Am Palmsonntag beginnt die Karwoche oder auch die Heilige Woche, in der die Kirche des Leidens und Sterbens und an Ostern dann der Auferstehung Christi gedenkt. Zunächst hatten sich die Gläubigen in der Michaelskirche versammelt, wo bereits die kleinen, grünen Sträuße zur Segnung bereit standen. Vor der Kirche warteten bereits mehrere Menschen mit großen Palmblättern. Gemeinsam zogen die Gläubigen dann über die Pauluspromenade zum Dom. Dort klopfte Gerber nach alter Tradition dreimal mit einem kleinen Hämmerchen an die große Pforte und bat um Einlass. Im Inneren waren die Kreuze bereits mit lila Stoff verhüllt. Musikalisch begleitet wurden der Gottesdienst und die Segnung in der Michaelskirche vom Jugendkathedralchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber. Die Orgel spielte Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser.
Zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem um das Jahr 30, bei dem die Menschen ihm mit Palmzweigen in den Händen zujubelten, kommen katholische Christen seit dem frühen Mittelalter an Palmsonntag vor ihrer Kirche zur Segnung der Palm- oder Olivenzweige zusammen. Mit den „Palmsträußchen“, die im Fuldaer Land aus Buchsbaum und Weidenkätzchen zusammengebunden werden, ziehen die Gläubigen in einer Prozession in ihre Pfarrkirche ein, wo dann in der Heiligen Messe zur Einführung in die dem Palmsonntag folgende Karwoche erstmals die Botschaft vom Leiden und Sterben Jesu vorgetragen wird. Die geweihten Palmsträußchen nehmen die Gläubigen mit nach Hause, wo sie als Segenszeichen hinter die Kruzifixe in den Wohnungen gesteckt werden. Die in der Kirche verbliebenen Palmsträuße werden im darauffolgenden Jahr zu der Asche verbrannt, mit der die Gläubigen dann an Aschermittwoch das Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet bekommen.
