Dass in weiteren Schulen nun „Glück“ fest zum Stundenplan gehöre, freut den Direktor des Bildungsunternehmens, Prof. Dr. Lothar Jordan. Die Pionierleistung bei Dr. Jordan habe sich damit bestätigt: „Wir registrieren ein deutlich steigendes Interesse am Fach ‚Glück‘, sowohl von Lehrkräften als auch von Schulleitungen aller möglichen Schulformen.“ Er geht sogar noch einen Schritt weiter und rät anderen Fuldaer Schulen, das Fach „unbedingt“ mit in die Lehrpläne aufzunehmen. Das Bildungsunternehmen Dr. Jordan biete dafür Weiterbildungen der Lehrkräfte für das „Schulfach Glück“ an: „Um unser zweites Leitmotiv ‚enjoy teaching‘ als Erweiterung ihres Professions-verständnisses zu erleben und an ihren Schulen dann auch zu unterrichten.“ Die nächste Weiterbildung beginne im September dieses Jahres.
Die Rückmeldung für das Fach „Glück“ sei sehr gut, stellt der Direktor zufrieden fest: „Unsere Lehrkräfte bewerten das Fach durchweg positiv und hilfreich im üblichen Unterrichtsgeschehens.“ Wenn Schüler verstehen würden, dass Lernen mit freudvollen Erfahrungen verbunden ist, würden sie eher das Motto „enjoy learning“ praktizieren: „Und erleichtern so den Lehrauftrag.“ Mittlerweile hätten zehn Lehrkräfte im Bildungsunternehmen an Weiterbildungen für das innovative Schulfach teilgenommen. Das sei aber noch nicht alles, gibt Jordan an: „Im kommenden Schuljahr werden wir in Kooperation mit dem Fritz-Schubert-Institut, Heidelberg, für Persönlichkeitsentwicklung weitere Weiterbildungen für das Schulfach ‚Glück‘ durchführen. Diese Kurse zur ‚Glücks-Lehrkraft‘ werden erstmals hier in Fulda bei uns stattfinden.“
Das Fach sorge auch bei Schülerinnen und Schüler für Begeisterung, erläutert der Direktor: „Weil sich alles nur um sie dreht. Die Rückmeldungen bestätigen uns, dass der eingeschlagene Weg, die Persönlichkeit zu stärken, den Nerv der Zeit trifft.“ Die Stärkung der Persönlichkeit wirke der immer stärkeren Selbstvermarktung und dem drohenden Identitätsverlust entgegen, was von den Schülerinnen und Schülern sehr lebens-hilfreich wahrgenommen wird, führt er weiter aus.
Unterrichtet werde das „Schulfach Glück“ im Bildungsunternehmen für alle Altersstufen mit ein bis zwei Wochenstunden angeboten, teilt Jordan mit: „Wir passen, ganz klar, das Bildungsangebot an die jeweiligen Altersstufen unserer Schülerinnen und Schüler an.“ In der Grundschule würden sich die Kinder hauptsächlich spielerisch mit ihren eigenen Stärken, Wünschen und Sehnsüchten beschäftigen. In einer Vielzahl spannender Gruppenübungen würden sie erfahren, wie wichtig Gemeinschaft und die Wertschätzung des Gegenübers sind. „In der Sekundarstufe 1, den Klassen 5 bis 10, geht es um die Bewältigung der Herausforderungen, die mit dem Erwachsenwerden und der Identitätsfindung einhergehen. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, wie sie mit ihren Stärken ihre Wünsche und Sehnsüchte erfüllen können“, sagt der Direktor. Es werde außerdem beigebracht, wie sich selbst regulieren, motivieren und beruhigen können. In der Oberstufe liege der Fokus auf den essentiellen Fragen des Lebens, fügt er an: „Hierbei wird auch die philosophische Betrachtung eines gelingenden und guten Lebens, der ‚vita beata‘, mit einbezogen. Neben dieser Metaebene werden auch hier viele lebenspraktische Erfahrungen zur eigenen und Weltorientierung vermittelt.“
Allgemein dürfe der Lernort „Schule“ nicht als reine Wissensvermittlung in verschiedenen Fächern definiert werden, findet Jordan: „Schule ist weit mehr, daher möchten wir den Schülern helfen, ihren eigenen Lebensweg zu finden und nicht durch Irritationen und Versuchungen möglicherweise ihre eigene Orientierung zu verlieren.“ Das Schulfach "Glück" biete eine Vielfalt an Erlebnissen, die sowohl körperlich als auch geistig wohltuend wirken sowie kognitiv zu neuen Erkenntnissen und hinterfragten Absichten führen. „Die Schüler lernen beispielsweise, eigene psychische und physische Hindernisse zu überwinden, eine Gruppe als Kraftquelle zu erkennen und sich durch mentales Training zu motivieren oder aber auch zu beruhigen. Dies alles subsumieren wir unter dem breiten Begriff ‚Glück‘.“
Als Beispiel nennt der Direktor dafür die Übung „Lebenskuchen“, bei der Schülerinnen und Schüler die fünf Lebensbereiche – materielle Sicherheit, Selbstverwirklichung, Arbeit und Leistung, soziale Beziehungen sowie Gesundheit und Körper – betrachten. Jeder Schüler erstelle einen „Lebenskuchen“ auf einem Blatt Papier, auf dem die verschiedenen Lebensbereiche in unterschiedlich großen Kuchenstücken dargestellt werden, um deren Bedeutung im aktuellen Moment (Ist-Zustand) zu gewichten: „Anschließend gestalten sie einen zweiten ‚Wunschkuchen‘, der die gewünschte Verteilung der Lebensbereiche darstellt. Die Schüler sprechen darüber, warum sich die Gewichtung der Kuchenstücke im Wunschkuchen möglicherweise von der vorherigen Gewichtung unterscheidet, und welche Wünsche sie mit den jeweiligen Lebensbereichen verbinden.“ In weiteren Übungen gehe es darum herauszufinden, wie sich diese Wünsche verwirklichen lassen oder ob sie möglicherweise an Bedeutung verloren haben, fügt er an: „Damit die Erfahrungen nicht in Vergessenheit geraten, dokumentieren die Schüler ihre Erlebnisse und Beobachtungen in ihren IPads. Dort finden sich auch Alltagserfahrungen, eigene Zielsetzungen und Projekte.“
