Das komplexe Vorhaben wurde durch Experten an 24 Ständen anhand von Fachpostern erläutert. Nach der Begrüßung und einer kurzen Einführung durch Dr. Karin Möller-Glock (K+S-Leiterin der Abteilung Umwelt und Genehmigungen) und Werksleiter Roland Keidel hatten die Bürger etwa zwei Stunden Zeit um ihre Fragen zu den vielen komplexen Themenbereichen an den einzelnen Ständen zu stellen. Dem Wunsch nach einer gemeinschaftlichen, öffentlichen Diskussion entsprachen die K+S-Vertreter zwar nicht, doch konnte der ehemalige Vorsitzende des Neuhofer Umwelt- und Bauausschusses, Hubert Enders, immerhin eine Frage im Plenum heraushandeln. Über das Saal-Mikrofon sagte er: „Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht. Verstehen sie mich nicht falsch: Ich bin grundsätzlich für eine ökologische und nachhaltige Abdeckung. Es gibt aber auch Gegenstimmen. Und die erfordern Kompromisse. Ich habe aber den Eindruck, dass sie nur ihren eigenen Weg verfolgen.“ Möller-Glock entgegnete, dass es ein Schwerpunkt von K+S sei, auch nach Alternativen zu forschen – rechtlich sei das Unternehmen sogar dazu gezwungen. Anschließend verwies Keidel die Besucher, mit Blick auf die Uhr, an die Experten.
„Schade. Ich habe mir einen offenen Dialog gewünscht“, sagte Anja Möller aus Neuhof, die Fragen zum Thema Naturschutz und Lärm im Gepäck hatte. „Ich gehe neutral an das Thema heran und will mich erstmal informieren. Fakt ist jedenfalls, dass irgendwas getan werden muss“, sagte Frank Eisenstein aus Neuhof. Ein Rechtsanwalt unter den Besuchern monierte: „Das Unternehmen führt diese Veranstaltung nur durch, weil sie rechtlich dazu verpflichtet ist. Der Rahmen ist so knapp wie möglich gehalten. Es wird versucht, unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen.“ Eine weitere Neuhoferin war zweigespalten: „Es gibt Leute die Kritik äußern wollen. Aber wenn der Vater bei K+S arbeitet, dann hält man sich vielleicht lieber zurück.“ Einige Besucher hielten das Bauvorhaben für sinnvoll und nachvollziehbar. Manche vermuteten, K+S würde mit dem Geschäftsfeld „Abfallwirtschaft“ schlichtweg Profit wittern. Schätzungsweise 120 Millionen Tonnen Boden und Bauschutt will das Unternehmen für das Projekt gegen Bezahlung deponieren. Nach Meinung der Projektplaner sei die Dickschichtabdeckung schlichtweg die wirksamste Variante, um günstige Bedingungen für Nachnutzung der Halde zu schaffen und die Umwelt zu schützen.
Manche Kritikpunkte wurden bereits im Vorfeld in den Stellungnahmen der Naturschutzverbände Bund Umwelt und Naturschutz (BUND), Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und dem Landesjagdverband geäußert. Bei weiteren Themenabenden will K+S die Bürger zusätzlich über das Projekt informieren. „Wir stehen noch ganz am Anfang. Viele Parameter werden sich noch verändern und neue Aspekte kommen hinzu“, merkte Möller-Glock an.
