„Wir waren eine wirkliche Gemeinschaft und jeder hat sich an den Leistungen des anderen gefreut. Uns war es eine besondere Ehre, dass uns der Nationaltrainer Jörg Roßkopf die Medaillen überreicht hat und sogar noch bei einigen Spielen von uns zugeschaut hat“, freute sich Kind über ihre Erfolge und die Veranstaltung.
Die Teilnehmerzahl von 138 Teilnehmern aus 13 Ländern habe gezeigt, dass sich der Wettkampf großer Beliebtheit erfreut. „Unser Ziel ist es, nicht nur Sport zu treiben und die Wirkung des Tischtennis auf die Parkinson Erkrankung ‚auszutesten‘, sondern auch unsere Erfahrungen mit Sport und Medikamenten den anwesenden und interessierten Ärzten und Ernährungsberatern auch weiterzugeben, um diese Erkrankung im Idealfalle zu einer ‚geschichtlichen Episode‘ werden zu lassen“, betont Kind. Und das war es noch lange nicht: „Wir werden weiterhin aktiv bleiben. Im Oktober geht es nach Pula“, sagte sie. In Kroatien findet dann im Herbst mit der Weltmeisterschaft das nächste Großereignis statt.
Unter dem großartigen Einsatz der Cheforganisatoren Marion und Harry Wißler und zahlreicher Helfer des TTC OE Bad Homburg sowie des PingPongParkinson Deutschland e. V. gingen die international offenen Deutschen Meisterschaften im Parkinson Tischtennis im Wingert Dom in Ober-Erlenbach über die Bühne.
128 Teilnehmer aus 13 Ländern (u. a. USA, Schweden, Dänemark, Portugal, Polen etc.) kämpften in den Disziplinen Einzel, Doppel und Mixed um die besten Plätze. Die Teilnehmer waren entsprechend ihrer Spielstärke und des jeweiligen Handicaps in unterschiedliche Gruppen eingeteilt und spielten an drei Tagen an insgesamt 16 Tischen um die Titel.
In der Klasse 1 glänzte wie im letzten Jahr der über alle herausragende Thorsten Flues aus Avenwedde, der die Konkurrenzen im Herren Einzel und im Mixed bzw. im Herren Doppel mit seinen beiden Partnern Silke Kind (KSV Niesig Fulda) und Thorsten Boomhuis (SV Vorwärts Nordhorn) gewann. Deutsche Meisterin der Damen Klasse 1 wurde Marita Siegel aus Ötisheim, die zusammen mit Silke Kind auch den Doppeltitel erringen konnte.
Durch die Erfahrungen der an Parkinson erkrankten Spieler verbreitet sich zunehmend die Erkenntnis, dass gerade Tischtennisspielen die Symptome bei Parkinson durch die durch den Sport geförderte Koordination zwischen kognitiver Wahrnehmung und körperlicher Ausführung eindämmen oder zurückhalten kann. Insofern haben nicht nur beobachtende Ärzte teilgenommen, sondern auch Ernährungsberater, weil gerade der Ernährung eine wesentliche Rolle im Zusammenhang mit der Parkinson Erkrankung zugemessen wird.
Die Meisterschaften fanden in durchweg freundschaftlicher und vom Gemeinsinn geprägter Atmosphäre statt. Ein Höhepunkt war die Verteilung der Medaillen durch den Trainer der Deutschen Tischtennis Nationalmannschaft Jörg Rosskopf, der hierdurch die Rolle des Tischtennis auch für Parkinson Kranke und die Einbeziehung von gehandicapten Sportlern in den Gesamtsport eindrucksvoll und sympathisch unterstrichen hat. Alle Teilnehmer schauen auf ein zwar körperlich anstrengendes, jedoch die Kenntnisse um die Krankheit verbesserndes und die Gemeinschaft bereicherndes Ereignis zurück.
