Trotz regnerischem Wetter, hatten sich viele auf den Weg gemacht, darunter auch zahlreiche Ukrainer. Sie schwenkten stolz ihre blau-gelben Fahnen, hatten Luftballons dabei und reckten Tauben in den Farben der ukrainischen Fahne in die Luft. Während der musikalischen Beiträge von Menschen aus der Ukraine wurden Taschenlampen und Feuerzeuge geschwenkt. „Wir dürfen nicht zusehen, wie ein Land vernichtet wird“, sagte Andreas Goerke, Vorsitzender vom Verein Fulda stellt sich quer, der zusammen mit dem Verein People for People das Netzwerk „Ukraine Hilfe Fulda“ auf die Beine gestellt hat. Er forderte nicht nur zur Mitarbeit, sondern auch zur Gemeinschaft auf. Er fuhr damit fort, dass die militärische Unterstützung Deutschlands für die Ukraine weitergehen müsse, und rief dazu auf, an der Seite der Menschen zu stehen, die ihre Heimat verlassen mussten. Diese Solidarität zu den Menschen sei ein wichtiger Faktor, der weiter ausgebaut werden müssen. Die Spenden, die auch vor Ort abgegeben werden konnten und der Erlös der heißen Speisen und Getränke, die vor Ort verkauft wurden, kämen auch der Ukraine Hilfe zugute, um Waisenhäuser, Krankenhäuser und Bedürftige zu unterstützen. Das Netzwerk hat bereits eigene Hilfstransporte durchgeführt.
„Die vergangenen zwölf Monate müssen den Menschen in der Ukraine so unheimlich lang vorgekommen sein, denn ein Leben im Krieg verändert alles“, sagte Astrid Wallmann, Präsidentin des Hessischen Landtags, und setzte Fokus in ihrer klar auf den Frieden, der am Ende auf ein besseres Leben und auf eine gute Zukunft hoffen lasse. Sie merkte aber auch an, dass ein Frieden, der nur einseitig zu Lasten der Ukraine gehe, kein Frieden sei, sondern die Besetzung durch ein anderes Land. Sie appellierte: „Solange die Menschen der Ukraine dazu bereit sind, für ihr Land und ihre Freiheit zu kämpfen, so ist es unsere Pflicht, sie darin zu unterstützen.“
Auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld richtete ein paar Worte an die Teilnehmer und begann damit, dass Deutschland über Jahre hinweg Probleme und Konflikte in unmittelbarer Nachbarschaft ausgeblendet und ignoriert habe. Deshalb sei es umso wichtiger, das Bewusstsein dahingehend zu stärken und Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Er lobte den Kampfgeist und das Durchhaltevermögen der Ukrainer, aber erinnerte auch an die vielen Opfer, die dieser Krieg schon gefordert habe. Trotzdem habe Putin mit diesem Krieg „das Gegenteil davon erreicht, was er erreichen wollte, denn er setzt auf Spaltung und wir auf Gemeinschaft, indem wir in diesen Zeiten noch enger zusammenrücken“. Wegen dieser Schicksalsgemeinschaft wehe vor dem Stadtschloss nicht nur die Europa und die deutsche Fahne, sondern symbolhaft daneben auch die ukrainische Fahne.
Ein großes Dank und ein großer Applaus gingen an Stefan Faulstich, Vorsitzender von People for People, der von Beginn sehr engagiert war, um den Menschen in der Ukraine und den nach Osthessen gekommenen Ukrainern zu helfen. Nach einem musikalischen Beitrag in ukrainischer Sprache und Tänzen hielt Stadtpfarrer Stefan Buß ein Friedensgebet, dass die Zehntklässler der Heinrich-von-Bibra-Schule gemeinsam verfasst hatten und das in neun Sprachen übersetzt wurde. Buß sagte, dass die Menschen aus der Ukraine eine Bereicherung seien, da „sie uns auch viel entgegenbringen.“
