Ebert, schon viele Jahre im Vorstand, ist als Vorsitzender Nachfolger von Helmuth Müller, der mit 80 Jahren bei der vergangenen Mitgliederversammlung nicht mehr kandidierte. Und Ebert geht jetzt, was die Zusammenarbeit in Neuhof angeht, ganz neue Wege. Waren SV und TV Jahrzehnte große Rivalen und gab es einige Dissonanzen zwischen den jeweils Verantwortlichen, sieht Ebert, bekannt als langjähriger Besitzer und Wirt des Gasthofs und Hotel Deutschen Haus in Neuhof, die Zukunft in der Zusammenarbeit aller Fußballfunktionäre in seinem Heimatdorf.
Ebert hat beste Kontakte zu beiden Clubs und ist nach Ansicht vieler Neuhofer der einzige, der die neue Allianz bewerkstelligen kann. Ob es zu einer Spielgemeinschaft der Fußballer kommen oder zu seiner Fusion der beiden Vereine kommen soll, lässt Ebert zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.
Sein Anliegen ist aber nicht nur eine Idee. Der Funktionär, der auch dem TV Neuhof mit Rat und Tat zur Seite steht, hat längst einige Gespräche geführt und begonnen, sein Anliegen in die Tat umzusetzen. Und Ebert läuft dabei viele offene Türen ein, sowohl bei Sportlern und Funktionären der Vereine als auch bei der Gemeinde. Noch in dieser Woche sitzen wieder Vereinsverantwortliche mit Vertretern der Gemeinde zusammen. Dabei sieht er keinesfalls das derzeitige Konzept des SV Neuhof als das, welches eine Spielgemeinschaft oder ein neuer Verein weiter umsetzen müsse. Es sei zu besprechen, wie und mit welchen Zielen die Zusammenarbeit aussehen werde. „Wir müssen dann vielleicht zwischenzeitlich sportlich auch mal wieder einen Schritt zurück machen“, so Ebert. Es gäbe in diesem Fall aber genug gute Trainer und Betreuer in beiden Clubs, um dann ein gemeinsames Neuhofer Team wieder in höhere Klassen zu bringen. Jugendleiter Daniel Heger ist laut Ebert ein großer Befürworter der Idee, würden doch auch die Nachwuchskicker davon profitieren, wenn alle Trainer und Offiziellen in Neuhof an einem Strang ziehen würden. „Ich würde mich freuen, wenn wir zusammen ein Jugendzentrum schaffen, das zur Anlaufstelle für die jungen Leute wird“, so Ebert: „Und ich würde mich freuen, wenn wir mal eine große Vereinsfahrt für alle Neuhofer organisieren könnten“. Er selbst werde das Projekt in jedem Fall auch persönlich unterstützen. In den nächsten Monaten müssten nur die weiteren Schritte eingeleitet werden, um eine Fusion bewerkstelligen zu können. Schließlich müssen unter anderem beide Vereine in den Mitgliederversammlungen einem Zusammenschluss zustimmen. Eine mögliche gemeinsame Zukunft von SV und TV Neuhof könne sowieso frühestens mit der Saison 24/25 beginnen.
Für die kommende, nicht einfache Runde des SV Neuhof hat Karl-Heinz Ebert auch viele Gespräche geführt und sieht auch noch einige Hürden. „Das große Problem ist die Unterbringung von neuen Spielern“, sagt Ebert. Früher habe es da aufgrund von Unterstützern im Umfeld weniger Schwierigkeiten gegeben. Jetzt gestalte sich das teilweise sehr schwierig. Nichtsdestotrotz gelte es, i den kommenden Wochen eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen. Die derzeitigen Planungen beschränken sich erst einmal bis zum Ende des Jahres, dann werde man weitersehen.
So oder so, der neue Vorsitzende freut sich auf die neue Runde. Und für Sonntag (10 Uhr) hat er mit seinem Team vom Deutschen Haus zu einem Frühstück ins Sportlerheim geladen, für Sponsoren, Gönner und die älteren Mitglieder des SV Neuhof. Um 15 Uhr ist dann der Saison-Startschuss mit der Partie gegen die SG Bad Soden.
