Die Schlussphase war an Dramatik nicht zu überbieten und gehörte den Jokern: Nur zehn Minuten brauchte Bronnzells Marian Weber, um sich einwechseln zu lassen, doppelt zu treffen und mit dem 3:1 eine Vorentscheidung herbeizuführen – und die Schlussphase dann mit einem Eigentor doch wieder spannend zu machen. Plötzlich war Eichenzell wieder drin und Benedikt Rützel, ebenfalls Joker, schoss die Britannia mit einem fulminanten Hammer in der 89. Minute ins Elfmeterschießen. Es war längst zu dunkel, um eine Verlängerung zu spielen – und eigentlich auch fast, um Strafstöße zu schießen.
Geschossen wurde dann auch noch auf der Seite, auf der weniger Zuschauer standen. Die Dunkelheit war den ersten sieben Schützen aber egal, alle Elfer waren souverän geschossen. Dann parierte Johannes Ihrig gegen Tayyip Akkilinc – und es passte, dass Marian Weber dann die Entscheidung besorgte. Jubel bei Bronnzell: Die Viktoria steht im Pokal-Halbfinale.
„Glückwunsch an Bronnzell“, so Gäste-Trainer Sebastian Sonnenberger, der arbeitsbedingt erst Mitte des ersten Durchgangs dazustoßen konnte und meinte: „Wir sind momentan angeschlagen und können nicht das zeigen, was wir wollen“.
Benedikt Rützels Tor war längst nicht der einzige sehenswerte Treffer des Abends: Jan-Niklas Jordan besorgte die frühe Bronnzeller Führung nach einem tollen Solo, der Ausgleich gelang Marcel Ludwig, weil Eichenzell wacher aus der Halbzeitpause kam. „Trotzdem haben wir wieder den spielerischen Faden verloren“, erklärte Sonnenberger. Marian Webers Ball zum 2:1 schlug dann toll unter der Latte ein, das 3:1 war ähnlich. Dann wuchtete der ab Sommer für Edelzell/Engelhelms spielende 27-Jährige noch einen Kopfball sauber in den Kasten – allerdings in den eigenen, und brachte Eichenzell wieder ran. „Stark, wie wir zurückgekommen sind. Aber im Elfmeterschießen war es dann eine Lotterie“, so Sonnenberger.
Kurios: Schiri Aaron Fritz (Weyhers) hatte vor Anpfiff seine Pfeife in der Kabine vergessen, die schon abgeschlossen war, was für fünf Minuten Verspätung sorgte, die die Teams aber wieder reinholten, weil die Halbzeitpause wegen des fehlenden Flutlichts etwas verkürzt wurde. Als es in Hälfte zwei länger 1:1 stand war klar: Es muss direkt ins Elferschießen gehen, eine Verlängerung hätten sich die Teams im Dunkeln nicht mehr erlauben können.
Die Viktoria, bei der es vier Wechsel im Vergleich zum 4:1 in Hosenfeld gab, trifft im Halbfinale auf Ehrenberg, Flieden oder Johannesberg. Eichenzell hatte ebenfalls fünfmal in der Startelf rotiert, unter anderem saßen Rützel und Coach Sonnenberger zunächst draußen. Zu allem Übel musste „Sonne“ noch einen weiteren Verletzten beklagen: Bei Alex Ganß ging es mit muskulären Problemen in Hälfte eins schon nicht weiter. „Ich weiß nicht, was momentan los ist“, klagte auch Sonnenberger: Erst hat Corona die Britannia fest im Griff, jetzt kommen noch Verletzungen dazu.
Bronnzell: Ihrig; Jäger, Belaarbi (57. Dinov), Breunung, Marek Weber, Jordan (60. Dugan), Weiß, Horenkamp, Sandner (72. Marian Weber), Wind, Balzer.
Eichenzell: Hohmann; Schneider, Akkilinc, Ganß (34. Sonnenberger), G. Müller, Ludwig, L. Müller, Kücükler, J. Müller, C. Müller, Gutberlet (72. Schönherr).
Schiedsrichter: Aaron Fritz (Weyhers)
Tore: 1:0 Jan-Niklas Jordan (15.), 1:1 Marcel Ludwig (47.), 2:1 Marian Weber (77.), 3:1 Marian Weber (78.), 3:2 Marian Weber (82., Eigentor), 3:3 Benedikt Rützel (89.)
Elfmeterschießen: Horenkamp trifft, Kücükler trifft, Wind trifft, Ludwig trifft, Weiß trifft, Sonnenberger trifft, Marek Weber trifft, Akkilinc scheitert an Ihrig, Marian Weber trifft.
Zuschauer: 200.
