Mit nur drei Nachbarn wohnt Metzler auf einer Alm in Valvestino. Das Grundstück auf dem er wohnt hat er in den zwei Jahren schon in einen kleinen Dschungel verwandelt. Viele 100 Bäume habe er bereits gepflanzt, zudem einen Gemüsegarten angelegt und zwei Gewächshäuser gebaut. Für seine vielen Tiere habe er außerdem drei Ställe errichtet. All das schaffte er alleine und fast ausnahmslos ohne elektrische Geräte. In der alten Alm gebe es weder warmes Wasser, noch eine Heizung, im Winter benutze er einen Holzofen, für den er alle zwei Tage Holz aus dem Wals holen müsse. Das Grundstück gleicht einem bunten Chaos, aber so liebe er das. Auf dem ersten Blick nicht erkennbar, stecke hinter den wild wachsenden Kräutern und Pflanzen ein Plan: das Errichten einer Permakultur.
Bei diese werden natürliche Kreisläufe und Ökosysteme zum Vorbild genommen. Ziel ist es, ein sich möglichst selbst regulierendes Ökosystem zu erschaffen. Metzler habe die Vorstellung, dass sich in 10 oder 20 Jahren vorbeikommende Wanderer in seinem Garten bedienen können. Irgendwann wolle er die Alm dann „der Öffentlichkeit übergeben“, eine sich dann „selbst regulierende Alm“. Bis dahin müsse das Grundstück aber erst einmal abbezahlt werden. Denn ohne Spenden konnte das 10 Jahre dauern. Geld verdiene er aktuell durch Online Nachhilfe.
Von fünf Uhr früh bis in den Abend hinein sei sein Tag mit Aufgaben gefüllt. Sein Tagesablauf variiere von Monat zu Monat, den Witterungsverhältnissen entsprechend. So stehe er aktuell morgens gegen 5 Uhr auf, füttere die Tiere, gieße und ernte sein Obst und Gemüse. Seine freien Minuten nutze er zum Renovieren seines Gästehauses. Von 15 bis 19 Uhr gebe er Nachhilfe. Den Abend verbringe er mit dem Einkochen seiner Ernte.
Wie es dazu kam:
Als Corona in Deutschland ausbrach, verließen die meisten Menschen ihre Wohnungen nicht mehr. Metzler hingegen kaufte sich eine Alm in Valvestino, um dort eine Permakultur errichten zu können. Sein Ziel ist es, so gut wie möglich Ressourcen zu schonen, „Ich mache das hier oben, um mir selbst zu beweisen, dass ich nachhaltig leben kann“, so Metzler. Den Wunsch eines nachhaltigen und möglichst ressourcenschonenden Lebens habe er erkannt, als er auf seinen Wanderungen durch diverse Länder die Verschmutzung und Ausnutzung der Natur gesehen habe. Zudem sei eines seiner Lebensziele „einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten“. Aus diesem Grund habe er sich für das Prinzip der Permakultur entschieden. Teddy Metzler schränke seinen Konsum schon seit Jahren enorm ein. Ganz ohne einen Supermarkt gehe es allerdings nicht. So kaufe auch er Grundnahrungsmittel wie Mehl und Öl im Supermarkt. Ohne Auto dauert der knapp 35 Kilometer lange Weg aber doch einige Zeit. Er vermisse einige Nahrungsmittel, seine Priorität lege er aber auf einer saisonalen und nachhaltigen Ernährung. Als Problem sieht er den Massenkonsum im Ganzen. Das Problem liege darin, dass die Menschen die Probleme erkennen, und doch nichts verändern würde. So fügte er hinzu: „Es gibt genug Leute, die den Artikel lesen und dann trotzdem in die Stadt gehen und irgendeinen unnötigen Mist kaufen.“
Lebensbedingungen am Rande der Zivilisation
Metzler selbst bezeichnet sich weder als Aussteiger, noch widerspricht er dem Leben in der modernen Zivilisation. Trotzdem sieht sein Leben anders aus, als das eines Durchschnittsbürgers. Ein Arzt käme einmal in der Woche ins Dorf. Abgeschottet lebe er allerdings trotzdem nicht. Strom habe er auf der Alm, wodurch er sogar die Möglichkeit hätte, etwas im Internet zu bestellen. Diese Option nutze er jedoch nur für Hundefutter. Metzler wohne zwar alleine, habe durch den Nachhilfeunterricht jedoch täglich Kontakt zu anderen Menschen. Zusätzlich bekäme er regelmäßig Besuch von Freunden und Familie. Diese waren wenig überrascht von seiner doch sehr ungewöhnlichen Lebensgestaltung, seien aber sehr beeindruckt von der Umsetzung. Er selbst finde die fehlende Bereitschaft zu einem Konsum reduzierten Leben sehr bedauerlich: „Viele reden, kaum einer wagt den Schritt“, ergänzte er.
Teddy Metzler freut sich natürlich über Spenden: Paypal: johannesmetzler@web.de
Zur Website von Teddy Metzler geht es hier:
Mehr zu den Reisen von Teddy:
Weltenbummler „Teddy“ Metzler im Interview – Teil 1: Die Reisen
Weltenbummler „Teddy“ Metzler im Interview – Teil 2: Der Fußball
Weltenbummler „Teddy“ Metzler im Interview – Teil 3: Glück
