Lokales FD 08.11.2023

Kein Recht auf Suizidmittel nach Wunsch: PalliativStiftung lobt Urteil

Berlin/Fulda (oz/jk) – Zwei Mitglieder des Vereins Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), einem sogenanntem „Sterbehilfe“-Verein, hatten geklagt, um sich durch das Medikament Natrium-Pentobarbital (NaP) das Leben nehmen zu können. Nun entschied das Bundesverwaltungsgericht am Dienstag darüber und lehnte die Klage zur Selbsttötung des Narkosemittels auch in letzter Instanz ab.

Dr. med. Thomas Sitte. Archivfoto: Jasha Günther

Das begehrte Natrium-Pentobarbital ist ein altbekanntes Narkosemittel, das überdosiert zum Atemstillstand führt. Die Patienten werden bewusstlos und sterben an Sauerstoffmangel. Dieselbe Wirkung wäre auch mit sehr vielen anderen Medikamenten erreichbar. Die Deutsche PalliativStiftung begrüßt das Urteil ausdrücklich. „Suizidmittel nach Wunsch tragen zu einer weiteren Normalisierung der Beihilfe zur Selbsttötung und damit zur Enthumanisierung auch unserer Gesellschaft bei“, so der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Prof. Dr. iur. Utr. Carsten Schütz. Der Vorstandsvorsitzende Dr. med. Thomas Sitte ergänzt: „Was wir zuallererst brauchen, ist ein Abbau von Fehlversorgung und eine flächendeckende Verfügbarkeit schneller Leidenslinderung bei schwerkranken Menschen. Da mangelt es immer noch und hierauf müssen sich die staatlichen und gesellschaftlichen Anstrengungen endlich fokussieren“.

Über die Deutsche PalliativStiftung

Die Deutsche PalliativStiftung engagiert sich seit 2010 dafür, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, an einem vertrauten Ort, inmitten vertrauter Menschen, ohne körperliche Beschwerden und unter ganzheitlicher Betreuung sein Leben bis zum Ende leben zu können.  Unterstützt wird eine Medizin mit Maß und Menschlichkeit, die jeder Mensch selbstbestimmt an seinem Lebensende in Anspruch nehmen kann. Jeder sollte darüber informiert sein, welche Optionen und Möglichkeiten der Behandlung und gegebenenfalls auch der Lebensverkürzung es am Lebensende gibt. Interessierte finden weitere Informationen auf der Website der Palliativstiftung unter www.palliativstiftung.com.