Hätte Neuhof über weite Strecken der Saison das abgerufen, was die Mannschaft von Alexander Bär gegen den designierten Meister aus der Mainmetropole zeigte, der SVN hätte nichts mit dem Abstieg zu tun gehabt. Da waren sich nach dem umkämpften Unentschieden alle einig. Bär tröstete das jedoch wenig: „Wir haben schon so viele gute Spiele gezeigt und standen am Ende mit leeren Händen da. Die Leistung stimmt oft, die Ergebnisse nicht. Teilweise fehlt dann das Spielglück, manchmal sind es auch einige Schiedsrichterentscheidungen“, bilanzierte der Trainer, der noch nicht vom endgültigen Abstieg sprechen wollte: „Vielleicht bleiben ja doch 20 Mannschaften in der Liga, wer weiß. Wir warten bis zum letzten Spieltag ab.“
Die Gastgeber zeigten von Beginn an, dass es noch um alles ging, spielten die Frankfurter U21 zu Beginn phasenweise schwindelig. Aigboje bediente nach nicht einmal 60 Sekunden Jean Carlo Yanez Cortes, der Spanier verpasste jedoch die frühe Führung. Aigboje hätte später auch selbst für das 1:0 sorgen können, verpasste jedoch doppelt (10., 20.). Kurz danach zielte noch Sergio Sosa Perez knapp vorbei, sodass die Neuhofer Führung mittlerweile überfällig gewesen wäre. Wie so oft fiel der Treffer nach den zahlreichen, ausgelassenen Möglichkeiten dann auf der anderen Seite. Nino Cassaniti und Luca Maurer stellten kurz vor der Pause per Doppelschlag auf 2:0 für die Gäste und zerstörte so jegliche Neuhofer Resthoffnung auf den Klassenerhalt – vermeintlich.
Denn die Hausherren gaben auch im zweiten Durchgang nicht auf und wollten sich, so schien es, zumindest standesgemäß verabschieden. Bärs Mannschaft war auch nach der Pause die bessere Mannschaft, wie ein Absteiger präsentierte sich der SVN keineswegs. Der Anschlusstreffer von Sergio Sosa Perez per Distanzschuss nach einer knappen Stunde war so nur folgerichtig – und auch der Ausgleich zehn Minuten später verdient: Norvin Mukiele sah, dass SGE-Schlussmann Paul Harbrecht zu weit vor seinem Kasten stand und traf per sehenswertem Heber von der Strafraumkante (67.). Neuhof blieb auch in der Folge spielbestimmend, wenngleich nun auch Frankfurt zu einigen Chancen kam – beide Teams hatten Möglichkeiten, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Gelingen wollte es schlussendlich niemanden, wodurch der Abstieg des SV Neuhof nach fünf Jahren in der Hessenliga in die Verbandsliga besiegelt ist.
Neuhof: Hunt; Paez, Mihaylov, Yanez, Aigboje, Sosa Perez, Gärtner, Djebbari, Kovac, Brkic, Costa Sabate.
Eintracht: Harbrecht; Gebuhr, Harangi, Nacho Ferri, Maurer, Bobson, Baum, Sejdovic, Cassaniti, Schäfer, Wenig.
Schiedsrichter: Boris Reisert (Ober-Roden)
Tore: 0:1 Nino Cassaniti (38.), 0:2 Luca Maurer (40.), 1:2 Sergio Sosa Perez (57.), 2:2 Norvin Mukiele (67.)
Zuschauer: 400.
