„Wir leben in einer Zeit, in dem die Zeitzeugen von damals versterben“, erzählte Jochen Kohlert, Leiter des Stadtteiltreff Fulda Innenstadt. Die Erzählungen und Geschichten unter der Nazi-Herrschaft werden daher zunehmend weniger. Um den entgegen zu wirken und diese Geschichten von damals weiterzuverbreiten, seien Aktionen und Ausstellung wie die der Schüler, extrem wichtig. „Ihr erarbeitet und haltet die Erzählungen von damals für die kommenden Generationen am Leben“, sagte Kohlert. Vom 24. April bis zum 21. Mai wurde die Ausstellung der Projektgruppe bereits vor den Spiegelsälen des Stadtschlosses Fulda ausgestellt. Diese Veranstaltung besuchte auch der Leiter des Stadtteiltreffs, woraus noch am selben Tag die Idee entstand diese im Anschluss im Stadtteiltreff zu präsentieren. „Mir war zu Beginn gar nicht klar, dass ihr diese Bilder erstellt habt“, zeigte sich Kohlert begeistert. Erst als er die Namensschilder mit den der Bilder verglich kam er darauf. Ziel der Ausstellung im Stadtteiltreff sei es, die Arbeit der Projektgruppe bekannter und anderen Institutionen und Menschen darauf aufmerksam zu machen. „Es ist wirklich eine bemerkenswerte Arbeit von euch. Mein größten Respekt“, lobte Kohlert die Gruppe.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung erzählte ein Teil der Gruppe über ihren Exkursion und ihre Eindrücke nach Auschwitz. 2,3 Millionen Besucher zog es im Jahr 2019 zum Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in Polen. „Es wurde von einer Gedenkstätte, zu einer regelrechten Touristenattraktion“, bedauerte die Schülerin Laura Heil. Nur wenige Touristen würden sich mit der Geschichte und den Geschehnissen von damals auseinandersetzten, so Heil weiter. Die Gruppe habe sich daher entschieden im Januar die Reise nach Polen anzugehen, um so wenigen Besuchern wie möglich zu begegnen – ein sehr einprägendes Erlebnis wie sich herausstellte. Jeder der Schüler hatte seinen eigenen emotionalsten Ort während der Reise. Sei es eine Sammelstelle, an dem alle persönlichen Gegenstände der Häftlinge damals gesammelt wurden oder die Todeswand an der unzählige Menschen damals getötet wurden: „Sie haben uns alle sehr stark zu nachdenken gebracht“, waren sich alle einig. Die Gruppe möchte nicht, dass die Vergangenheit in Vergessenheit gerät, weswegen schließlich die Ausstellung „Auschwitz: Man kann es nicht verstehen, man kann es nur fühlen“ entstand. „Die Ausstellung wird die Welt nicht verändern, aber sie hat uns verändert“, sagte die Schülerin Naomi Tchomtcha abschließend. Im Anschluss an die Schülergruppe hielt Sven Zimmermann, Student im Fach Holocaust und Jewish Studies in Berlin, einen Vortrag über die sogenannte „Aktion Reinhardt“. In der Aktion geht es um die systematischen Ermordung von mindestes 1,8 Millionen Menschen im von Deutschland besetzten Polen während des zweiten Weltkriegs.
