Bei Terrasim handelt es sich um ein Simulations- und Vorwarnsystem, mit dem die Effekte von Hochwasserereignissen dargestellt werden. Dadurch sollen Risikostellen hervorgehoben werden, um schlimmere Schäden im Katastrophenfall zu verhindern oder abzumildern. Erdacht und bearbeitet wurde das Programm von dem 19-jährigen David Maul aus Neuhof, dem 19-jährigen Leon aus Gersfeld sowie dem 18-jährigen Ruben Otto aus Hofbieber, die mittlerweile Informatik-Kurse an der Hochschule Fulda belegen.
Die drei ehemaligen Zuse-Schüler hatten im Projektunterricht der Informatik in 2021 nach einem Thema gesucht. Damals war das Hochwasser im Ahrtal wenige Wochen vorher passiert, erinnert sich Maul. Zusammen überlegten sie, wie eine Software-Lösung für ein mögliches Warnsystem aussehen könnte: „Ende der Herbstferien war ein Prototyp entwickelt.“ Der Neuhofer spricht von einem diversen Feld an Problemstellungen, die während der Arbeit an Terrasim gelöst wurden: „Jeder hat sich auf ein Thema spezialisiert.“ Er beispielsweise habe die Grundlage für die Simulation entwickelt. Otto und Bohnwagner hätten sich parallel um die Webentwicklung und Visualisierung des Programms: „Also das, was der User sehen wird: eine interaktive Karte, in der verschiedene Modelle mit Wasser möglich sind.“
Der Schutz der Bevölkerung sei für die Arbeit insgesamt ein großer Motivationsfaktor, stellt Maul fest: „Es ist toll, dass man dadurch Bürgern helfen kann.“ Für die Bearbeitung ihres Projekts gab es keine Vorgaben, lobt Otto: „Wir hatten die freie Wahl der Technik und konnten mehrere Programmiersprachen verwenden.“ Genutzt wurde unter anderem „Julia“ für die Hochleistungsrechnung sowie „Rust“, um die Performance zu verbessern. Die Freude über ihre Teilnahme am Bundesfinale von Jugend forscht vom 18. bis 21. Mai in Bremen sei sehr groß, meint der Neuhofer: „Das ehrt einen natürlich. Es ist eine sehr große Anspannung spürbar.“ Sein Kollege aus Hofbieber schließt sich dem an und erzählt: „Freunde und Verwandte haben sich sehr gefreut, es gab viele Glückwünsche.“ Der Gersfelder habe es im ersten Moment kaum glauben können, dass sie es bis ins Finale geschafft hatten: „Es hat kurz gedauert, bis wir das realisiert haben.“
Der Ehrgeiz ist bei den drei angehenden Informatikern deutlich spürbar, wie Maul beschreibt: „Es würde uns sehr freuen, wenn wir gewinnen. Wir sind sehr aufgeregt und geben unser Bestes.“ Wichtig sei zudem der Austausch vor Ort, hebt Otto hervor: „Es ist ganz schön sich mit den anderen Projekten und Machern zu vernetzen.“ Unabhängig von der Teilnahme an Jugend forscht wollen die drei Studenten an dem Projekt in Kooperation mit der Stadt Hünfeld weiterarbeiten. Als nächstes Ziel solle die Nutzung von Terrasim erleichtert werden, berichtet der Neuhofer: „Wir wollen die Simulation der breiten Masse zugänglicher machen.“ In Vorbereitung sei zudem eine Untersuchung mithilfe des Programms in einem Pilotgebiet. Dort sollten unterschiedliche Sensordaten in der Umwelt erhoben werden, um damit die Leistung von Terrasim zu verbessern, erläutert er. Diese Arbeit mache viel Spaß, so Maul: „Wir sind alle drei Informatiker mit Herzblut.“ Otto ergänzt: „Ich kann mir nichts anderes vorstellen als Beruf.“
