erforderlich:
- bei einem Aufwärtstrend zwei Hochpunkte und ein dazwischen liegender Tiefpunkt,
- bei einem Abwärtstrend zwei Tiefpunkte und ein dazwischen befindlicher Hochpunkt.
Beispiel
Während eines Aufwärtstrends folgt auf einen (vorläufigen) Hochpunkt eine kurze Gegenbewegung ("Retracement"), bevor der Aufwärtstrend wieder aufgenommen und ein neues Hoch erreicht wird, das oberhalb des letzten Hochpunktes liegt.
Innerhalb eines Abwärtstrends erfolgt zunächst eine Abwärtsbewegung bis zu einem (vorläufigen) Tiefpunkt und dann eine temporäre Gegenbewegung nach oben, bis eine erneute Abwärtsbewegung zu einem neuen Tiefpunkt führt.
Bei der Trendkanal-Erkennung ist es hilfreich, die zwei Tief- beziehungsweise Hochpunkte jeweils durch eine Linie zu verbinden und anschließend zu dieser ersten Linie eine Parallele zu ziehen, die durch den Minimum- beziehungsweise Maximum-Punkt der Gegenbewegung verläuft.
Bei einem bestehenden Trend ergeben die beiden Parallelen dann einen Trendkanal, der sich für einen Trade bei einem Daytrading Broker nutzen lässt.
Beispiel innerhalb eines Aufwärtstrends
Ein Daytrader kauft über seinen Daytrading Broker ein Wertpapier bei Erreichen der unteren Parallele (Untergrenze des ermittelten Trendkanals) und verkauft das Wertpapier bei Annäherung an die obere Parallele (Obergrenze des Trendkanals).
Voraussetzung für den Verkauf an der oberen Trendlinie ist natürlich, dass ein aus Sicht des Daytraders ausreichender Gewinn erzielt werden kann. Der Daytrader wird gewöhnlich auch erst dann verkaufen, wenn er mit einer Beendigung des Aufwärtstrend rechnet.
c.) Seitwärtsbewegung des Charts: Ausbildung eines Chart-"Dreiecks"
Von Bedeutung für die Bestimmung des Trends nach einer Seitwärtsbewegung sind sogenannte Dreiecksformationen. Um festzustellen, ob ein "Dreieck" vorliegt, werden die Hochpunkte und die Tiefpunkte einer Seitwärtskursverlaufs jeweils durch eine Linie verbunden.
- Ein "symmetrisches Dreieck", bei dem die untere Chart-Begrenzungslinie ansteigt und die obere Linie abfällt, gilt als Zeichen für die Wiederaufnahme des früheren Trends.
- Ein "aufsteigendes Dreieck" wird durch eine gleichbleibend hohe obere Linie und eine ansteigende untere Begrenzungs-Linie gekennzeichnet. Solche "Aufwärtsdreiecke" sprechen für steigende Kurse: die Nachfrage nach dem betreffenden Wertpapier sorgt offenbar für immer höhere Kurstiefs, bis der Chart aus dem "Dreieck" nach oben "ausbricht".
- Dagegen signalisiert das "absteigende Dreieck" künftig fallende Kurse. Das "Abwärtsdreieck" entsteht durch eine fallende obere Chart-Begrenzungs-Linie und eine gleichbleibend hohe untere Linie. Die fallenden Hochpunkte innerhalb der Seitwärtsbewegung deuten darauf hin, dass die Marktkräfte immer weniger ausreichen, um das aktuelle Kursniveau zu halten.
d.) Flaggen- und Wimpel-Chartverläufe
Wenn sogenannte "Flaggen" oder "Wimpel" im Kursverlauf festgestellt werden können, dann spricht dies für eine Fortsetzung des unmittelbar vor den Wimpel- oder Flaggen-Formationen vorherrschenden Trends.
Auch zur Identifizierung von sogenannten "Flaggen" und "Wimpeln" im Chartverlauf werden jeweils die Hochpunkte und die Tiefpunkte des Charts mit einer Linie verbunden.
- Eine - durch die genannten zwei Linien gebildete - "Flagge" sieht aus wie ein Parallelogramm, das gegen den bisherigen Trend geneigt ist. Eine nach unten gerichtete Flagge deutet also auf die Fortsetzung eines Aufwärtstrends hin, eine nach oben zeigende Flagge signalisiert Fortführung eines Abwärtstrends.
- Ein "Wimpel" ähnelt dem bereits dargestellten "symmetrischen Dreieck": die obere Linie weist abwärts, die untere aufwärts. Auch Wimpel stehen für eine Trendfortführung.
Wimpel und Flagge stehen für eine Art "Verschnaufpause" innerhalb eines dynamischen Marktgeschehens. Die Trendfortsetzungssignale Wimpel und Flagge sollten daher durch fallende Umsatzvolumina während des Wimpel- und Flaggen-Charts ("Verschnaufpause") begleitet werden, um eine verlässliche Trendaussage zu generieren.
e.) Unterstützungs- und Widerstandslinien: mögliche Anzeichen für eine Trendumkehr
Wenn es dem Kurs eines Wertpapiers, das sich bisher in einem Aufwärtstrend befand, nach einem vorübergehenden Kurstief nicht mehr gelingt, das bisher erzielte Hoch zu übertreffen, so spricht dies häufig für eine Trendumkehr. Grund: den Marktkräften gelingt es nicht mehr, den bisherigen Aufwärtstrend fortzusetzen. Das im Chartverlauf zu sehende "Doppel-Hoch" zeigt einen "Widerstand" an.
Ebenso spricht es oft für die Beendigung eines Abwärtstrends, wenn der Kurs nach einem Zwischenhoch zwar ein zweites Mal bis zu dem bisherigen Kurstief, aber nicht mehr darunter fällt. Das im Kursverlauf sichtbare "Doppel-Tief" ist eine "Unterstützungs"-Linie, die eine Beendigung des Abwärtstrends signalisiert.
f.) Trendumkehr bei Schulter-Kopf-Schulter-Formation
Auch die sogenannte "Schulter-Kopf-Schulter"-Chartformation deutet auf eine Trendumkehr hin.
In einem zunächst aufwärtsgerichteten Trend ist in einem solchen Chart ein Kursmaximum in der Mitte der Formation zu erkennen, das als "Kopf" bezeichnet wird. Auf beiden Seiten des "Kopfes" befinden sich niedrigere Kursverlauf-Hochpunkte ("Schultern").
Zwischen jeder "Schulter" und dem "Kopf" liegt jeweils ein Kurstief. Die Gerade, die nun durch diese beiden Kurs-Tiefpunkte gezogen wird, heißt "Nackenlinie".
Durchbricht der Chart diese "Nackenlinie" nach unten, so gilt dies als Beendigung des vorherigen Aufwärtstrends und als Signal für einen neuen Abwärtstrend. Der Daytrader wird über seinem Daytrading Broker einen Verkaufsauftrag erteilen.
Analog gilt nach einem bisherigen Abwärtstrend, dass ein Durchbruch nach oben durch die "Nackenlinie" einer "umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter"-Formation eine Trendumkehr in Richtung Aufwärtstrend anzunehmen ist.
Daytrading: Was tun bei irrtümlicher Annahme eines bestimmten Trends?
Irrtümer bei der Trendeinschätzung lassen sich nicht vollkommen ausschließen - zumal jeder Trend irgendwann einmal endet.
Wer beim Daytrading erkennt, dass er sich bei der Einschätzung eines Trends geirrt hat, der sollte über einen Verkauf seines über einen Daytrading Broker erworbenen Wertpapiers nachdenken - auch dann, wenn gegebenenfalls ein Verlust entstehen würde.
Um aber einen möglichen Verlust zumindest zu begrenzen, bestimmt der umsichtige Trader, der zum Beispiel einen Aufwärtstrend zu erkennen glaubt, bereits vor dem Wertpapierkauf beim Daytrading Broker eine Kursuntergrenze, bei er das Wertpapier auf jeden Fall wieder verkaufen wird ("Stop-loss"), wenn der Kurs an der Börse das Stopp-Loss-Limit erreicht.
Der Stopp-loss-Verkauf eines Wertpapiers mit Verlust gehört zu den (gerade auch emotional) schwierigsten Herausforderungen für einen Daytrader. Ein solcher Verkauf, der zwecks Verlustbegrenzung unbedingt zu empfehlen ist, resultiert letztlich aus dem ehrlichen Eingeständnis, sich bei der Einschätzung eines Trends geirrt haben.
Fazit: die Kenntnis der wichtigsten Chartsignale hilft Ihnen beim frühzeitigen Erkennen von Trends
Erfolgreiches Daytrading setzt ähnlich wie beim Geld anlegen mit Aktien ein möglichst frühzeitiges Erkennen eines Trends voraus. Wegen der zeitlichen Begrenztheit jedes Trends ist es immer risikoreich, auf einen allzu weit fortgeschrittenen Trend zu setzen.
Daytrader sollten die wichtigsten charttechnischen Signale kennen und sich bei ihren über einen Daytrading Broker getätigten Kauf- und Verkaufentscheidungen konsequent an der von ihnen ausgewählten Strategie orientieren. Besonders wichtig ist hierbei das Setzen und Einhalten von Stopp-Loss-Limits, um Verluste bei einer jederzeit möglichen Fehlentscheidung zu begrenzen.
