Lokales FD 27.01.2023

Ökologisches Grab in der Natur – Ruheforst bei Kerzell in Vorbereitung

Eichenzell (as) – Ewiger Frieden unter Bäumen, Wurzeln und Steinen – im Wald bei Kerzell nahe der Fatimakapelle entsteht derzeit ein „Ruheforst“. Das gleichnamige Unternehmen plant auf einer Fläche von über fünf Hektar einen geweihten Friedhof im Einklang mit der Natur zu schaffen. Anmeldungen für Ruhe-Biotop-Plätze für Einzelpersonen oder Familien sind bereits möglich. Durch biologisch abbaubare Urnen ist das Konzept sehr nachhaltig.

Ein ähnlicher Andachtsplatz soll nahe Kerzell bei der Fatimakapelle im Ruheforst entstehen. Fotos: Daniel Franz

Die Entwicklung des Ruheforst Eichenzell bei Fulda nahe der Fatimakapelle haben kürzlich begonnen, erzählt der Mitarbeiter des Unternehmens Ruheforst, Daniel Franz. Wie bei anderen Friedhöfen werde es Bänke für die Angehörigen, Andachtsplätze sowie ein Kreuz vor Ort geben. Beigesetzt werden die Urnen der Verstorbenen unter Bäumen, Wurzelwerk und Steinen, gibt er an. Kunden können entweder in einem sogenannten Ruhe-Biotop einen Einzelplatz erwerben. Oder sie reservieren für die Familie ein eigenes Biotop: „Möglich sind bis zu zwölf Plätze. Das ist alles im Preis drin.“ So könnten Ehepartner, Geschwister oder andere Verwandte sicherstellen, dass sie nebeneinander die ewige Ruhe finden. „Die meisten Verkäufe geschehen zu Lebzeiten“, ergänzt der Mitarbeiter.

Der Einfluss durch Menschen solle im Ruheforst möglichst gering bleiben, erklärt Franz: „Die Natur verändert die Fläche, sie macht die Pflege.“ Auffälliger Grabschmuck wie mitgebrachte Blumen oder Steine seien daher untersagt. Für die Beisetzung gebe es biologisch abbaubare Urnen, damit die Asche Teil des Erdbodens wird. „Es ist ein geweihter Friedhof der Gemeinde Eichenzell. Die meisten Käufer werden aus der Gemeinde oder Fulda kommen“, schätzt der Mitarbeiter. Ein festes Kriterium sei dies nicht, auf dem Friedhof dürfen auch andere Menschen begraben werden. „Es gibt einen Panorama-Blick nach Fulda“, fügt er an.

Beim Thema Begräbnis erkennt Franz eine merkliche Tendenz zu Einäscherungen: „Es werden immer mehr, der Bedarf steigt.“ Gleichzeitig vollziehe sich ein Bestattungswandel, da viele Menschen zurück zur Natur wollen würden. „Die Ruhe im Wald ist sehr schön, es braucht keine Grabpflege“, stellt der Mitarbeiter fest. Eintragungen für den Ruheforst nahe Kerzell sind bereits möglich. Franz rechnet ab Mitte bis Ende März mit einem Start. Aufgeteilt werden die künftigen Beisetzungsplätze in vier Stufen an unterschiedlichen Preisklassen, welche die Menschen für sich oder verstorbene Angehörige reservieren können.

Als Gedenkort für die Verstorbenen werde das Laubwald-Areal aus der sonstigen wirtschaftlichen Nutzung des Waldes entnommen, versichert Franz: „Es wird kein Holz geschlagen.“ Der Vertrag für den Ruheforst laufe für 99 Jahre über mehrere Generationen und könne verlängert werden. „Die Beisetzung geschieht nach der Liegefrist“, meint der Mitarbeiter. In Eichenzell belaufe sich diese auf 20 Jahre, wodurch für mindestens 79 Jahre dort Menschen beerdigt werden könnten.