Lokales FD 31.08.2023

Dr. Franke zu Gast im Klinikum Fulda – Austausch zur Klinik-Reform

Fulda (jk) – In seiner Krankenhaus-Tour durch ganz Deutschland machte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Dr. Edgar Franke, am Mittwoch im Klinikum Fulda Halt. Dort diskutierte er mit den Verantwortlichen des Klinikums sowie einigen politischen Vertretern die Entwicklung im Gesundheitswesens und stellte die Vorschläge der Bundesregierung zu einer Reform der Krankenhausfinanzierung vor. Diese fand bei vielen Vertretern großen Anklang.

Foto: Justin Klenner

Während seiner Krankenhaus-Tour besuchte Franke bereits 62 Kliniken in ganz Deutschland, darunter das Klinikum in Fulda. „Wir möchten mit der Tour die Themen der Mitarbeiter aufnehmen und uns vor Ort ein eigenes Bild über die Infrastruktur machen“, erklärte der Staatssekretär. Vor Ort besprach er mit den Verantwortlichen über die Krankenhausfinanzierung und stellte die Vorschläge der Bundesregierung vor. „Normalerweise sind die Länder zuständig Gelder für die Krankenhäuser bereit zu stellen. Sie müssen ihrer Investitionspflicht nachkommen“, erklärte Franke. Dies sei bisher eher selten erfolgt. Mit dem Eckpunkte-Papier, welches von allen Bundesländern bis auf Bayern angenommen wurde, sei bereits der erste Schritt in Richtung Finanzierung bis zum endgültigen Inkrafttretens der Reform geschaffen worden.

Die Krankenhaus-Reform soll neben der Fallpauschale, welches Krankenhäuser je nach bearbeitetem Fall beziehungsweise Schweregrad finanziell unterstütze, eine weitere Pauschale hinzufügen. Kleinere Krankenhäuser oder beispielsweise die Geburtshilfe ständen erheblich unter dem alten Modell unter Druck, so Franke. Die Regierung möchte mit der so genannten Vorhaltepauschale, die Medizinische Einrichtungen je nach Leistungsgruppe finanzielle Unterstützung bietet, den wirtschaftlichen Druck minimiert. „Wir nehmen die Ökonomie nicht gänzlich weg, eher stückweit“, so Franke, der anfügte: „Wir wollen die Behandlungsqualität stärken“. Die Krankenhaus-Reform werde daher Mittelfristig helfen und soll voraussichtlich im Jahr 2024 Inkrafttreten. „Die Reform ist absolut Historisch. Wir hoffen auf eine bessere Versorgung im ländlichen Raum“, so der Staatssekretär.

Vorstand Administrator Burkhard Bingel stellte sich die Frage, wieso über eine Reform nachgedacht werden müsse, welche Maßnahmen diese mit sich bringe und was genau das Ziel sei. „Der Grund für die Krankenhaus-Reform ist die Qualität zu stärken“, sagte er. Dabei freute sich Bingel sehr über den guten Austausch mit dem Staatssekretär und hoffe auch weiterhin regen Kontakt. Allerdings betonte er, dass es klar sein sollte woraus der Geldfluss für die Reform generiert werde und erwähnte nochmal, dass dabei besonders aus den Fehlern der Corona-Zeit gelernt werden sollte. „Man muss genau darauf achten wo welche Gelder hinfließen“. Die Verantwortlichen müssten sich darauf einstellen, dass die Reform nicht bei jedem Anklang finden werde und komplex sei: „Es liegt in der Natur des Menschen bei Veränderungen erstmal etwas ängstlicher zu sein. Wir müssen daher sehr viel kommunizieren“.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld befürwortete die Reform und sandte ein klares Signal zur Unterstützung aus. „Wir brauchen die Reform, um die Krankenhäuser gut und sicher in die Zukunft zu führen“, sagte Wingenfeld. Dabei hob der OB nochmal hervor, wie wichtig das Klinikum für die etwa 70.000 Bewohner und die etwa 500.000 Bürger in der Region sei. „Das Klinikum ist nicht nur Anlaufstelle für die Fuldaer. So ein Krankenhaus gibt es in der Region und in ganz Deutschland nicht nochmal“.

Ebenfalls vor Ort waren unter anderem die Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Fulda Birgit Kömpel, Landtagswahl-Kandidat Szymon Mazur, Fraktionsvorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Michael Busold und Landratswahl-Kandidat Andreas Maraun.

Dr. Franke zu Gast im Klinikum Fulda. Fotos: Justin Klenner